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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
143
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Drittel» Theils Drittes Buch.

i4Z

dieser Hauß-Artzney hier auch nicht geschweige« wol-len.

41. Aus dem Wein ^ Hessen / kan man gar wolauch Brod machen / das ist hitziger und trockner Ei-genschassr. Von Bier-Hessen aber / blähet es undmachet Winde; Dann an vielen Orten/ thut man/an starr des Sauerraigs/Hessen in das Brod / weiles davon fein lücker und lose wird/und derentwegenviel gesünder ist; Darum kan auch unser Hefen-Brodnichr ungesund seyn. Derohalben ist besser und Acht-samer/ m den Hungers-Nöthen/die Bier-und Wein-Hessen/vielmehr die Menschen dardurch zu erhalten/als das Vieh damit zu mästen/ anwenden. Und die-ses sin> also/die vornehmsten Art Brode/so aus denbesten Sassren/ Geträncken / und andern fliessendenMaterien / durch G Ottes Gnad/ zu machen.

42. Von den gebrarenen/gedörreten/und gesotte-nen/ oder harr geräuchertem Fleisch / ist auch Brodzu machen. Also kan man auch Wildpret/ nach demes zuvor recht zugerichtet/unter allerley ander Meel/nicht allein wie man die Pasteten backer/sondern auchwie man sonst ander Brod zu Laiben pflegt zu machen/gar fein backen.

4z. An andern Orten / pfleget mangedörrte/ odergebratene Fische zu puivcritu en / es unter anderesMeel zu mengen/und Brod daraus zubacken/ als inLappenland/Seeland/Inland/Norwegen; Item/in See-Stadren/ und andern Ländern / da es vielWeyher und Fische gibt/ allda zumössternmal/ aufeinen Zug viel tausend gefangen werden/und in gros-ser Anzahl auf das Land gebracht/ auch wol manch-mal/ ungeacht daselbst liegen bleiben/und aufeinanderverde'bm. Also schreibetvon den Orten/undeinen, Volck neben Indien / daß sie von keiner andernSpeiß/ als von den Fischen/ wissen: Die machen siezu Stücken/dörren es an der Sonnen/ und machenein Brod daraus.

45. Die E»er-Brode / oder Eyer-Kuchen/ wie diesegewohnlich auf die hohen Feste / und zu den andernGastereyen gemacht werden / sind gesund zu essen.Wir haben aber darum/ deren nicht geschweige» wol-len/weil man ihrer so mancherley Art zu machen pflegt:Zu dem/ weil es auch mehr / als das andere Brod sat-tiget/und dem Leib trefflich wolnähret ;bevorab/wann

es mit gutem Bier-Hessen / gesäuret und eingerühretwird: Dann darvon werden die Kuchen fein luckerund lose: Wie ihrer in der Wetterau / fast alle / auchdie ärmsten Hauß-Mütterlein/alle Wochen eine gros-se Anzahl zu backen pflegen. Wann aber solche Ku-chen oder Eyerwecken/wiederum zu rieben / und nocheinmal (wioBiscoten) gebacken werden / speisset einkleines ^rücklein viel besser / als sonst ein gut Theilanders Brod.

45. Von der Milch / kan man auch ein herzlich gu-tes Brod/ es seye gleich gesäuert oder ungesauret/ ma-chen/dessen nähret auch em kleines Stücklein besser/als ein anderes Brod / und ist den Schwindsüchtigen/auch denen soviel in grosserHitzewandeln mussen/sehrgur.Allhier ist zumercken/daß gedachte Milch-Brod/vielmehr sättigen/ wenn man Speck darauf thut / daßes Speck-Kuchen werden/wie ebenfalls in der Wette-rau gar gemein ist.

46. Aus dmftifchen Käsen Brod gebacken / spei-set/ ( wie auch pümuzvon Pferds-Käsen und andernbezeuget) sehr wohl : Gleichfalls aus Firn-Käsen/wenn sie zerrieben und unter ander Mehl ( wie imSchweitzerland der Gebrauch ist/) gcknätet werden:Dann es ist einerley/Käß und Brod zusammen essen/oder den Käß ins Brod backen.VondemSchwartz-künstler , schreibet piimus, daß er zwantzigJahr in der Wüsten gelebt/ und nichts als Käß/ dener aber durch seine Kunst/dermaßen r-mp-,iret undzugerichtet/ daß er auch nicht geschmackt/ wie alt er sey/gegessen hab.

47. Das Butter-Brod sättiget gar sehr / und ma-chet fette Leute. Zu dem ist es gar behend/ und allent-halben leichtlich gemacht; Dann man bedarssdarzu/weder Holtz noch Back-Oefen / sondern nur eine HeisseAschen/ auf einem Herd/und ist doch zu essen/gar lieb-licy und angenehm. Es ist aber die Butter / wie auchder harteKaß; Irem/ zweybacken Brod / und derglei-chen/ der Eigenschasst / daß sie bald/ und sehr sättigen.Und pfleget das gememeVolck dergleichen Butter-Ku-chen/auch auf dieKirchweyhen zu backen/ thun auchKäß und Butter darauf/ gleich den andern Kuchen/vom ungesauertenTaig gemacht.Also ist die Butter/anstatt des Oels und Schmaltzes/ in Mangel derselben/gar wol und nützlich zu gebrauchen.

vi.

Wie man dm Zucker läutern / und selbigen schön mahlen und

färben solle.

^Eil unser seelkger Autor/von der Läuterungjd?s Zuckers/ gar nichts meldet / da er doch'paZ. zo:.und 6. des Zuckers selbst/und! darinnen eine und andere Früchte einzumachen/ Er-! wahnung thut / als habe ich allhier hiervon zu han-deln / und wie man auch/den Zucker zu mahlen und zu! färben/verfahren solle/nicht Umgang nehmen wollen.! Die Läuterung betreffend/so nimml man zu z. PfundZucker das Weisse von s. oder 6. Eyern/ den Zuckerjerklopsset man zuvor in Brocken und Knollen/

und thut denselbigen in einenMessingen Kesselein/gies-set darüber zu einem Pfund Zucker/den achten Theileiner Maaß frisches Brunnen Wassers / zerklovssetalsdann das obbesagte Eyerweiß/mit weißgeschavtenReutlein/ aus einem Besem gemacht und zusammengebunden/ daß es einen weissen Schaum giebt. Un-terdessen setzet man den Zucker in den Kesselen überein gutes Kohl-Feuer/ und lässet es ein wenig auf-wallen / schüttet hernach den vbberührten Eyer-Schaum darein/ damit derselbe alle Unreinigkeit des

' ' Zuckers