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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
234
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Des Adeltchen Land-und Feld-Lcbenö

sotten/so lang als harte Eyer / hernach in dem Mundgehalten/ so lang und warm man eö leiden kan.

Oder Feigen in Milch gesotten/ dann die Milchwarm in dem Mund genommen.

Oder nimm Chamillen/ Mahn-Saamen undHanff/ thue es in ein Säcklein / sied es in Geiß-Milch/solang als harte Eyer/ dann leg das Säcklein überden Backen / und nimm die Milch in dem Mund sowarmals möglich.

Item /schneidet ein wenig Brenneßel-Wurtz zu klei-nen Stücklein/sicds in ein Achtel-Maaß Wasser/sol-ches Wasser in dem Mund wohl warm genommen/zie-het viel Schleim aus. Dergleichen: Thut vor einenKreutzerFrantzosenSpan in ein Achtel-Maaß Wein-Eßig/so lang als harte Ener gesotten/ vom Feuer ge-^ than/voreinen Kreutzer Rheinischen Vrandrwein dar-! ein gegossen/und warm im Mund genommen.

Item/ laß das Kraut von weissen Rüben in Milchsieden/ legs ausden Backen/ so warm du lauft. Mankan auch Wollen/von einem Betzen/zwischen ein Tüch-lein/ dann auf die Geschwulst des Backens legen/ undTag und Nacht darauf Wen / es zercheilts.

Jtem/röst Hüner-Salben in Pappel-Oel/legsüberden geschwollenen Backen/ ist ein köstlich Mittel.

Jtem/Agtstein-Oel/ hinter das Ohr geschmiert/ istauch gut. Oder/ leg ein Kren oder Meerretig in ei-nem Tüchlem auf den Arm auf die Mauß/ da dieZahnwehe thun. Er ziehet bißweilen Blasen auf/ ist abernicht schädlich. Oder gehackten Knoblauch / guteSeiffen und^valtz/jedes gleich viel/ legs auf den Arm/da die Zahn nicht wehe thun / ausden Puls/laß es 24.Stund liegen/ so gleich nach solcher Zeit / würffs in einfiiessend Wasser.

Item/nimm Rosen-Essig/ Pfeffer und Meel/macheein Pflästerlein dara.us / legsauf den Backen/ da derSchmertzen der Zahn ist.

68. Vor das Zittern. Gelb Fenchel - Wasser istgut denen/die der Tropss getroffen/ m der Seiten /das Paralysis genandt / getruncken/und die Glie-der damit gefchnuert/und gerieben; Ver-treibet auch das Zittern derHände.

1.1H.

Allerley Wunden zu heilen.

Je Wunden insgemein zuheilen. Nimm^ Wasser/darein wirff einen lebendigenKalch/l^Tbiß es keinen Kalch mehr lulvierr / laß esdurch ein Tuch sauber ablausten ; Thue z.Maaß vondiesem Wasser in eine Phiol mit einem langen Hals;Dann nimm anderthalb Quintel Corrosivischen Ve-nedischen Sublimat/mache ihn zu Pulver/ thue ihn ineine andere Phiol / mit zwo Untzen / oder 6.Löffel vollBrunnen-Wasser/ mische und rühre es wol unterein-ander/ so wird es wie Milch werden. Dieses Wassernimm in die eine Hand/ und das Glas mit dem Kalck-Wasser in die andere Hand / rühre sie beyde um; undgiesse dann den loivirren Sublimat geschwind in dieobgedachte Phiol/ darinn dasKalch-Wasser ist/rührees wol miteinander um / so wird das Wasser gantztrüb werden. Darnach lege dieses Glas auf eine Sei-te/ dergestalt / daß das Wasser schier / und doch nichtauslaüsse / auf daß man es nicht viel bewegen dörffe/wann man davon etwas ausgiessen will / laß es alsoeine Zeitlang still liegen / so wird sich die dicke Materidarein zu Grund setzen/und das Wasser oben hell undlauter werden. Wann du es nun abgießen willt / sokanst du gemählich den Hals des Glases nur ein wenigbiegen/damit nichts von der Materi mir heraufgehe/und so viel lautere Wasser davon abgiessen/ als dir be-liebet. Mache dieses ein wenig laulicht; (es ist aberzubemercken/daß es in keinem Metall oder verglasur-ten Hafen soll gewärmet werden) netze darinn ein vier-doppelt leinen Tuch/ und schlage es über den Schaden.Es wird den Schmertzen iindern/das gute Fleisch vombösen abscheiden/ und den Schaden heilen. Der Pa-tient soll au ch eine gute Diät halten/ und folgendes ge-brauchn: : NimmeinUntzKrebs-Augen/stossediesel-

be zu subtilem Pulver/ thue sie in 6. Untzen starcken Es-sig/ rühre es wohl durch einander/laß es also zwey oderdrey Tage stehen / iiilnr es durch ein grau Papier.Von diesem filtirten Eßig gieb dem Patienten dreymal des Tages zu trincken / jedesmal 2, oder z. Löffelvoll/ als nemlich des Morgens nüchtern um H.UHren/und des Abends / wann man schlaffen gehet. 5OasWasser/ damit man die Wunden auswaschen soll/ma-che aiso: Nimm Braunellen/ Agrimoni/ Chamillcn/Dasten/ Rothbucken/ eines so viel als das ander / .gießWasser daran/laß garwohl durch einander sieden/dar-nach nimm es vom Feuer/ seihe es durch ein saubersTuch; thue es in einKorb-oder Gitter-Glas/ und be-halte es gar schön. Darvon nimm ein wenig / wanndu sein bedarffst. Ein ieglicher/dennit Wunden willumgehen/ der bedarff sein garwohl/ dann es nimmtvon der Wunden die Stich und Geschwulst.

2. Die Wunden zu reinigen : NimmBaum-Oel2.Pfund/Wax z.Loth/Griechisch Pech 4.Loth/ Ter-pentin 4.Loth/Mastix 2. Loth/Glett / Galbani 2.Loth/und Scrapium , lege es in Eßig über Nacht / laß sieden in einer Pfannen/ darnach lege Wax/ Pech / Gal-! banum/ Sercipium zu letzt darein/den Galbani/Mastix/. Weyhrauch/ zu vor alles gestossen / ohne das Pech undGlett/ rühr es wohl mit einem Spadel / und wann eserkaltet/ so behalt es. Es ist sehr gut.

! Brenne Wein-Reben zu Pulver oder Ascl's / undmache von der Aschen eine Laugen / und wasche dieWunde damit rein aus/ so saulets nicht.

Nessel-Blatter gestossen mir Saltz/und ein Pflaster^ daraus gemachet/reiniget die unreinen Wunden/ und, vertreibet das Schwähren.i Nimm Pappeln und Rosen/zerstosse die mit Wein/

und