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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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Dritten Theils Drittes Buch.

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gehen/ damit der Herzschafft / Kindern und den» an-vern Gesind nichr Grauen oder Eckel ankomme/wannsie rotzig/ schmutzig / ungewaschen uird zottigt / odersonst sauisch und unachtsam mir der Speise umgehen.Die Meick-Gelten / Milch-Hafen/ Seyer/Käß/Näpffe / Butter- Vasser/ingleichem die Schüssel/Hä-fen und andere Küchen- Gejchir: / soll alles sauber ge-waschen/ gescheurer und allezeit rein gehalten werden.Die Kinder-Warrerin soll fieissig und sorgfältig mitden Kindern umgehen / dieselbe lieben / unverdrossenreinigen und saubern/ nichr anfahren / anschnautzen/ihnen fluchen / sie schlagen/ stoßen oder werffen/ son-

dern vernünfftig und bescheidentlich anweisen undstraffen/so daß in allem grosse Liebe gegen die Kinder/an ihnen zu verspüren sey.

4. Hier wäre auch noch dieses zu anden/daß HauS-Herrenund Haus-Frauen auch hierinnen vorsichtigseyn sollen/daß sie nemlich dem Gesind den Lohn nichtvoraus geben/sondern ihnen von dem Lohn nichts /sosie etwas fordern/ oder doch nur das / so sie zur höchstenNochdurfft gebrauchen / folgen lassen / biß sie ihre ver,dingte Jahr-Zeit ausgediener haben / alsdann gebeman ihnen ihren verdienten Lohn richtig und völlig/wie man sich mit ihnen deßwegen verglichen hat.

V.

Von unterschiedlicher Art/ Brod ans Früchten und andern

Materiell zu backen.

>N dem unser seel. Autor in des dritten Buchsl^ap. vom Brod-Bachen gehandelt / können>wir nicht umhin allhier von vem jenigen Brod-Arten zu handeln / welches aus allerhand Gerrayd/Korn-Früchten und Saamen/ so aus der Erden wach-sen/ das Menschliche Leben dardurch zu erhalten/be-reitet werden. Von Rocken- und Waitzen- Brod istallbereit genügsame Erwähnung geschehen.So ist alsoVom Speltzen - Brod zu wissen / daß der

auch Brod backen/wann man disMeel entweder al-lein / oder aber mit halb so viel Rocken-Meel vermi-schet/insonderheit aber/wann es wohl gemahlen/reingebeutelt/oder aus der Kleycn geräden ist / so gibt esein gesund Brod/ ziemlicher Substantz / eine gute Artzney für dem Hunger / auch sonst / weit es einem guten7 emperamenr, mit seinen natürlichen Qualitäten sichgleichet/nicht ungesund; Denn es warm und feucht/auch beydes in recht zimllcher Massen. Dannenhero ist

Speltz einMittel-Geschlecht seyezwischenWaitzen und es auch dasGeblüth zu mehren/und den Leib zu nah-Gersten/ so etwas weniger als Waitzen/besser aber als ren/ nicht unbequem. Wie dann jetzt Leute / die solchesGersten nähret / und ist zweyerley Art; eine ist schlecht! Brod m unsern Mitternächtigen Landen/ offt und vieleinfältig/ die andere zweyfach ; Das ist : Emjever essen/genugsam Zeugnüß geben können. Ferner backetSpreuer trägt allewegen zwey Korner / oder Kern/ man darvon nicht allein Brod/sondernmachet auch inals zwsen Zwilling neben einander eingefasser.Daraus etlichen Lands-Atten / Brey und Grütz darvon/ wel-machet man ein sehr gur gcsaltzen Meel / ttuiics ge-nannt / welches beyde gute Nahrung gibt / und hilfftauch wohl für das Magen- Wehe / und rothe Ruhr.

Gesunden/ stm cken Leuren aber/ist es eine gute Spei-se/ so wol nähret/ und safftig ist.

2. Gersten-Brod ist auch remp-rirt genug / an ihmselbst zwar ziemlich trocken und kalt/nähret wol / manvermengt es gleich unrer ander Meel/ oder backet esvor sich allein.

z. Von dem besten und schönsten Habern-Meel/dessen die Helffre/oder zum wenigsten dendrirrenTheil/mir andemguremMeelvermenget/kan man auchBroddachen; Welches/ wo es vielleicht Hitzen / allzusehraustrocknen/ oder auch denKopss wolle trocken ma-chen/mag man solchen Zufällen / mir andern feuchren

ches sie auch/ ausser dem Norhfall und Hungers- Zeit/zu ihrer täglichen Speiß gebrauchen/ und werden soviel destobesser/wann man Käß oder Butter daranthut.

5. Von Erbsen machet man auch Brod/deren halbso viel/oderörey Theil/in andereMeel eingetheilet undgebacken. Dis Brod ist etwas dick und lichte / dar-um gut für arbeitende Leut und srässige Gesellen/dannesfüllet den Magen sehr/ ist nicht leicht zu verdauen/und hungert also einem darauf nicht bald wiederum.Den Winden undBlahungen aber/so von diesenundnachfolgenden Broden entstehen/wud die Arbeit undHunger leichtlich zum Ausgang verhelffen und sie ver-treiben.

Dieser und nachbeschriebener Art Brod / von Gar-

und safftigen Essen und reichlichem Getränck / oder ten- oderKuchen-Saamen/ und daß man sie mit demmir gekochten Müsern zuvorkommen. Zu Augspurg Stroh abruffer/l-eZuminÄ, genannt/ wann man denhat man inreichen Hausern solches Brod/von einem Kern zuvor/und ehe mans backet/ hülset/wird es vielTheil Haber-Meel/und Zweyrheil Korn/vor etlichen schöner/auch zu essen anmuthiger/ zudeme / so gibt esJahren gebacken/'auch noch. Und ist /nach demeszu-! alsdann auch krässlige und bessere Nahrung/weichesbereitet wird / nicht einerley Kraffr und Würckung/ z dann alle und jede Aertzte / sämtlich bezeugen / und ge-ständigseyn.

6. Gleichfalls machet man Brod von Kichern undZiser,Erbsen / an denen Orten / da es ihrer viel säen/und pflegt des Meels ein halben Theil / oder etwasmehr/unter anders zu schütten; dann es gibt gute Nah-rung/ undist denen/so kalter seyn/ nütz-

an ihm selbst/ist es warm und trocken/wie es Q>>c-nus darfür halt; Derowegen soll man es zur Spei-se für Menschen eher nicht / als in äusserster Noth/ ge-brauchen.

4. Von wilden oder Saracenischen Rocken/ wel-ches ist das Heyden-Korn / kan man gleicher Weiß

lich/