Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
274
Einzelbild herunterladen
 

274

DeziAdeltchenLand-mid Feld-Leben6

s

also auch diese Art den Weivregiert/wie man dannsiehet / daß solche Krafft die Krauter bald faulenmachet.

2. Ferner gehören auch/zu Wachsung eines gutenWeins/eine gute ct,nttimnon.guter Sonnenscheinfrüh und spat/ guter Wi'id und Morgen -Lusst/sin-temal dieses alles Dinge sind/die dem Weine dao Bö-se aastreiben/ ihn wol ctiZeriren und zeitig machen/daß er gesund zu trincken wird/und also den Wem inihre Art nach sich mciiniren. Es ist eigentlich wahr/der Himmel/Sonne und Lufft nehmen dem Wem sei-ne indische widerwärtige Grobheit/ und groben Ge-schmack/den er aus der Art der Erden hat/und gebenibme andern guten lieblichen Geschmack / mit seinerrechten Süsse/dann Sonn und Zeit geben einem jeg-lichen Geschlechte des Weins/ ( derer dann viel undmancherley sind / wie solches der unterschiedliche Ge-schmack und Farbe/auch manchfältige Arten der Lan-de/da sie gewachsen/:c. genugsam beweisen ) seinenhöchsten Grad nach der Linien darinnen er geordnetist; Und wird auch durch solche Gradirung vielBö-fts / so aus der Erden beym Wein mit laussen/lem-perirt und hingenommen.

z. Ohne Zweiffel istswahr/ daß dieWein-Trau-bm von zweyen unterschiedlichen Hitzen zeitig werden/die erste Hitze ist ihnen für sich selbst angebohren/die an-dere Hitze aber/ kommt ihnen von der Sonnen; undwo die Tauben nicht uwor für sich selbst ihre natür-liche und angebohrne Hitze und Warme hätten/könn-ten sie durch die Gewalt der sonnen/so rein und wolnicht gekocht werden/ sondern verblieben eben wie etli-che sndere Früchte/ die durchaus von Natur kalt/wel-che/ ob sie schon durch die Gewalt der Sonnen / zeitigwerden/jedoch ihre angebohrne Natur in keinemWegverlieren / dieweil dann durch der Sonnen Hitze dieTrauben zu ihrer Warme gebracht werden/diese überan allen Orten nicht gleich-krafftig / und auch etkcheTrauben nach dem Boden und LandeS-Art ihren Ge-schmack an sich nehmen / so folget / daß / nach Unter-schied des Orts und des Landes/auch die Weine un-terschiedlich seyn.

4. Ein recht-natürlicher guter Wein / soll an derSubstantz subtil/ i-wler/ mid an der Falke.schön seyn/und wo er ohne Mangel wachst / so wird er Diapha-nisch/Perspicuisch in seiner Farbe/das ist/ derweisseWein/soll nicht arün/nicht Wasser- färb / noch trübeseyn/ der rothe ÄZein aber/ soll recht schiller roth seyn/das ist seine rechte Art/dann dicke Rothe ist wider dieNarur/ und isteine Terrestmät. Am Geruch soll erauch liebkch seyn/und am Geschmack nicht sauer/ dannwo viel Saure ist/da hat die Bößheit die Güte über-,wunden; sondern er soll nach Gelegenheit der Art des >Weins in seiner rechten Süsse seyn.

An der Zeit oder Alter/soll der Wein zum trincken/nicht zu mng oder zu alt seyn / dann neuer Most undjunger Wein sind nicht gesund / deßwegen jener ge-schrieben-EinWein zwölffMonat alt/ein Brod zwolffStunden kalt/einEpvon einemTag/sind Dingedieich mag. Die Aelte des Weins ist viel besser dann dieNeue/aus Ursachen/ daß sich der 5pil>ui« vini, oderGeist des Weins/ mehr setzet/ und cj>K-> irt/mit oder inder Zeit/dann daß er für der Zeit/ oder in der Frühethut/wie dann die fürnehmsten Aertzte den Most undgar neuen Wein/fur warmer Natur undcompicx.c.nim ersten Grad achten und setzen / der aber nicht garneu/noch auch nicht gar fürnen oder a!r ist/ setzet manim andern Grad der hitzigen und warmen Dmge;Soer aber gar alt und firnen/wird er von ihnen hitzig imdritten Grad gehalten/und sind sonsten in einerSum-ma von allen 'Weinen folgende Stücke wahrzuneh-men : Als erstlich/deren Substantz und Wesen/dannihre Tugenden/Quantität und Qualital/der Geruch/Geschmack/ die Zeit und das Alter.

s. Der jenige Wein/ der noch keinen Weinstein ge-setzet hat/ist am krasstigsten/dann hernach/so cinWein/Weinstein gesetzet hat/ wird viele Krafft im Weinstein^ befunden/und offt mehr danN im Wein / und ist allhie> ein feines Kunststücke (im Fc>Ilman den Wem p,T.icrv ren wolle/ daß er keinen Weinstein setzcn solle)zumercken : Man soll den Wein in ein kaltes Erdreichvergraben/ unten und oben ihn wohl zudecken / so ligtI er gar lange/ohneWeinstein zusetzen.

Cz?. XVl.

Unterschiedliche herrliche Kräuter-Weine zu bereiten/nach

dem Alphabeth.

Rauter-Weine sind nichts anders als mit^Kräutern/ Blumen/Wurtzeln/ Saamen/Ge-würtzen/zc. angerichtete oder zubereitete Mosteoder Weine/ welche entweder in der Gahrung /. oderhernach/mit deren Qualitäten -mpr-Knirt oder ange-kraffter werden. Diese sind aber unterschiedlicherArt/ entweder limpiicia oder einfache / die nur mit ei-nerley/ oder compolüa. vielfache / die mit vielerleyKräutern oder Speciebu, versetzet und zubereitet seyn.Beyderley werden auf mancherley Weise und Manierzu bereitet/ wie hernach folgen wird. Die Kräuter/Blumen und Wurtzeln/ zc.sollen in ihrer bestenKrafft-

Zeit gesammlet/schön gereiniget/recht getrocknet undbiß zum Gebrauch wohl verwahret werden / daß sienicht etwas Übelriechendes an sich ziehen / oder sonstschaden und verderben..

i. Alant-Wein. Dieser Wein wird auf folgendeArt und Weise gemeiniglich zugerichtet werden / nem-lich: Es wird die Alant-Wurtzel/(welche/wann dasKraut noch grün ist/ gegraben/wol gereiniget/an war-mer reiner Lufft getrocknet / hernach vor Staub/Schimmel und andern schädlichen Zufallen bewah-ret und erhalten werden muß/) in gewisser Maaß mitdem süssenMoste gekochet/ derselbe unterm Kochen/

ehe