Dritten Theils Duttes Buch.
tempsriren / daß es also den eckeln Mäulern desto ^ve-niyer zuwider sey.
s.An denen Orten/ da viel Kirschen wachsen/kann^an gleicher Weise / wie auch aus Pflaumen oderSchlehen Brod machen/daß es wol sättiget. Dann/wann Kirschen gedörret/ halten sie sich ein gantzesJahr über/man brauche sie darnach gleich hier- oderwo anders zu. Nach dem koche man sie wieder/ undmacbe entweder eine Latwerge oder Mus daraus/undmenge es unter das Meel/ oder bache sie inWäitzen-Brod/ oder Kuchen/ und esse es miteinander. DieKirsch-Kern aber/ wie auch alle andere dergleichenFrüchte / mit den Schalen gemahlen/geben ein weis-ses Meel/ das mag man hernach/ viel oder wenig/nachdem ein jeder viel Brod haben will/untereinanderMeel/wann mans knätret/ mengen.
6. Also / wo es viel Speyerling/ Mispeln undQuitten gibt/ ist gar ein gesundes Brod daraus zumachen/ bevoihb in Kriegs-und Sterbens-Läufften/wann die rothe Ruhr / und dergleichen allgemeineDurchläufften des Leibes / hin- und wieder / regie-ren.
7. Aus Mandeln/ wo deren viel wachsenM eingesundes Brod zu machen / dienet aber nicht für ar-me Leute; Reiche / die es zu bezahlen haben/mögenes gebrauchen. Dann der Natur ist mit Abwechse-lung der Kost/wie auch alle andere Dinge/sehr wohlgediener. Wer sie mit den Schalen mahlet/ der be-kommt woh! mehr Mehl/ es füllet aber mehr/als esnähret. Es ist auch ein gesund Brod / speiset wohl/und machet die weichen Naturen fest und trucken.
8. Das Kasten-Brod/ist ein nützliches und wolge-schmacktes Brod / bevorab an den Orten / da vielKasten wachsen/ so leicht zu bekommen/ und nichttheuer sind. Wann man dann einen halben Theil/oder mehr Kasten-Mehl nimmt / gibt es ein gutesnahrbaffres Brod. Ware derowegen nicht unrach-sam/daß man viel Kästen-Walder pflantzete/ beson-ders/ weil sie in kurtzer Zeit / und gar leicht aufzu-bringen. Dann solche nachmahls in theurer Zeit/den Menschen nütz-ausserhalb derselben aber/für dasVieh dienlich seyn möchten.
9.B>ßweilen kan man auch von Welschen-Nüssen/wann sonderlich unvermeidliche Noth vorhanden/Brod machen. Jedoch ist dißfalls gut Acht zu ha-ben / daß man ihrer nicht viel darzu nehme/ dann siesind dem Haupt schädlich/ insonderheit sollen dieScha-len nicht zerstossen/ sondern darunter gemahlen wer-den / damit also die Kern nicht so gar artlich schme-cken / auch des Mehls desto mehr werde. Es pfle-gen auch etliche Leute die Nuß Kuchen/ so in Oehl-Mühlen/ wann man'Nuß-Oehl schlägt/ gemachtwerden/zu essen.
ic>.De:gestalt geben auch die rothe Lampertische/(Zel-ler-)item/die gemeinen weissenHasel-Nüß/ wann sie ge-mahlen und gebacken / ein gutes schmackhafttigesBrod/ besonders für die Leute/ so die Schwindsuchthaben.
11. Endlich/ wenn der Hunger und dieTheurung
III. Theil.
M
allzuweit über Hand gewinnen wollte/kan man auchaus Eckern-Mehl/ mit anderm gemeinen Mehl ge-mengt / gut Brod bachen / das füllet den Magenjchr / und ist für die Wassersucht / wie auch für allesDurchlauffen des Leibes gesund. Dann/ wie die al-ten Historien bezeugen/haben die Leute / ehe dasGe-traid erfunden worden / Eckern gegessen: Was Msdann/ daß man auch jetzund/wo die Noth vorhan-den/ dahin Zlkflucht nehme/ wann sie sonderlich ein^ahr oder etliche aufgeschüttelt gelegen/ dann/ je län-ger sie liegen/ je besser sie werden.
12. Auf gleiche Weiß machet man such Brod vonBuch-Eckern/weil aber dieselbigen von Art und Ge-schmack erwas öhlicht/soll man des Mehls desto we-niger / anders aber etwas mehrers nehmen/ selbigemGeschmack um desto mehr vorzukommen/die innerndünnen Hautlein oder Hülfen / wer es gerne thut/darunter mahlen. Und rst fast eine Art/ wie die Kä-sten.
r z. Von den zahmen Garten- oder wilden Feld-Rosen/Früchten oder Hambutten ist sehr nutz undgesund Brod zu machen / wann ein wenig anderMebl darunter genommen wird. Vornemlich aberist das Hambutten-Brod denen/ so den Stein/ dieWassersucht/und bösen Magen haben/gesund. Überdas / herrlichen und zarten Leuten / weil es zu essenlieblich. Ohne das/ pflegt man die Hambutten/rohund ungekocht zu essen/ und sind nicht weniger gut/als gesund.
14. Feigen / grosse und kleine Rosinen/ Cube-ben/unter Waitzen- Rocken- Erbis- oder dergleichenMehl gearbeitet / kan man gar leicht ein nützlichesund gutes Brod bachen. Weil aber solches / vonwegen der feuchten Natur und Eigenschafft / denBauch allzubald laxiret/und zu Stuhlgängen wür--cket/ darauf dann gleich wiederum neuer Hunger zufolgen pfleget/ muß man es mit einem stärckernundstopssendem Zusatz / als mit Erbsen / Eckern / Mo-scheen / oder aufs wenigste/ mit Wasser/ darinnenglühender Stahl abgelöscht/ tempcriren und vermi- -! schen. > ^
is. Also kan man auch von allerhand gekochtenoder gedörrten Pflaumen/ am allerbesten aber/ausden grossen schwartzen Ungarischen oder Böhmischen; ^Item/ von unsern gemeinen Pflaumen / und Mehldarunter gethan / Brod bachen / das nähret wohl/und ist feuchter Eigenschafft. Weil aber die Pflau-men bey Zeiten reiff werden / und bald vergehen/ sollman dieselbigen/welcherley Art sie auch seyn mögen/wohl dörren/damit man also/das gantze Jahr/Broddaraus bachen könne. Weil sonderlich fast aller Bau-ren Aecker und Gärten voll Pflaumen - Bäume ste-hen/daß man ihrer/jährlich/eine grosse Anzahl dörrenund aufschütten könte.
16. Das Brod aus zeitigen oder unzeitigen Wein-Trauben/mit oder ohne Kern/ gebachen/ist der Na-tur / weil es wohl nähret / und den gantzen Leib/bevorab zu Winters-Zeiten/und auf dem Meer/mercklich starcket / sehr lieb und angenehm. ^Heil> aber der Trauben - Safft nicht allein viel besser ist/
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