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Des Adelichen Land-und Feld-Lebens.
zu gehalten werden/ welches dann die rechte Figur ei- um mit Aestcn wol versehen ist / und auf solche Ma-ttes Zwerg-Baums ist/ daß solcher niedrig von Aesten/ nier soll ein Zwerg - Baum gehalten und geschnittenoffen in der Mitten/ und in seinem Umkreiß rings her- werden.
v.
Wie die Zwerg -Bäume vor der Pftantzung/ so wol an der Wnrtz e! /
als an dem Stamme geschnitten werden; Item alle Wurtzeln zu erkennen/ wel-che gut oder böß/ auch warum ein Baum an der Wurtzel und Stam-me geschnitten werde.
S ist inWahrheit eine nothwendigeWissen-schasst/ daß ein Baum vor derPflantzung sowol von der Wurtzel als an dem Stammerecht geschnitten werde/ und hierzu ist nöthig / erstlich:
Alle Wurtzeln zu erkennen/welche gut oder böß seynd;
Die gröste unter den jüngsten seynd allezeit die besten/sonderlich wann sie oben bey dem Stamm stehen / se-hen'etwas hell oder liechr aus/ und haben einen frischenund lebhaffrenAspect: diese/ weilen sie von den grö-stensind/ werden geschnitten s.6. biß?. Zoll lang /nach propo-tion ihrer Grosse; Neben diesen Wur-tzeln finden sich noch kleinere/ welche auch aus der altenWurtzel kommen/sehen etwas Heller aus als die an-dern/ sind auch mcht so hart an der Schalen oder Rin-ds / unter welchen auch die allerkleinste zu verstehen /und diese werden nich« langer gelassen als 2. z .biß 4.
Zoll/wie viel aber von solchen Wurtzeln einem Baumgelassen werden/ist leicht zu wissen/sintemal demBaumsolche gute Wurtzel gegeben wird/damit sein>sasst ver-mehret/so viel er nöthig hat; Melde hier auch nicht/daßsolche Me Wurtzeln gar hinweg sollen geschnittenwerden / als wovon wir hernach weiters reden wollen:
Sondern reden anjetzo von denen Wurtzeln/welchegeschnitten werden müssen. Nun finden sich ohnediese/so allbereits gemeldet/ nochzweycrley/ welche ausden eystern heraus wachsen.
Erstlich/etwas starcke/welche zwar nicht Anfangskleine Faserlein/ aufdem Ende aber mit denselben ver-sehen lind ; Die andere aber haben gleich Anfangsviele deren kleinen Faserlein. Die ersten / so etwasstarck sind/werden ein biß zween Zoll und nicht längergelassen (wann anders der Baum nicht viel Wurtzelhat/) sonsten werden sie gar abgeschnitten an demOrt/wo solche hervor kommen. Die andere/welchegleich Anfangs der Wurtzel mit kleinen Fäserlein ver-sehen/werden sammt den Faserlein'hinweg geschnitten/selbige wachsen auch aus den alten Wurtzeln / welchegleichfalls hinweg geschnitten werden müssen.
Es finden sich auch Wurtzeln / welche Anfangsschwach öder klein bey dem Stamme sind/und fangennach und nach an entweder dicker zu werden / solcheaber müssen / wo sie dünn oder schwach sind / ebenfallsabgeschnitten werden. Dieser kan für den Baumgehalten werden/ der Anfangs bey dem Stamme sol-che starcke junge Wurtzeln/wie oben gemeldet / stehenhat/sonderlich/so deren drey biß vier rund in dercir-sumtel-cncs stehen / Übrigens werden die anderen alle/1sammt den alten Wurtzeln/hinweg geschnitten / und!
wann auch gleich nur zwo gute Wurtzeln stehen blie-ben. Es ist ein grosser Unterscheid so wol am wach-sen als Früchte tragen; Es ist genug und besser/ so eineoder zwo junge starcke Wurtzeln oben beym Stam-me stehen / als sechs und mehr der andern/ so untenan der Wurtzel sich befinden / wann aber keine solcheWurtzel bey dem Stamm anzutreffen wäre / dannmüssen nothwendig die/so aus der alten Wurtzel ge-schlagen haben/gebrauchet/ un muß nur dieses dabey inAcht genommen werden / daß alle die kleinen Wur-tzeln gantz kurtz geschnitten werden müssen / zu verste-hen an jungen Bäumen/von zwey biß vier Jahrenalt/ so aufQuitten-JohanneS-und Pflaumen-Stäm-men stehen; Hingegen aber die Kirschen/Apricot/undPfersich/ welche auf ihre eigene Alter gebracht wa-ren ; Oder die zwey letztere auf Mandel-Srämmenstünden / müssen die starcken etwas kurtz / die andernNeben-Wurtzeln aber stehen und langer gelassen wer-den.
2. Was den Schnitt/so an der Wurtzel geschehenmuß/betrifft/ so muß derselbe allzeit unter sich nachder Erden stehen; Oder/ deutlicher zu geben / wannman die Wurtzeln an einem Baum schneiden will/ sowird der Stamm sammt den Aesten unter sich / dieWurtzel hingegen über sich gehalten / und alsdanngeschnitten/ so kommt der Schnitt in die Erde himin/welches nützlicher/ als wann die Erde auf dem Schnittsich befindet.
Nun folget/wie die Zwerg-Baume an dem Stackbeschnitten werden müssen; Hier wäre zu wünschen/daß alle Zwerg-Baume/die gepfiantzet werden sollen/nur einen Stamm hätten/wie es dann auch billig seynsoll/so würde man solches bald begreiffen/ und wannselbige so seynd/verstehe mit einem Stamm/ werdensolche nicht langer als einen Schuh lang gelassen; wei-len es sich aber offtermals begiebet / daß bißweilenzween auch drey und mehr Stämme seynd / so ausdemAug oder Gepfropssten gewachsen/ muß hierinnenein Unterscheid gemacht werden / nemlich wann derStämme zween waren / beyde gleich dick / so könnensolche alle beyde stehen bleiben/und biß acht Zoll langMassen werden; Wann der zween waren/ davon dereine schwach/wäre nicht rahtsam diesen stehenzulas-sen ; So aber drey biß vier aus dem Aug gewach-sen seynd/ so ist wol darauf zu sehen/ welcher den bestenSafft ziehen kan; Dann/ein Ast/ welcher starck/ undzugleich eine junge Rinde hat/solcher bleibet stehen/undwerden nicht mehr als zwey solcher Stämme gelassen/
Die
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