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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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275
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ehe er starck siedet oder aufwallet/ mit emer kupffern-oder verzient - eisernen durchlöcherten Kellen oderSchanffelwohlabgeschaumet^inS von allem Unflathgereimget/alsdann bey die z. Gründe gemachfam ein-gekochet/(den vierdten oder dritten The-l/auch wohl! mehr/nachdem man ihnsüsseund lang-daurend haben! will/) fernerm einen reinen Bottich oder Zuber ge-j schültet/woh! zugedecket /und ein wenig erkalrec/auf ein! reu, Vaß gefüllt/und wol zugespünder/(daß keine ^'ujft! darzu komlne/)biß zumGebrauch vel wahret/sonst w-ro! erwandelbar. Der Wurtzel tan etwa cinhalboder gantz Pfund zu 2. Eimern frischen ungesottnenMost genommen werdende mehr und dicker verMosteingekochet wnd/ie süsser und daueryassriger bleibe! verWein;) Und wann er ja zu bitter schmecten sollte / fokan er mit andern allein oder vor sich emgefotrne Mostvermischet und ^umret / oder es kan dessen 1. Theil zuz.Theit alten guten Wein gesetzet werden/so lasser ersich wol trmcken. Dieser Wein erwarmer/ öftner/zer-theilet/treibet den Schweiß und Urin; dannenheroister in allen von Kälte/Schleim und Verflopssung her,rührenden Kranahetten zu gebrauchen dienlich; 'Ab-sonderlich aber in Husten und Kelchen / oder S techenvonerkältaind verschleimter Brust/ Erkalt- und Ver-schleimung desMagens/Verstopfsung derLeber/ H.ütz/Nieren und Mutter ; Jtem /geronuenBlur/Scitenste-chen / ColicundHam-Winden von der Kälte/undSchleiinung der Darme/Stein-Befchwehrung/Kra-tze/ Bocken und Masern/.'c. dann er treibet und führetdie solche Kranckheicen verursachende böse Feuchng-keita, durch den Schweiß und Uun krassriglich aus.Kan früh nüchtern und Abends beym Schlafengehenmassiglich genossen werden. ^

2. AndornMein. Nehmet der zartesten Stengelde» Andorits/ zur Herbst-Zeit(er pfleget an ungebe-ten Orten/ neben den Mauren und Zaune zu wuchsen)dörrets sn der Sonne / binoets «u kten'.e Büchleinmir Binftn/ leger es darnach in Vaßtein. In 16. oder1 5 .Quart (Seidlein) Mosts sollt ihr acht Pfund An-dorn legen/und mn ihm also lassen vergahren / thutdarnach den Andorn hinweg und schlaget den Zapftenwslzu. Dieser Wein ist ein köstlicher Tränet wwerdieGelbsuchr/so vonVästopstung herrührer. Die-net auch wider den Hüften / wider das Keichen undkurtzen Athent/Abnehmen/ und das blahige Seitenste-chen/und Hüffr-Wehe;so in an dürreVeil-Wurtzdar-ju nimt/wird solcher Tranck desto krafftiger.Ferner er-öffnet auch solcher Wein/die verstopftre Gebern /undMutter/befördert der Frauen widerste-

i het auch dem Gisst.

! g. Anis-Wein. Dieser wird zugerichtet/ daß man! entMder den Aniß mit Wein lasset sieden / oder daßman ibn nur darein thut/und eine Zeitlang darüber ste-hen lasset. Dieser Wein hat viel herzliche Tugenden;Er ist gut für alleVerstopssung und 0pt->larion, für al-le Blähung des Leibes. Ist gut den Weibern/ denendie Gänge und Adern der Mutter verstopffet / mehretdie Milch und reiniget sie/wann sie vielleicht bös wäre.Ist auch gut für Lenden - Wehen und ^tein/treibetihn bald fort ohne Schmertzen/und übertrifft hierinnalle andere ^ic^icamsnren.

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! 4. Mich-Wein. Nehmet der zeitigen Attich-Beertein/so viel ihr wollt/ kochet sie im Most/ so lang/biß das dritte Tbeil des Wems einsiede / hebet den. Schaum fleissig ab/lasset es also über Nacht stehen;^ Des Morgens frühseyhet solchen Wein durch einSeche-Tuch / gi esset hiervon so viel m weissen ?)!ost/biß daß et eine schöne Farbe nnd Geschmack überkom-nie; Thuet ihn nachmals m ein Wein- Vaßlein / undwann er vergohren hak/so läutert ihn mit Eyer-Klarund Saltz. Solcher Wein iaxirer den Leib und trei-bet das Gewässer gewalriglich von den Wassersüchti-gen durch den Stuhlgang; ve> treibet den kalten Hu-sten ; reiniget die Brust /und befördert das Auewers-fen; zertheilet auch alle zähe Feuchtigkeiten in demLeib.

5. Augenrrost-Wein. Nehmet einen guten TheilAugentrost/ thut denselbigen in Most / lasset ihn dar-über jähren/ und ferner darinnen liegen/trincket tag-lich davon/ es erha>t das Gesicht frisch/und obne eini-gen Anstoß/ und ist ke,n Angen-Breften so groß/ es seybey Jüngcn oder bey Airen/ welcher nicht durch Nies-sung dieses Weins getheilet und vertrieben wird. Ichhabe deren viele gekandr/die beynahe qar nichtinehr ha-ben gesehen / haben aber bey diesem Wein ihr Gesichtin Jahrs-Frist / wieder bekommen. S oirsimag mandieses Krauts auch alle Tage ein wenig essen in einemfr-Ichen Ey/oder gepulvert nnr guten» Wein emrrm-,cken/ har auch gureKrassr. Ich we-ß deren viel/ dienicht einen Buchstaben/ ohne Brillen/ haben könnenerkennen/und nach langen Gebrauch / dieses Krauts/das Gesicht derinassen gestäl ckr habeil / daß sie obneBrillen/ auch die kleinsten Schrifften/geleftn. Es kankeine bessere Artzney zu blöden Augen aefunden wer-den/ als diese; und so einem der Wein zu starek wäre/der möchte ihn mit etwas süssee brechen.

6. Betonien-Wein. Nehmet Betonien-Krautsammrbem Saamen/nngefehr eines Pfunds schwer/!zuviertzigMaas Weins /laffets acht Tag darinnen !baitzen/ ziehet dann den Wein sieben mal ab. DieserWein ist gut für alle innerliche Gebrechen/reiniget dieLungen von Schleim und Eyter / dienet also widerden Husten / schweren kurtzen Arhem/ Keichen und,Schwindsucht. Es ist dieser Wem Zucht nur eine!edle Hertz-Starckung/ sondern er verbessert alle Fäu-lung und Magen-Fieber; Er eröffnet die verstopffteLeberund Miltz/vertreibet die Mißfarb/ Gelb - undWassersucht. Es dienet auch dieser Wein wider alleGebrechen des kalten Hirns und der Nerven / fallen-den Sucht/Hüsst-Weh/Kramps/Podagra auch an-dere Wehe-Tagen und Glieder-Lähmung ; zerbrichtden Lenden-Stein/ fördert den Urin und der Weiberkl-nlcs; zertrennet das von Fallen oder schlagen ge-ronnene Blur/:c.

7. Beyfüß-Wein. Den Beyfuß sammlet man vorder Sonnen-Aufgang / dörret ihn in der Lusst/und be-wahret ihn vor den Sraub/M in den Herbst / dar-nach thut man »n ein Eimerich Vaß ein gute Handvoll ungesottnen Most oder Würtze darunter / thutetliche Wein-Beer darzu ins Vaß / und vermachetden Spund wol/ und last ihn also verspundet in sich !selbergähren. Oder nim einEichen-Väßlcin /stecke'

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