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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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124
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Des Adelichen Land-und Feld-Lebenö

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d^ubila poli soles, poli gzuclis tsepe ctolorcs. Das

»st:

Auf Regen folgt die Sonne/auf Trauren Freud und Wonne.

i i 8. Ein glückseliger Mensch kan sich in ein undander zugestandnes Unglück nicht wohl schicken.

119. Wer keinCreutz hat/ der hat keinen Füh-rer zum Himmel. Dann / wann du (sagt der Heil.^uZuliinu8, ) von dem Leyden der Striemen bistausgenommen / so bist du auch von der Zahl derKinder GOttes ausgenommen.

120. Die gedultig-erlittene Trübseligkeiten dieserZeit sind die Gold - Gulden / wormit diejenigen dieSeeligkeit erkauften / welche nach derselbigen ein Ver-langen tragen.

121. In einer jeden Anfechtung und Trübseligkeithast du eine doppelte Zuflucht/ die eine zu GOtt/unddie andere zum Nächsten. Jener kan dir helffen/ die-ser kan dir rathen.

122. Soll uns GOtt in bösen Tagen zu Hülffefommen/ so müssen wir ihm in guten Tagen gottsee-Ug anhangen. Vergissest du deines GOttes / wanndirs wohl hehet / so vergisset GOtt deiner wieder/wann dirs übel gehet.

12?. Unser gantzes Leben schwebet zwischen Furchtund Hoffnung.

124. Halte deine Gemüths-Regungen im Zaum/damit sie dieGrentzen der Tugend nicht überschreiten/noch dasjenige/was zu unterlassen/ begehen/noch/ waszu begehen/ unterlassen mogelt

12s. Ein gurer Christ solle trachten zu dringen durchdie Enge zum Gepränge.

126. Verachte die unreine Welt / worinnen dieKeuschheit von Wollüsten / die Gottseligkeit vonReichthümern / die Liebe von den Feindschafften/ dieReinigkeit von den Unreinigkeiten / die Unschuld vonden täglichen Lastern sehr geängstiget wird.

127. Bedencke täglich/von wannen du gekommen/und schäme dich/wo du seyest/ seufftze/wo du hinfahrest/und erzittere.

128. Es ist besser / den 8oc>-!,tcm von den Sit-ten/als den tiippocrslem von den Feuchtigkeiten cii-Emiren zu hören.

129. Straffe die Bösen also / als ob du sie eins-mahls wieder loben wollest: Lobe die Frommen/dochalso / als ob du sie nicht immer zu loben begehrtest.Dann/ gleichwie man sich besorget/ es möchten auchdie Frommen sündigen/ also ist Hoffnung/es möch-ten auch die Bösen sich bekehren. Dann es istniemand so böß in der That/ daß er nicht auch frommseyn solte in der Hoffnung.

i zo. Ein Jüngling solle drey Stück an sich ha-ben: Gelehrigkeit im Gemüth / das Stillschweigenin der Zungen/ und die Schamhafftigkeit im Ange-sicht. Doch ist nicht alle Schamröthe diejenige Tu-gend der Schamhafftigkeit / welche von den Weisenan einem Jünglinge erfordert werden. Dann zum

öfftern ist die Schamröthe ein Kennzeichen eines bö-sen Wercks. ?rocjct te /acies, turjiig cum lacles.Das ist:

Dein Gesicht wird dich verrathen/

Wann du stifftest böse Thaten.

izi. Em Jünglmg solle zusammen spahren/ einAlter aber austheilen. Auf eine faule Jugend fol-get ein dürfftiges Alter. Die Frantzosm sagen garrecht: ()ui n' clt cUliZcnrcn jcuncllc, pouvrc Icrken sa viciücllL. ?airs leux cn jsunetlc loussrc tcuxen vicillellc.

I Z2. Wie den Alten wobl anstehet/ dasjenige zulehren/ was von den Jünglingen solle gefraget wer-den ; also stehet den Jünglingen wohl an / dasjenigezu fragen / was von den Alten solle gelehret werden.Lalje dir die Rede der Alten Nicht unbekannt seyn:Dann sie Habens von ihren Värtern gelernet: Sowirst du von ihnen Verstand lernen / und wirst inZeit der Noth antworten können, ^cci^zMc. 8.F. I I. Als ^,s>oiioniu5 t gefraget wurde/

warum er doch so gar nichts fragte ? Antwortete er:Weil ich noch als ein Jüngling viel geftaget habe:Nun aber stehet nur nicht mehr an / zu fragen / son-dern/ das Erfundene zu lehren.

i zz. Ein Jüngling soll auf dem Weg der Lehre/die Anfuhrung emes Lehrmeisters/an statt eines Wa-gens ; die Begierde zu wissen / an statt eines Zehr-Pfenmgs :, Ein fleißiges Gedächtniß / an statt einesWander-Sacks oder Felleisens gebrauchen.

i?4- In Erlernung der Künsten muß man nichtzu viel und nicht zu wenig Fleiß anwenden/weil derallzuviel? Fleiß die Künste verdunckelt/derallzuweni--ge aber sie gantz und gar verkehret und zerstöret.

i zs. Dieser Jüngling ist mit Warheit groß zunennen / an dem/ wo man etwas nicht grosses su-chet/ das blosse Alter im Suchen sich ereignet.

i zL.An den Früchten wird die Frühzeitigkeit/anden Dienstleistungen aber die Hurtig- und Behen-digkeit verlanget : u tervo k veiocc, come UNcervo.

iz?. Dienen/und seinem Herm nicht gefallen/ istso viel/ als säen/ und keine Frucht gemessen.!

i?8.Die Ernsthafftigkeit des Herm ist ein Band/wordurch der Knecht erhalten wird in seinem Stand.

öritzliz e i! baüvn 5sno il csvZUo buon.

1z9.Be») der verhärteten Boßheit der verkehrtenUnterthanen muß man nicht durch die Fingersehen/sondern vielmehr sie ernstlich ansehen/ und straffen mitscharffem Einsehen.

140. Geschenck und Gaben sind alsdann am be-quemsten und angenehmsten angewendet/ wann nzankeine Gegen-Gabe verlanget.

I'cmporibus nolirig <^ujcunczue plscerc iaborat,Oct, capial, czusrst: pIurimZ,pÄucs,mkil;

Das ist:

Welcher will / zu unsern Zeiten/ gute Gunst und

Huld erlangen/

Muß viel geben / gar nichts fordern / wenig auchdabey empfangen.

14 1.Wer