Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
239
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Dritten Theils Drittes Buch.

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Unschlitt I.vrackm. Mastix/ Weyhrauch/Grünspan2.O.uintlein/gebrannt Saitz / gebrannter Alaun einhalb Quintlein / mische und mache es zu einem Pfla-ster.

Nimm vonden4.Gummi/ nemtich (ZsiKanum.Op.ponax, jedes !.O.uinrleiN / Hmwomscum und öcjel-Num,jedes2. QttintleM; mache sie zu subtilem Pul-ver / thue es in ein irdnen verglaserren Hafen / undschütte guten Eßig darüber ; Laß also 24.Stund langstehen/darnach beystarckemFeuer sieden/daß die Gum-mi zergehen/und wann siewohl zergangen/so seihe esdurch einen wüllenen Sack oder Beutel/ undtruckeesstarck aus/damitalles wohl durchlausse/ darnachlaße dem l.iczuc>rcm oder Sasst sieden/biß der Eßiggantz davon verinachen seye/ sterigs umgerühret/ damildie Gummi am Boden nicht anbrennen; Dann thuees vom Feuer hinweg/ und decke es wohl zu. NimmfolgendszweyPfundBaum-Oel/und ein halb Pfundneues Wax/thus in einem irdenen verglasurten Ha-ftn/setze es aufdas Feuer/ daß allgemach zerschmeltze;Wann das geschehen / so schütte gemachlich/ nach undnach/anderthalb Pfund rein gepulvert Silberglerrdarzu/stets umgerührt/biß alles wohl miteinander in-corporiret / unddieMateri einer geldlichten Farbeseye; alsdann nimm die obgedachte Gummi/ so am er-sten gesotten worden/und thue darzu einer Nuß großin diese letzte Materi; thue also nach und nach/ biß alleswohl zergangen / und untereinander vermischet seye/(man muß Achtung geben/ daß es nicht überlausse/und im Feuer verlohren werde/) ferner thue darzu/vonder zweyerley Hohl-Wurtzel / nemlich lang und runde/Galmey/Myrrhen/undWeyrauch/jedes i.Qumtlein/rein gepulvert/wie auch ein Quintlein Lorbeer- Oel/und zuletzt 4-Qumtlein Terpentin; laß mit einandersieden/ allezeit und ohne Unterlaß umgerührt/biß duPflaster daraus machen kanst. Alsdann thue es vomFeuer/ und schütte es in das Wasser/ daß du/ wann eskalt worden / mit den Händen (so du mitChamillen /oder Rosen-Qel schmieren solt) damit umgehen/undes also z. oder 4. Stund lang/ wieeinenTaig/knettenmögest. Darnach verwahre in einem wol zugemach-ten Geschier; Es kan sich xo. Jahr lang halten. Sei-neTugenden sind diese: Erstlich ist es gut für alleWun-den und Schaden / welche es trocknet/säubert/ undein reines Fleisch wachsen machet; Zum andern star-cket es sehr/ und würcket mehr in einer Wochen/alskein ander Pflaster in einem gantzen Monat thut.Drittens verhindertes/ daß niemahlen keineFäulung/tod Fleisch/ noch kalter Brand zu den schaden kom-me; Es ziehet die Kugeln/Nägel/Dorn/und derglei-chen aus den Wunden; Und ist auch trefflich gut fürdie Bisse der rasendcn Hunden/oder anderer giffrigenThieren; wie auch für den Rothlauff/oder die Rosen;Es ziehet das Eyter und Mareri aus den Geschwül-sten/Kontusionen/ oder Zerstoß - Zerquetschungen /und !nk!?inmcitinnen/ oder Entzündungen. Es ma-chet alle G eschwahr lind und weich/ daß sie schwahren;In Summa/ es hat alle die Tugenden/welche die Pfla-ster von der besten/und weiters hergesuchten compo-lüion in sich haben mögen.

16. Hefft-Pflaster. NimmHartz/Cummi Liemi ,

Terpentin/Juden-Bech/ Mastix / Weyhrauch /Agtstein / jedes ein Loch / zerstosse diese «stuck et-was gröblicht/und lasse sie hernach über einem Kohl-Feuer in einem Pfannlein zergehen/ rühre es unterdes-sen wol untereinander zu einem Pflaster / wenn nun je-mand eine Wunde/ so desHesstens gebrauchet/bekom-men / so heffre sie/ je ein Hasst von dem andern emcszwerchen Fingersweit/und mache dann Hessrmaisselvon diesem Pflaster/ und thue sie zwischen die Hesst.Dann nimmdasPflaster vonOiaquilvn, und segsaufdie Wunden. Endlich nimm ein weisses Tuch/ undnetze es in dem Wund-Wasser/drucks aus/ und netzees wieder in einem wohl-zerklopssten Ener-Klar/ legsalso über das Pflaster/ und laß also dieses Pflaster lie-gen/biß an den dritten Tag. Darnach binde es auf /und wasche die Wunden gar schön mit dem Wund-oder mir Rosen-Wasser/und leg andereMaissel hinein/wie zuvor/ und streich aussen umb dieWunden dieEal-be vonPappeln / und binds hernach über mir dem Pfla-ster Oi-itzuiion, wie das erste mahl. Im Sommerverbindet man einen alle Tag drey mahl / im Winterzwey mahl/ und last ihn allweg in der Wärme/ biß dieWunde heyl ist.

17. Zug Pflaster. Nimm gelb Hartz 2. Pfund /Wax und '-Äutter-Schmaltz/ jedes einViering / Un-schlirs.Lorh; Laßalies zergehen/thue darzu Terpen-tin z. Loth/ und wann es kalt werden will/ so schlag dar-unter ein Eyer-Dotter/so ist das Pflaster bereitet.Nimm Wax 6. Loth/ Rosen-Oel 6. Loth / Bleyweiß /s. Quintlein/Silber-Glert i, Loth/ GoldGlett zweyQuintlein/Colophonien 1. Quintlein / mische es zu ei-nem Pflaster.

18. Kühl-Pflaster. '^'mm Wax/ Lein-Saamen/Mastix/ Bocks-Horn (t-o-num^r-ecum) Weyh-rauch/Campsser/ jedes 4. Loth/Terpentin 4. Loth/Baum-Oel ein Loth. Mische diese ^?ruck in einemPfännlem über dein Feuer zu einem Pflaster.

19. Mittel für die Loinuilon^s: Nimm Honig /das thue sehr dick auf Werck/ und legs aufden Scha-den/nachdem du ihn zuvor mit Spinn, vini gebahethast/dessen du auch ein wenig aufdas Werck und aufdas Hönig schütten sollst. Mit diesem Mittel ist einKnab geheyletworden/ dem/ als er auf das Angesichtgefallen/stracks die Stirn so dick als ein Ey aufgelof-fen/ welches dann gleich den andern Tag dardurch^ ge-heylet war. Der 8p>ncus Vini ist in solchen Fallennoch viel besser/wann er mit der Tinttur von Johan-nis-Kraut(ti/pcricon)iinprTKnirt ist. Nimm Maß-lieben/ siede es im Bier/ und legs warm auf/ oder legszerquetscht auf/es lindert und heylet gewaltig sehr. I-tem Dosten - Sasst mir Oel temperir? / ein Baum-Wolle darein genetzt/und übergelegt/thut gute Hülssden Gliedern.

20. Geronnen-Blut. Wann ein Mensch fällt /oder etwas auf den Menschen fallt / auch sich hartstos-set/daß zu besorgen ist/es seye geronnen Blut in ihm/so nimm Eychen-Kohlen ein Quintlein/Kerssel-Was-ser/ breirWegrich-Wasser/jedes 1. Loth/rühr dieKoh-len wol in die Wasser/ giebs dem Menschen zu trin-cken/so bald es seyn kan/ dann je ehender je besser. DieKöhlen sollen in; Zunehmeil des Monds/ drey Tag vor

dem