Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
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Ich/ Du/ Mein/ und Dein / sind die vier Haupt-Quellen alles Haders und aller Uneinigkeit in dergantzenWelt.

?c>. Welche Rechts - Sachen führen / die müssendrey Säcke haben: Einen Geld-Sack/ einen Papier-Sack/ und dann auch einen Gedulr-Sack.

91. Es »st osstmahls besser dulten und leyden/ alsRechten und streiten. Lpcilo c mcgliu ckc

Isi ein Italiänisches Spruch-Wort.

92. Frembde Dinge darff man bißweilen gebrau-chen/ aber Nicht mißbrauchen. Doch lebr man heutzu Tage weil anders / nach der Itauauer SprÜch-Wort: dj>erc»u ^ruj)rii, c Lci vuili a' a!iri,t^nnu cur-re >- miZiia. das ist : Frembde Pferde und eigeneSporen/ machen kurtze Meilen.

yz. Die Zunge ist ein Schlüssel zu allen Laster-Ge-machern.

94. Eine leichtsinnige Rede ist bqjd entwischet/undverteyer auch ba»d.

65. D-e Worte müssennicht aus blossem Äwnde/sondern aus dem Hertzen entjp^ingen.

96. Es ist eine Zeit / da man Nichts/ und eine Zeit/da man etwas/ aber keine Zeit/ da nnn alles redensolle.

97. Reden/ und nicht dencken / was man redet/ist eben so om/ als >ch,essen und des Ziels verfehlen.Die Italiäner sagen: L-ni-» e tusr

lcnla

98. Wer viel plaudert hat gemeiniglich wenig Hirn

imKopss.

99. Der so gern spielt/ offt nach Unglück zielt.

iQO.Das Glück spielt in den Welt-Händeln/undpflegt das Lachen 0c.muc.nll mir dem Weinengarmtigzu vermischen.

101. GOrr verlässet uns nicht/wo er nur von unsnicht verlassen wird; Ja / ob er gleich von uns ver-lassen wird / so verlasset er uns doch nicht; Er ver-achtet uns nicht / ob Er gleich von uns verachtetwird; Er beleydiget uns nicht/ ob er gleich von uns be-leydiget wird.

102. Liebe einen andern/damir du von einem an-dern wieder geliebet werdest. Du kanst nichr gelie-bet werden / wo du nicht selbst liebest; Du kaiist wolvon andern gehasset werden/ ob du gleich nicht has-sest.

loz. Die S?lbst Liebe ist eine einsame Liebe / die-weiien sie die Nächsten-Liebe nicht neben sich gedultenkan.

i<?4.Die menschliche Hochachtung ist GOttes Ver-achtung.

ios. Du hassest ja die Bienen / wegen ihres Sta-chels/ nicht / sondern bist ihnen vielmehr günstig/ we-gen der Nutzbarkeit ihres Honigs : Warum hassestdu dann die stachelichte Worte deines Erinners/ wel-che doch gut gemeynet sind.

106. Ein guter Prügel ist die beste Artzney vordie bösen Weiber. Luun (.'svallo vuc»I ljzcrone,

IU.

lmoeresVlM). I2Z

vuui daltone ; Ist ein Italiänisches

Spruch-Wort.

^ 107. Ein geschmincktes und geiles Weib trägt diefesseln in den Augen/damit sie verstricke; Den Leim/damit sie anklebend mache; Den Angel/damit sie ein-hackte; die Flammen / womit sie anzünde; die Pfeile/dam,r sie nicht allein ihr eigenes/ sondern auch einfremdes Hertz durchgrabe.

108. Eine leichriimnge Weibs-Person / die sichossters m einem fremden Garten finden lässet/ gehetfeilen an ihren Ehren ohiwerletzer wieder heraus.

109. Diejenigen Weibs-Personen/ so viel aus-schwantzen/und Gesellschafft suchen/sind nit viel wehrt.

li tuu cuvallu acl <iAni lvntana,cla tua Donna aci ciZni in brcvc unz

uns puttana;Ist ein Italiänisches Sprüch-

Wort.

1 iO. Deßwegen haben die Weibs-Personen (sindTöorte , l,d. clc uiu em glattes

und unbärtiges Kinn / weil sie/ indem sie sich fieis-sig dah-iin sollen finden Kissen / solches haar'ichtenSchutzes gar nichr / wie die Manner / benöthigetseynd.

111. Man soll ein Weib nehmen mit den Augen/Ohren und Fingern. Dann/ nach den Augen/ ur,tyeuct MM von der Gestalt/ nach den Ohren/ vonden Sitten und gutem Gerücht/und nach den Han.den oder Fingern/von der Morgengabe oder Braut'schätz. '

112. Wer die Beschaffenheit des geliebten Din-ges in der Liebe fleißig beobachtet / der wird solchesyernach ohne Schmertzen verlieren. Dannenhero/wann ein Vatrer/ der seinen Sohn höchlich liebet/betrachtet/ daß er ein vergängliches/ und dem Ver-derben unterworffenes Dmg liebe / der wird sich ü-ber dessen Tod/ alsdann nicht unmäßig betrüben.

uz. Ein standhaffriges Gemüth ist in Traurig-keit die beste Labsal: Ja/ es machsr das zu Handengerommene Unglück noch ems so leicht.

114. Viel sind gefunden worden/die nicht gela-chet; Niemand aber hat sich gefunden/ der niemahlsgewemr harre.

1 i s.GOtt pflegt dem Menschen keine Glückselig-keit anders zu verkauffen/als daß sie zuvor mit Wi-derwärtigkeit vermischt sey. Lust «st bey Unlust,piailir l-iiis cje Ist ein Frantzösisches Sprüch-Wort. Die Italiäner sagen: ^lvZZl in äc».

man« «n ^)iuntv.

116. Gleichwie in dem Himmel lauter Lust undFreud/und in der Hölle lauter Schmertz und Trau-rigkeit ist; also ist auf der Erden/welche mitten zwi-schen dem Himmel und der Hölle sich befindet/ Leydmit Freud / und Freud mit Leyd vermischet zu fin-den.

117. przemilläs mslliz lcczuitur concluko tcllis.

Das ist:

Auf gute Tag/

folgt Ungemach.

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