Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

!4v ^esAoeltHenL

sondern sich auch länger hält/M die Trauben / istauch nicht anbillich / daß man ihn im Brauch hat/weil er/ alle Ding zuzurichten/ viel besser Und bequemli-cher ist.

17. Wann zu der Herbst-Zeit der Most gekaltert/kan man aus den Trästern oder Drüsen Brod ma-chen/ das sättiget wohl/und-erquicket die/ so grosseHitze haben. Und hat sich derentwegen niemand zubefürchten oder zu beklagen/ daß.solche Traftemge-'meiniglich unrein/ auch viel Spmnen / Schnacken/und anders Ungeziefer mit hinein getretten / dann/weil jederman gern neuen ungegornen Most/von derKalter her/ mit grossem Lust und Verlangen zu-rrin-cken pfleget/ warum sollte man dann aus den Trö-stern / daraus doch alles unreine und vergifftes ge-kältert und rein ausgepreßt wird / nicht Brod ma-chen? Auch kan man ihm / mit ein wenig Kreiden/ins Säuer-Wasser gethan/helffen / daß es nicht soein heßliches Msehen und Farbe habe/ denBeschmackaber mit Honig verbessern. Besorget sich -denn -je-mand von dem Gisst/ der thue Wachholder-Beer/Lorbeer- Blatter / oder undereGifft -Krämer hinein/wann die Noch vorhanden/daß manes brauchen und«ssenmuß.

18» Aus Pinien- oder Pimper-Nüßlein ist gar eingutes Brod/gleichfalls von Dattel-Kernen/noch einbeffers zu bereiten. Dann es ist einmahl gewiß/ undvon jedermann bekannt / daß gemeldte Stuck son-derlich genutzet/die Natur trefflich wohl starcket/er-wecket und lustig machet / darum dann auch diesesBrod/ viel besser/dann Feigen-Brod / oder so vonandern dergleichen groben und blähenden Materiengemacht. GeMeldter Art und Eigenschafft ist auchdas Oliven-Brod / wann es von den zeitige» Oli-ven gemachet wird/ dann es ist t-m^-rtt/ ziemlichwarm / nähret sehr wohl/und ist dem Magen gantzanmuthig / erwecket auch den Appetit oder Lust zuessen.

19. Aus unsern gemeinen Heydel-Beeren/kan manauch wohl ein Brod machen / weil sich ohne das/ diearmen Leute/ auch andere/ bey uns/ zum öffternmalan den Beeren allein satt essen. Und ist das Heydel-Beer-Brod/ sonderlich in den warmen Tagen/wanndiese Beeren wachsen / welches durch seine kühlendeKrafft/ den Leib stärcket/ nicht unbequem.

20. Wer da will/ kan auch üus allerhand Maul-Beeren/ so wohl aus deM einheimischen und zahmenals den wilden Brombeeren / Brod dachen / diesesist sehr gut / und erquicket die Schwachen/ insonder-heit aber ist es / denen das Zapfflein geschwollen/diedas Fieber Und böse Durchlaufen des Leibes haben/nicht allein nutz / sondern auch nothwendig. Gleich-falls wie die Maul-Beer/ sind auch die Hrd-Beerund Himbeer jedermann gesund/ und sehr lieblich zuessen.

21. Das Brod von Lorbeer« / item/von Wach-Holder-Beeren/ ist sehr gut und gesund / absonder-lich den kalten Naturen/ und wassersüchtigen Leuten/item/zu Sterbens-Zeiten/ und wann eine böse Lufft

zu btzfahren ist/denn es erhalt und bewahrt vor Faule/sättiget auch gar bald. 5

22. Die armen Leute haben an der Holder- oderAttich-Latwerge/ ein treffliches gutes Essen/ zugleich !auch eine gesunde Haus-Artzney/ dann/wann einer '<in gutes Theil von diesen auf ein Stücklein Brod !tbur / oder Mehl darunter mischet / stillet den Hun-ger gar bald/und ist den Baaren ein guter Theriack.Es sind aber alle diese Atten / wie auch anderefeuchte Brod/ viel gesünder/ werden auch krafftiger/und hatten sich langer/ wann man sie entweder garhart und dürr/oderzweymahl bacht.

2z.Allhie muß ich der Pfersing auch nicht verges-sen/dann/ wann sie gedörret/ kan man auch Brodmachen/wie im Böhmer-Land/und anderstwo der Ge-brauchist.

24. Die Ritter/samt andern Kriegs-Leuten/ in derJnful Maltha/ dachen gar Johannes-Brod / oderessen <s auch wohl roh/für den Hunger/dann es all-da wachset; Ob es aber gleich nicht jedermann nütz-lich ist/ jedoch/ wann es gleich gebachen/und anderMehl Darunter gethan wird/ ist es besser / dannen-hero es oen Schwindsüchtigen / so wol als den Hun-gerigen/ nicht übel bekommt.

25. Letztlich/wissen die Bauren/ und andere armeLeure/ von allerley Art Schwammen/ wann sie ge-dörret/gemahlen/ und unter ander Mehl gebachenwerden/ desto mehr Brod zu geben. Dann/ dieweilihrer in allen Wäldern sehr viel wachsen / aber nichtlang währen / mögen sie arme Leute wohl dörren/(dadurch sie zu essen gesund werden) und ihnen zuNutz machen: Man muß aber/ wann man sie samm-ler/guter Bescheidenheit und Aufsehens gebrauchen/dann / welche zu viel feucht sind / mW bald faulen/als dasind dieFliegen-Schwamme und dergleichen/sind vergifft/ derhalben soll man ihrer müßig gehen;Der andern aber maßig/ und eher, nicht / als wannsie wohl bereitet und zugerichtet sind/ gebrauchen.Wann man einen weissen Pappel - Baum an deinStamme / da er in der Erde siehet / spaltet / undwarm Wasser/ darinnen Sauerteig zertrieben/dar-ein giesser / wachsen innerhalb vier Tagen / rechtegute/und zu essen liebliche Schwanime daraus. Wel-ches ich so wohl zur täglichen Nothdurfft/den Hun-ger/sonderlich in Waldern und Einöden/für Knegs-Leute und andere / die im Elende umziehen/ darmitzu stillen / als den köstlichen zarten jungen Herren/so zu dieser Kost eine besondere Anmuthigkeit tragen/zu Gefallen / allhie zu End mit-anhangen wollen.Diß sind also die vornehmsten Arten Brod/ so mandurch GOrces Gnad/aus allerley Obst und Baum-Früchten/GOtt selbst dadurch zu Ehren/dem Men-schen aber/samt andern lebendigen Creaturen zum be-sten machen und bereiten kan.

26. Von Wurtzeln/ Krautern/ Specereyen/ Ge-tränck / Honig/ Oel/ Fleisch/ Fischen/Eyern/ Milchund dergleichen Materien werden auch nachfolgendeBrode bereitet. Würtz - Brod / als von Jngber/Pfeffer oder Cinamomen / dieses ist ein herrliches

Brod /