Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
271
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Dritten Theils Vierdtes Buch.

nackMZein zubercirm / istd-.se: Man solldasHoltz/welches wir psiantzen wollen / drey oder vier Fingerhoch von dem untersten Ort spalten/und das Marckheraus schneiden/ darnach anstatt desselben das Lochmit gutein Theriack zu füllen/ nm Papier umbinden /und also den gespaltenen Theil in das ErdreichsetzemGlickc lassen sich an dem nicht begnügen / jdnderk neh-men Tbermck/ rmd gipsen ihn auf die Wurtzel.

8. Viel und guteTrauben zu überkoinmen. D ieReb-Stöcke werden trefflich fruch>tbar/und tragen gu-ten / herzlichen / starcken/ und eine lange Zeit wehren-den Wein/so sie der Reb-Mann/ der sieschneidet/mitEphw beleget / so wir Änderst dißfallsdem?silaäio

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glaubet- wolieü/ aber es iß auch besser Md diel geivisser/wann man zerquetschte Eicheln und genetzte Wickenlasset in die Gruben tvcrffen.

9. Z» erfahren/ob die Erde/da man einen Wein-Garten hinpfl»Mcn will/ einen gntenoder schlechtenWein abgeben werde. Man solle eme Grube zweenSchuheki^smachen/hemach von dieser ausgegrabnenErde eimn Schollen nehmen / selben in einer irdenenvcrglästmSck^ijfel in frischesWasser legen/und dieEr-de darin zerdrücken / unowol untereinander rübren/bernäch lasset man die aufgerührte Erde setzen/ biß dasWasser wieder Lauter wird / nachdem nun der Ge-schmack desWassers sauer oder süß/bitter oder scharffist/ solchen Geschmack soöe auch der Wein bekommen.

xil.

Wie die unterschiedliche Gebreche» und Kranckheiten der Wein-

Reben am besten zu curiren/ und wieder zu recht/und m guten Stand

zubringen.

der Brenner oder Brand den Rebennicht schade. Wann man den Brennerwill zertheilen/ so offt daß er sich in derLufftgesammlet hat/und aufdieRebenfallen will / sosollman allenthalben um den Acker oder die Reben - Stö-cke grosse Mlsthäuffen von Kühe-imd Geiß-Mist ma-chen/ und dieselben anzünden.

nö. Der Brenner oder Brand / ist ein trocknerDampff/mit welchem bey stillem Wetter unvermercktdas Gras/ die Saat - undWein - Berge öffters befal-len und verbrannt werden/ also/ daß man den Scha-den nicht ehe verspühret/ biß er geschehen / und solHeszwar so wol bey kiaremSonnenschein/ als helienNach-ten. Wann der Brenner die Reben etwas beschädi-get hat/so ssll man Wurtzein von wilden Kürbsenoder

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Einige geben vor/ wenn man sich eines Reiffes beforch-ie/ so soll man die Aschen von Tamarisken / oder sonstandermHoltz/hin und wieder im Garten ausstreuen;Solche Asche/wann sie sich an die Augen derReb--Stöckehänget/ hindert gewaltig/und treibet denReiffzurück»

2. Trockne Reben wie sie zu curiren: Ob denRebenün der Feuchtigkeit etwas abgienge/ wird solches dar-aus erkennt/ so man siehet/ daß die Reb-Stöck mit all-zuviel rothem Laub behenckt seynd: Darum soll manalsobald solchem Übel vorkommen / und sie mitSaltz-oder Mesr-Wasser oder Menschen-Urin begiessen.

6. Wie denReben/ wann sie zu viel wildHoltz haben/zuhelffen: Welche Reb-Stöckeverwudet/und zuvielfrech und geil sind/ dieftlbigen muß man kurtzschnei-den. Wo aber solches nicht helffen wi ll / so muß mandi e Wurtzel entdecken/ und Wasser-Sand mit ein we-nigAsche oderStein darzulegen/ darmit also dieWur-^el erquicken / und erkühlen.

z.So die Reben zu viel fliessen oder thränen: DieIveb-Stöcke weinen bißweilen gar zu viel / daraus

dann folget/daß sie alle ihreKrafft gantz und gar Ver-liehren: Darum soll man denselbigen StoÄ verwun-den/ <md die Wunde darnach mit Oel/ das halb einge-sotten ist/ vd.'r Mir ungeft.ltznem Oel beschmieren / dar-nach mit Eisig/bespritzen.

4.!Daß der Rmder-und Kühe-Biß/samt ihrem A-

Reben sehr schädlich /) so soll man einen jeden Reb-Stock unten an der Wurtzel mit Wasser begiessen/darin Ochsen-dder Kühe-Haut/ und dergleichen Thiergewässert haben; Dann Kühe und Rinder.haben ei-nen hasstigen Abscheu für solchem haßlichen Ge-stanck dieses Wassers/daß sie nicht so bald sich zu denReben machen.

5» Raupen zu vertreiben. Mann man die Rau-pen/ die man in den Rosen findet/ mit Oel siedet / dann

Reb-Messer/ mit Böcken-Unschlit/ oder mir Frosch-Blut bestreichen / hat gleiche Würckung. Oder be-streiche den Wetzstein mit Aschen und Oel/ und wetzedie Messer darauf.

6. Wtr Weintrauben und andere Früchte/ vor denWespen/will erhalten/ der schlürfe Osl / gehe dann zuden Rebm Tmuben/ oder andernFrüchren/ und blasegleichsam dieselbe an/so werden sich die Wespen nichtmehr blicken lassen.

7. Ehe wir dieses Capitel beschliessen/wollen wirCuriosttät halber noch folgendes beyfügen : EtlicheWein-Stock tragen jährlich dreymahl Früchte/nachdemAeugNÜß l)alecbzmp!l."clcap. 2/. üb. 16. plii-üi,allwo et meldet/er habe viel dergleichen Wein Stöckegesehen/ insonderheit zu Lyon / in dem Garten Wiikci-

mi (!gulii.

Die Stücke auswelchen ein Wein- Stock bestehet/sind unterschiedlich: Eine Nebe/ em.Schnitling/Iahr--wachs oder Rütling / Gaoelein/ Wein-Rancke/ Reb-Blat. i Die Rebe/oder die Ueb-<L?choß ist eine ziim-

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