Dritte!! D
wasche/ wie den ersten Tag ; Aber man muß zum we-nigsten neun Tage nach einander alle Morgen vorob-gedachten Aufschlag wieder darauf legen/ wie auch alledieseibige Tage nüchtern dergleichen Tranck wie denei st en Tag einnehmen. Welches man wohl noch lan-gercontinuiren könme/ ohne Gefahr/so man wollte;Wann aber/ehe die gedachte neun Tage erfüllet undausgangen/aufhörete/so stünde man in Gefahr/daßmandasGiffr nicht gantzlich vertrieben/oder getödtethatte.
64. Ein vortrefflich bewahrtes Mittelvor dieWas-sersucht: Man nimmt ein halb Lorh Linden-Kohlen/ein halb Quimlein blaue Krebs-Augen/ und 1. Quinr-lein Galappi/diese z.Stuck gar klein gepulvert/ alsdaüunter i.halb Pfund Holler-Larwergen gerühret; DasGeschirr muß etwas groß seyn/weilen die Latwergen! sehr in die Höhe steiget; Wanns angemacht ist / lastmans über Nacht stehen; folgends muß man alle Mor-gen einen Löffel voll darvon essen; Eine Stund dar-auffasten/und dann eine Suppen essen / zu Nachtswann man ins Bett gehet / wieder einen Löffel vollgenommen/und wann man zwey halbe Pfund geessenhat/ so wird man genesen mirGOrtes Hülff. Ist offrprobirt/ und wahr befunden worden.
Oder/ nimmKunschrotten/ und Korn -Blumen/brenn einen Aschen daraus/ thue ein Maaß Wein/und ein Maaß Wasser daran giessen / laß es sieden solang als harre Eyer/ hernach stehen/ biß es fallt. Fol-gends Morgens und Abends darvon getruncken.
Oder nimm Ehrenpreiß/ Korn-Blumen / Roßma-rin/ Andorn und Kunschrotren/ alles zu Pulver ge-brandt/ und thus es indes Patienten trincken.
6s. Wolff. Wann einer einen Wolss gegangen/so schmiere er den >oc^m affcctuin, mit Bocken-Un-schlitt. Gleiche Würckung haben auch gebrandte^ Schnecken-Häuser mit Hüner- Schmaltz temperiret/und daraufgeleget. Bleyweiß-Salblein oderDör:-Salblem ist auch bewahrt.
So es aber einen in dem Hintern-Leib t. b. zusekr' brennete/so kan maneinwüllenes Fiecklein inWüllkraut/Rosen« oder Baum Oel/tuncken/und auflegen/oder sich mit Hirsch-Unschlitt wol schmieren.
Item/nimm eine starcke Phiol von z.Ac^tel-Maaßdie thue halb voll guten Baum-Oel/und fülle das ü-brige mit grossem Taback ( ^icvtisnsgenandt) stopftedas Glas wol zu/ und bedecks mit Pferde-Mist / laß esalso ein Monat darinnen stchm/so wird das Oelgantzgrün davon werden. Solches nun zu gebrauchen/mußman den schaden mir seinem eignem Harn auswa-schen/wieder abtrücknen/ ein leinen Tuch in gedach-tes Oeltuncken/und zweymal des Tages darauf le-gen. Oder nimm Schlangen-Kraut beederle» Ge-schlechts/jedes 4.Loth/spitzige Osterluc«» und Wall-i wurtz/ jedes ein halb Pfund/stosse es zusammen mit an-j derthalb Pfunden gewaschenen Terpentin und 8.Loth' Eyer - Oel / daraus mache eine Salben ; Was! nun diese Salben nicht heilet/ das wird schwerlich? von anderer Artzncyen auch geschehen.
66. Vor Zauberey und Hexenwerck / auch über na-türliche Melancholey/ da einem Menschen deucht/alswollte chme Himmel und Erden zu enge werden / be-
IIl7 Thelt.
-Drittes Buch. 29z!
schreibet Herr l)c»6tvs O^cicnius, wye-
land I^rczsetlos zu Marpurg in seinem ^lirsbilium na-turs lidro, ein solches Hinuictum : Man soll neh-men eine Hasel-Nuß/ so ein wenig groß/ und vonNa-tur/ oder durch einen Wurm durchfressen/ ein Lochhabe/durch dieses Löchlein soll man mir einer Nadel/fleissig alles das jenige / so noch darinnen/ zermalmenund heraus thun/ alsdann das oder lpccu-
luin p ,voms, das ist/den Spiegel von einer Pfauen-Feder/ hinein schieben/ und so viel als die Nuß noch fas-sen kan/Quecksilber darzu hinein lausten lassen; dar-aufdasLöchlein mirgerechtemJungfrau-Wax (ist derVorschoß/oder das jenige / so die jungen Bienen zuerst pflegen zu machen ) sustopffen / die Nuß in rochCarmesin Taffent Srücklein einneben / und an denHals hangen/so werde man Wunder erfahren; undspricht gedachter Herr vc>K..r, daß hiermit Leuten/dieda gemeinet haben/ sie müsten vor Angst vergehen/ge-he lssen.
(Lso einer durch zauberische genmchte Liebe von Sin-nen kommen/oder sonstenvon zauberischen Menschenverzaubert/ daß er darüber von Sinnen kommt/ demhilff also: Nimm »/pci-icon eil» und eine halbe Handvoll/edler Thorant/Z.Handvoll/des edlen Wieder-thons /eineHand voll/ und siede dasselbige in z.MaaßWein/davon laß denKrancken Abends und Borgenstrincke/auch zuMittag einen starckenTrunck thun/ dasthue er Tag nacheinander/und am Z .Tag des Mor-gens früh/so gieb ihm ein vra Km. oder ein halb 'Orackm nachdem die Person starck/ der edlen Am-ber-Körner alle Morgen ein/daß solle er auch 7. Tagnach einander thun; Wann ihm aber der Teufel hartzusetzet/so soller ihm das folgende Bad zu richten.AlsNim t-i/pcricon Z .Hand voll/Dosten 2. Hand voll/des edlen Thorantö eine Hand voll. Zweyerley Wie-derthon/-ina L.Hand volk/kochesolches in stillstehen-dem Wasser/das geschöpffet ist/ laß den dritten Theileinsieden/darinnen bade den Patienten solang / biß ergesund wird / 9. Tag nacheinander / und alle Tag einander Bad: Des vorgemelderen Trancks und Pulversaber unvergessen; So wird er/ ohneZweiffel/gesundwerden.
Wer sich des Zauberns befürchtet/ oder bey solchenbösen Leuten wohnet/der soll nehmen des guten pe-ricon, des edlen Thoranrs/ das nach der rechten Iniluen? desHimmels gegraben/häncke das an alle Eckendes Hauses/Stuben/Kammer und Keller / und legsindieBett; Dumustesauch amHalstrazen/so willich dir geloben / daß dir keine Zauberey wiederfahrenmag; Du magst es auch zu 8. TagenPulver.weiß imLeib gebrauchen; Auch dem Viehe unter dem Saltzmittheilen/ so bist du vor aller Zauberey sicher.
67. Zahn-Schmertz. Nimm Bertram- Wurtz/Gall-Apffel/Alaun/Pfeffer/jedes ein Loth/unter eineander gestoßen. Hiervon einer Erbiß groß auf di-schmertzlMfften Zahn gelegt; etlich mal gebrauchet/zie-her den schleim aus/ und stillet den Schmertzen.
Oder thue Campffer- Oel in ein wenig Baum-Wollen ' und stccks in dem Zahn,
Jrem/ ein Quinr Mastix / ein wenig Granaten-B'uh/Eichen-Laub/und^zchlehen im rothenWeiu ge-
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