Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

2Z2

Roßmarin-Wasser/ gelb Violen-Wasser / unrereiu-mider gemenger / kall inden Mund/ wann es warmwird / so speye es aus/ uud nimm ein anders hinein/das thue oftmahls des Tages/es ziehet viel Schleimheraus. So em Mmsch Sprach-loß liegt. NimmRingel-Blumen/ die inwendig braune Dottern ha-ben/siede sie in Wein / so lang als man ein weychesEy siedet/ reibe dann/so es bedarff/den Schlaffhattdarmit/und gieß ihmein Löffelein voll in den Mund /ist bewährt/ daß die Sprache wieder kommet. SsosseLorbeerund Saffran untereinander/siede es inWein/und giebs dem Menschen zu trincken. Nimm dieSpitzlein vornen von der schmalen Salbey / lege esj inSalbey-Wasser/ dieselbige Spitzlein lege demKran-^ eken unter die Zunge/ und reibe die Zung wol mirSal^! bey/ desTages ungefehr drey mahl. Dder gieb ihmeein Schlag-Wasser / und ein Pconien-Blat/ und wei-che dasselbe in das Schlag-Wasser/ lege es ihm unrer^ die Zung/es hilfftmirGOrresHü'.ffe.! 60. Spnhl-Würme. ici,sind Spuhl-Wür-^ merz die solt du also erkennen: Dein Patiencen ist um! den Nabel wehe / und gehen durch den Magen auch' dißmeilen oben einige heraus durch den Mund. Nimgebrcmdt Hirsch-Horn 1.Loth/und so viel Saltz / siede! es mit einander mit 4.Löffel voll Wasser/ und giebs demKrancken zu trincken; Thue es drey Tage nach einan-der/so sterben sie.

Oder/ nimm ein Eyer-Dotter/ ein Loth Kreiden/4.Löffel voll starcken Eßig/und gieb ihn das nüchtern z.Tage/so sterben sie gleichfalls darvon.

61. Versperrung im Leib. Nim ein Kraut-Haupt/thue einen Creutz-Schnitt darein/dämpffe es in einemstollichten Hafen eine Viertel- Stund lang / dannschlags in ein Tüchlein/ und legs auf den Leib. Eswird den Leib bald eröffnen.

62. Undauung. Em sehi' gutes Wasser für dieUndäuung: Nimm zwey grosse gläserne Geschirr / sooben weit sind/und jedes z.Maaß halt/ thue in jedesdritthalb Maaß über Aniß destillirten Brandtwein:ferner darzuso viel rothe Klapper-Rosen/als hineinkönnen/und laß es ^.Stunden baitzen; Darnach sei-he diesen l.ic>uorcrn ab / thue frische Blumen darein/und laß wieder/wie zuvor/baitzen; Dieses thue dreymal / das letzte mal laß sie 6. oder 7. Tage baitzen; dar-nach drucke siewohl aus/und seihe den i^uorem alleindavon/welchen du wiederum in das Glaß mit 6.Untzengrosser Spanischen Zibeben / ohne Kerne / ein PfundKirschen/ und ein Pfund feinen Zucker schurren sollt;mache das Glas wohl zu/ und bewahrs / damit du es/wann du desselben zur Verdauung von nöthen / statteines Brandtweins frühe und Abends ein Glaßleinvoll trincken könnest.

6z.Unsinnigkeit. Ein ohnfehlbar und vortrefflichesMittel für die Unsinnigkeit und Raserey. Wann ei-ne Person / oder ein Thier/ von einem rasenden undtollen Thier/ oder Menschen gebissen worden/ und eseine offne Wunde ist: so muß man vor allen Dingendie Wunden wohl reinigen und saubern/ auch mit ei-nem eisernen Instrument/ ( nicht aber mit einem Mes-ser/ dessen man sich zum Essen bedienet /) abschaben/doch daß man nichts abschneide/ es wäre dann / daß

— ^

vielleicht etwas Zerrissnes sich darinnen befände/wel-ches sich schwerlich mir den andern Theilen wiederjunZiren möchte. Darnach muß man die Wundenwohl auswaschen und bähen/ mit Wasser und Wein/so ein wenig laulicht gemacht/ und darinn man zuvorso vielSaltz/als man mit z.Fingern halten kan / ge-than habe. Wann nun die Wunden auf diese Wei-se wohl gesäubert und gereiniget/so muß man nehmenRauten/ Salbey und von den wilden Maßlieben/wel-che auf dem Feld/und aufden Wiesen wachsen / Blät-ter und Blumen (wann deren daran sind ) jedes einehalbe Hand voll / oder mehr/ der Proportion nach/wann man etwann viel Wunden / oder viel Personenzu curiren hätte; Für eme Person aber / und einsWundeist eine halbe Hand voll von jeglichen genug.Man kan wohl ein wenig mehr von Maßlieben / alsvon den zwey andern nehmen. Nimm auch darzu et-liche Wurtzel von Hunds-Dorn / oder wilden Rosen-stock/vor der zartesten/nach Proportion der andern;Und wann du von der Scvr^oncra oder Schlangcn-Mord hast / so gemeiniglich Spanischegenenet wird/(wiewol man derselben nichts destoweni-ger auch so gurin Franckreich findet/als in Spanien) jonimm die Wurtzel davon/und hacke solche Wurtzem/und insonderheit die von wilden Rosenstock/ jeyr Nein.Thue zu diesem allen s. oder 6. kleine Kern von Knob-lauch/jeden einerHaftl-Nuß groß. Stosse am erstendie Wurtzel vom wilden Rosen-Stock/und die Sal-bey in emem Mörßner/und wann du diese beyde ge-nug gest offen / so thue und stosse auch in demselbenMörßner alles das übrige/ nemlich die Raute und dieMaßlieben/ Knoblauch und Wurtzel von der Lcvr-on-ra.oderSchlangen-Mord/mit ohngefehr einer hal-ben Hand voll / oder so viel groben Saltzes / als mandessen mir dreyen Fingern halten kan; Oder ein we-nig mehr/ von weissen Saltz; mische alles wohl unter-einander/und mache aus diesem allem einen Aufschlag.Nimm von diesem Aufschlag und legees aufdieWun-de/wie ein Und so etwann die Wunde

tief wäre / so wäre es gut und nöthig / daß man vomSafft gedachter inZrcaicmien hinein tropffen liesse;Darnach soll man von dem besagten Aufschlag auf dieWunde legen/ und dieselbe wohl verbinden/ und sie al-so biß aufden folgenden Tag lassen. Wann das ge-schehen/so schütte auf das übergebliebene von gedach-tem Aufschlag/ welches wohl ss dick als ein gut Hüner-Ey seyn wird/ ein halb Glaß voll weissen Wein/oder(wann du den nicht haben kanst/)so vielandernWein;und nach dem du es alles mit einander ein wenig in ei-nem Mörßner mit dem Stempffel vermischet hast/soltdu es durch ein leinen Tuch seihen / und den Safft da-von austrucken/und denselben demPatienten nüchternzu trincken geben / nachgehends ihn dem Mund mitWein und Wasser ausschwencken lassen / dadurch denbösen Geschmack dieses Truncks wegzunehmen; wel-cher Trunck nothwendig ist/ zu verhindern/ daß dasGifft das Hertze nicht einnehme / oder dasselbjge wiederheraus zutreiben/ wann es schon darein kommen wäre.Man muß in z. stunden / ohngefehr nach diesemTrunck/ nichts anders essen oder trmcken. Es ist nichtvon nöthm/daß man die folgende Tage die Wunden

wasche

Des Adekchcn Land- mW Feld^ebenö