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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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Drittel»

mein der Apostel Petrus schreibet: Die Liebe decketder Sünden-Menge; das findet und hat in der Lie-be der Kinder gegen die Eltern auch statt ; Und obschon die Eltern/ als Menschen / ihre Fel>l / Mängelund Gebrechen haben / doch sollen die Kinder solchemit dem Liebes- Mantel/nach dem Exempel Sems undJaphets/bedecken und verstecken/ dardurch werden^ M Gebrechen/ Schäden und Wunden der Kindergereinigerund geheilet,- Wie dann im Gegentheil dieEltern den Kindern/ von denen sie geliebet / geehret/und gefürchtet werden / und ihrer Schwachheit undGebrechen/aus Väterlicher Lieb/ auch etwas überse-i hen und gedulten. Macht also solche Tugend der; Kinder/ daß mancher Groll/Un- und Widerwill vor-kommen/ und verhütet/ dasonsten/wo Ungehorsam ist/eitel Unwill / Zanck und Hader gefunden wird. Er-wehnte Liebe der Kinder gegen ihre Eltern /samt derKindlichen Furcht und Gehorsam / verursache! undmachet feme/ gelinde / glümpffliche und sansstmüthigeSinnen/Sitten und Hertzen/verhütet stoltze aufge-blasene Hoffarth/ und Eigenwilligkeit / daß sich einKind gegen seme Eltern oder über dieselbe nicht erhe-bet/nicht schnurrisch/ mürrisch/frech und aufgeblasensey/und mehr dann sichs geziemet/von sich halte; undiin Gegentheil seine Eltern verachte/ oder aber sich ge-gen denselben rebellisch/ widersinnig/ zänckisch/wider-spenstig / störrisch und mörrisch/sondern sanfft/gelindund glimpfflich/güttig und wolthätig erzeige; Danndie Lieb/Ehr und Furcht der Kinder gegen ihre Eltern/bestehet im Hertzen/Gebärden/Worren und Wercken/dasj sie nemlich ehrlich von ihnen halten / sie lieb undwerth achten / mit aller Reverentz und Ehrerbietungehren / ihre Gebrechen nicht aufmutzen noch ihnen vor-werffen/sondern allezeit möglichst verdecken/ihnen guthalten/ und zum besten kehren/ thun was sie haben wol-len/ so fern es nicht wider GOtt und das Gewissenlaustet. Hierbey ist sonderlich zu beobachten/ daß be-sagte Lieb und der Gehorsam der Kinder gegen die El-tern beständig und unaufhörlich seyn soll und muß; undsoll solche Lieb und Gehorsam nicht etwan nur taurenund wahren/ weil die Kinder noch klein/und in der El-tern Hauß und Brod sind / oder so lang sie ihrer ge-messen können / sondern soll auch bleiben/wann gleichdie Kinder vor sich selbsten/ so zu reden / schon ihreeigene Herren seynd / und ihr Brod selbst erwerbenmüssen. Sie sollen auch nichr nur hiermnen gegen dieEltern beharren/wann sie in Gütern/Glück und Eh-ren sitzen/sondern auch/ da sie in Creutz / Widerwär-tigkeit/ Armuth/ Verachtung/ Elend/ Noth und Todgerathen; Da eben soll die Lieb und Wohlthätigkeitgegen die Eltern erneuretund vermehret werde/ da-mit die lieben Eltern in ihrem Alter/Armuth/Hertze-leyd/Liebe/Freud und Trost an ihren Kindern erlebenmögen; Dannenhero / da jener Sohn aus der Fremdheun kam/und gefraget ward / was er in den fremdenLanden Gutes gesehen und gelernet hätte ? Hat er ge-antwortet: im lnjunsz teere! Das ist: DerEltern Unrecht mit Gedult zu vertragen; Das nunheist die Elrern mir der That ehren und lieben.

Zum sechsten ist/ so zum Theil bereits etwas in demfünfften berühret worden; daß die Kinder den Eltern

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isomres Vllw. izi

in Nöthen / in Armuth und Widerwärtigkeit zu Hülffkommen sollen; Davon der weise Sopkoclc« also go-schrieben: )ultum, ut libcri juvenr psrcntcs. l^uici!eli o pgtcr! cur kominibcis libcri natcuntur, nitiinaäverls iortuna tsramus upem 5 Das ist: Es istgar recke und billig/daß die Ämderchren Elternm L7lFth.-n zu Hälffe kommen/ dann darum be-scheret GOer den Eltern Rinder/ damit sie an ih-nen /aufkünfftige^Idth/HüIffe haben mpgen.

Zum siebenden und legten / bestehet der Kmder-Pflicht in folgenden zweyen ineinander verknüpfftenStücken:

Erstlich in Trost und Erquickung. Siesollen ihrerEltern Freude / Trost und Ergötzung seyn ; Welchesdann geschiehet/wann sich Kinder selbst ziehen/Tugendund Erbarkeit lieben/die Eltern nicht beleidigen / son-dern dieselben vielmehr lieben / ehren und nach Mög-lichkeit an die Hand gehen: In Summa / daß sie emsolch Leben und Wandel führen/daß ihre Eltern eineAreude und Wolgefallen an ihnen haben / und so offtjlc ihres erbarn Christlichen Leben-und Wandels hö-ren / gedencken oder Meld - und Rühmung thun /sie darob ergötzet/getröstet underquicketwerden.

Das andere Glied dieses siebenden Puncts/ so dieKinder ihren alten Eltern zu erweisen schuldig seynd/ istNahrung undUnterhaltung;wannnem-lich die Eltern nunmehr alt und unvermöglich werden/daß sie ihr Brod nichr ferner erwerben können / so sol-len die Kinder ihre Eltern im Alter versorgen/ nähren/und ihnen alles Gutes thun. Und das istdaS^ustuiioms, oder Wieder-Vergeltungs-Recht ; Dann weildie Eltern dieKinder in der Jugend nähren und ver«soraen/ die Murrer mit Pfleg-und Wartung/mitSaubern/ Baden und Waschen / mir Darreichungder Brüste ;derVatter mir saurem Arbeitö-Schweiß/ iNahrungs-Sorg/ und anders mcbr; da sie sonsten in!Blöse und Kalte/ Schlamm und Unflath/ in Mangel!undDürfftigkeit/alsdie ihnen selber nicht helssenkötl- -nen/elendiglich hätten sterben und verderben müssen;!Demnach/ so ists ja recht und billich/ daß hernach den ^Elrern/wann sie sich ausgemergelt und abgearbeitet/!schwach / grau und wieder zu Kindern geworden/ die ^Gegen-Nahrung und mögliche Verpflegung (wo manes nemlich vermag und seyn kan/) nicht versagt werdensoll/ massen solches in dem vierdten Gebot ausdrück-lich besohlen wird. Ja/ es werden hierzu die Kinder/ -durch die Exempel der unvernünsstigen Thiere gleich-sam angemahnet. Von den jungen Störchen schreibtder Narurkündiger pliniu«, daß diese Vögel / wa:mihre Eltern / die alten Störch/Alters-halben/ niä^mehr forrkommen und fliegen / auch sich ferner nichternähren können / solche auf ihren Rucken über Meertragen/aus-und einführen / und sie biß an ihrEndespeisen und ernabren. Deßgleichen melden sie auchvon demjungen Widhopffen/der doch sonsten emun-geachteter stinckender und unflätiger Vogel ist / daßwann ihre Alten nicht mehr konnten fortkommen/ sorupfftsnsie ihnen die grösseste Federn aus / und be-.strichen die Augen mit einem Kräutlein / das soll dieArt haben/ daß sie wieder helle Augen davon bekomm s

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