150 Des Adeilchen L!an
ne Büchsen / bestecks mit Zimmet und Nägelein / undHiesse den Zucker/ wann er erkaltet / darüber / daß sieallerdingsdamit bedecket seyn/ sonsten lauffen sie gernean.
2. Quitten einzumachen/ daß sie ein gantzes Jahrzut verbleiben: Nehmet eine Quantität Quitten nacheurem Gefallen / schaltet sie/ und nehmet die Kerneheraus / die Scbalen und Kerne behaltet beysammen/darauf kochet die Quitten / biß sie ein wenig weich sind/dann nehmet sie heraus / und lassets kalt werden / dasWasser nun/ darinnen die Quirlen gekochet worden/setzet wieder auf das Feuer / und werbet obige Schalenund Kerne / nachdem sie zuvor zusammen wie ein Musgestampffet worden / darein / und lasset es so lange ko-chen/ biß es dick werde / (sollen die Kerne und Scha-len nicht genug seyn / kan man auch kleine Qumcn zer-siampffen/ und darein thun/) nachgehends seyget esdurch ein grob leinenTuch / leget die gekochten Quit-ten in ein Gesäß/ und giesset den dm chgeseygten Safttdarüber/ daß sie gantz bedecket werden/ undwann siewolten in die Höhe steigen / waren sie mir etwas zu be-schwehren/ darauf bindet das Gesäß fest zu / und las-set es also 14.Tage stehen/ so werden tue Quitten durckihre eigene Kcasst pr-elcrvirl und erhalten; Soite sicheine schimmlichte Haut melden / ist selbige wegzuneh-men/ und kan der Safft / nachdem die Quitten dar-aus genommen/ wiederum ein wenig gekocht/ und aufsneue aufgegossen werden.
?. Gewürtzt- und ungewürtzte Quitten-Latwergen:Nimm geschälte Quitten/ schneidszu dünnen Schnitz-lein / dann nimm zu einein Pfund Schnitz i. PsundZucker/ und i. Seidlein ausgepreffcen Qmlren-Safft/laß die Schnitz i» dem Saffr em wenig sieven/solgendsthue den Zucker da', zu/ lass unter bestandigemRühcen/ferner sieden/ alsdann rühre von emer Citronen dasMarck/ und etwa in einer Viertelstund hernach dieBitzelein hinein / laß sieden/ biß es auf einem zinnernTeller gestehet / und wanns erkuhlet/ in Schachteleinaefasset/ und etliche Tage in der warmen Stube stehenlassen / daß es recht trucken wird; Will mans gewmtzthaben/ sonimmMuscaren-Blüh/ Muscaten - Nuß/Angber/Cardamomen/ Nägelein/ Zimmet/Cal-mus/ Galgant/ eines so viel/ als des andern/ allesgröblich! zerschnitten / und wann die Latwerge fertig/so rühr alles hinein / darff aber nicht mehr sieden,Wieviel man des Gewürtzes nehmen will / stehet in eines je-den Belieben.
4. Eine rothe GallenchteMarmelade von Quittenzumachen : Schählet die Quitten/ nehmet die Pu-tzen heraus/ und werffet sie gleich in kalt Wasser/ da-mit sie ihre Farbe behalten; Darnachschneidet sie indünne Schnitten/ und werffet sie allezeit wieder inskalte Wasser / alsdann zu jedem Pfund dieser Qu itten/nehmer z. Pfund Zucker/ leget eine Lage Zucker m die5 Pfanne/ und dann eine Lage Quitten/und machet essofort/ biß sie all; in die Pfanne geleget sind ; Sehetaber zu/ daß die Ober-Lage Zucker sey/ scher es zu ei-nem gelinden Feuer/ und decket sie wohl zu ; Wannihr mercket/daßsiemürbewerden/und fangen an/ rothauszusehen / so lasset sie hurtig fort sieden / biß alles
und Fetb^edeuo
klar werde/ und der Syrup gallencht / alsdann hebetihn auf.
s. Gallerte von Quitten zu machen : Nehmet Quit-ten/ schahler sie/ und nehmet die Hülsen und Kernheraus/ theilet sie in Viertheil / alsdann nehmet emenirrdenenTopff/ (Hafen/) welcher ein Slübichen (oder4. Maaß) m sich hält/ mit einem engen Mund-Loch/thut darein z. oder 4. Hand voll von den Kernen aufden Grund / darnach die Quitten / kleidet es dann zu/und setzet es in denOfen/mit Hausbacken-Brod;^Dar-nach treibet es durch einen härenen Beutel oder ^>ack/so geschwind / als ihr könnet / zu jeden» Pfund diesesdurchgetriebenen / nehmet 1. Pfund schönen Zucker/thut solchen darein/ lasset es stehen/ b»ß er darmn zer-gangen/ dann setzets auf kleine Kohlen / und wann esanfängt zu schäumen / nehmet solchen ab/ giesset zu je-dem Pfund Gallerte/1 .Löffel voll Roßmarm Waffer/dann lassets / unter stetem Rühren sieden/ biß es emerechte Dicke bekommt/ solgends verwahret es in Glä-sern.
6. Weixeln lang frisch zu erhalten : Nimm schöneWeixeln/ die frisch und trucken seynd/ Mit samt denStielen/ thue sie »nein zinnern Geschirr / und machees auf das genaueste zu/setze sie in einen Keller/ in einenfrischen Sand / so bleiben sie gut / biß mans gebrau-chen will. Man verrichtet solches auch folgender Art:Man thut in einVäßlem Zucker/ Zimmet und Näge-lein streuen / hernach eme LageWeixel/ ferners Zu-cker/ Zimmet und Nagelem/ und abermahl eine LageWeixeln / und so fortgefahren/ biß das Väßlein vollist/ alsdann zugeschlagen / so werden sie ein gantzesJahr erhalten/ oder so lang / biß mans ausmachet/Wanns aber einmahl eröffnet / so bleibm sie nicht garzu lange mehr/sie sind sehr lieblich/und wohl zugemes-sen.
7. Herrlich bewährte Pest-Latwerge: Erstlich/ nimmfrische Rauten/ Wermuth/ jedes eine Hand voll/Wel-sche Nuß-Kern von io. Nüssen/ Allant / runde Holl-wurtz/jedes anderthalb Loth/ weiffenDwtam/Cardo-benedict/jedes ».Loth / schwartze Nieß-Wurtz /Pim-pernell/jedes em halb Loth / Saltz ein Quintlein/stoßalles zu subtilen Pulver / nimm dann z.Pfund Hönig/mach alles zu einer Latwergen / darvon 2. mal in derWochen/allezeit ein Quintlein auf einmal in gutemWein eingeben; darauf muß man vierdtehalb Stundschwitzen/dann soll man den Krancken wieder erqui-cken / mit ^?peiß / dieleicht zu verdauen ist / seinTranck soll seyn Cardobenedicten-WassermitCitro-nen-Safft vermischt/dieses stärcket den Krancken/undwiederstehet den Gifft; So aber 24.Stund um sind/soll ihm die Latwergen wiederum gegeben werden/undwiederum z. Stund geschwitzt / es muß der Menschneunmal nacheinander schwitze«/ dann sonst steckt sichdie Kranckheit wieder / bey diesem Krancken soll stetsFeuer gebrannt werden/aber mit Wachholder-Holtz/dis reiniget den Lufft/ sonderlich bey dem Krancken.
8. Ruhr - Latwergen zumachen : Nimm Sau-Korh/der frisch ist im Sommer aufder Halt/dörredasselbe in einem glasurren Hafen / wohl vermacht zuPulver/nimm dieses Pulvers ein Pfund / des guten
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