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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Des Adelichen Land-und Feld-Lebenö

theuer und nicht wol zu bekommen ist/gebrauchen.Der-gestalt/ daß mit einem oder zweyen Maaß starckenWein / so zum öffternmal für wenige Personen übereinem Mittags.Mahl nicht genug/ ein grosser Taig/darvon viel Menschen eine gantze Wochen essen kön-nen/gar wol kan angemacht und bereitet werden/ auchmit viel leichter und weniger Mühe und Unkosten/ alsWürtz-Brod. , .

?4. Von allerley Essig /kan man gar leicht em nutz-liches Brod machen/ diese trocknen/ und kühlen ein we-nig/ und ist mit etlichen Löffel voll Essig/einen gantzenTaig ein lieblicher Geschmack und guter Geruch bey-zubringen. Also kan man auch von Rosen-Esslg/ Ro-sen-Brod/von andern anders / nachdem einem jedenentweder gelüstet/ oder aber die Nothdurfft erfordert/Gesunden und Krancken/ zu Dienst und Gefallen/ ba-cken. ^

Das Bier-Brod/kan man gleicher Wets vongutem herzlichen Bier/für reiche Leute/ wann sie sowderlich mager und abgezehret sind/machen/ dann esnähret sehr wol: Aus Nach Bier/ oder Covent aber/^ für die Armen/ dann ein Stück solches Brods / speisetj gewißlich besser / als zwey Stuck anderes gemeines! Brods. Es machet auch sehr fett / welches die Nieder-länder und andere schleckerhaffrigePrasser wol wissen/welche ihre Capaunen mit Bier und Brod inkurtzerZeit/sehr fett zu machen pflegen. Smmna / es be-kommt und nutzet dem Menschen solche Speise wol/welches an den grossen und selten Cörpern der Hopf-ftn Brüder /in den Bier-Landen / leichtlich abzuneh-men. Dergleichen Aet ist auch / daß man von Wemund Brod machet/ und anbey viel besser und krässriger;Dann vor einem Pfenning wehct Brod/in einemTrunck Wein/erquicket und machet mehr / dann einegantze Maaß Bier/und ein Laib Brod / welches intheurer Zeit / in Besatzungen und Feldzügen/auch wolin Acht zu haben/ dann es starcket die Kriegs- Knechte> sehr/ machet aber doch nicht truncken/welches bey ih-nen hoch vonnöthen.

?6. Das Honig-Brod backet man auch; Ob eswohl ein Herren-Essen ist/alldieweil es von wegen der! Wüttz/-so gemeiniglich theuer/viel kostet/und beydemj gemeinen Volck nicht gemein ist; Jedoch/ weil auch! die Bauren/Bienen ziehen/und also durch GQttes! Gnad/an vielen Orten/ bevorab in den Mitternäch-^ tigen und Ostwartischen Landen/Honig genug; Ja/auch bey uns / eine ziemliche Nothdurfft vorhanden;! Warum sollte man daraus nicht Brod backen ; unddamit es nicht so viel koste/muß man nicht eben Wür-tze darein thun. Dis Brod / oder wie mans nennet/Lebkuchen/ können die Bauren am Spessart trefflichwohl/ halten auch mehr darauf / wann sie übel zu baßsind/als auf alles Apothecker-Schmiriack/undtrin-cken darauf ihren Malvasier/des Brandweins einenguten Trunck/ dann ist ihnen geholffen. Item/ in ob-liegenden - schweren Kriegs-Nöthen/pfiegen die Ober-sten auf eine Vorsorg / mit zwey gebacknen Honig-Brod / welches dann sonderlich in dem Winter/ undauf dem Wasser/sehr gut speiset/sich zu versehen. Istes aber nur einmal gebacken/so soll man es zu kleinenStücken reiben/und wiederum zu Laiben machen/und

noch einmal backen/alsdann hält es sich länger/ unddinet auch besser zur Sättigung.

37« In Winters-Zeiren/ auf dem Wasser /und inden Mitternachtigen Landern/ kan man nach Gelegen-heit / vom Brandwein / das Meel damit eingesprengt/Brod machen. Solches Brod sättigt ggr bald/machtauch wol trocken/daß es also an statt des Weins/wosolcherabgienge/ zugebrauchen. Insonderheit aberist den alrm Leuten; Item / die kaltersind/und übel däuen/ auch denen so Obst und Fischeessen müssen/ sehr nützlich und gesund.

38. Von fremden ausländischen Weinen/ als dasind Malvasier oder Crerenser/ Muscateller/Ungari-scher/ Spanischer / Alicanten / und dergleichen / ist'auch wol Brod zumachen; Dann oberzehlter Wein/nur eine halbe Maaß/ kan einem gantzen Taig einenherzlichen und lieblichen Geschmack geben/also/daß dasBrod davon/ nicht allein gesund/ sondern auch zu essennießlich und anmuthig wird.

39. Das Oel-Brod / wird von allerley Oel / unterdas Meel gethan; Unter allen aber ist dieses das ge-sundeste/ jo vom frischen Baum-Oel bereiter wird;Dann/so wir ohne das tägliche oderTisch-Oel-SsXiß/zu ejjen pflegen/sonderlich aber den Kmdbetteur und/ungen Kindern bekommt solches wohl: Warum sol-len dann hungerige Leute/ weil es bevor sehr sättiget/und reichlich nahrer / sich daran auch nicht erholen.Man kan auch von andern Oelen/ welche gleichfallsauch bald sättigen/als da sind Nuß-Oel / Bein-Oel/vor arme Leute / Brod backen. Dann / so Mönche/Nonnen und andere Geistliche Ordens - Leute / ausAndacht und sonderbarer MDgkeit oder Fasten/ge-meldre Oele essen/und damit den Hunger stillen;War-um follreu dann nicht auch andere Leure / im Fall derNoch/sonderlichen anderen Orten/da es viel wächst/oder anderstws/da es nicht theuer/und leicht zube-kommen ist/ solches zur Speise und Kost gebrauchen;Gleiche Kraffr / wie durch Erfahrung probieret / hatauch Mandel-Oe! und Rindern-Schmaltz/von wegenihrer übrigen hohen Eigenschafft/welches dieKriegs-Leute / so osstermals etliche Täge / in der Schlacht-Ordnung stehen/und in der Rüstung seyn / auch diejenigen/so offt und viel auf dem Wasser fahren müs-sen/ wol mercken sollen. Also ist auf diese Weise / anProviant und Victualien/ viel zu erspahren.

40. Wann e>ner wollte / an statt des gemeinenWassers/ von gebrannten Wassern/der gesunde oderkrancke Leute/zum Brod-Backen nehmen/möchte ersolches am füglichsten thun mit Rosen-Wasser/Och-jen-Zungen-Wasser/ Melissen-Wasser und andern/dieMenschlichen Leiber/wider mancherley zufällige Pre-sten des Hertzens/zu stärcken/ oder mit Majoranen--Wasser / Müntz- oder Balsam-Wasser / so dem Ma-gen/Lebern/und Haupt dienlich ist/oder mit andern/als Petersilgen-Wasser/ vor diejenigen / so den Steinhaben. Und dienet solches Brod / mehrentheils diekrancken Leure damit zu curiren/als den Hungerigenden Bauch damit zu füllen/ in deme es allzu theuer kom-men sollte: Weil aber unser HErr Christus prophe-zeiet und zuvor gesaget / daß wir Arme und Krancke/allezeit genug um uns haben werden / als haben wir

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