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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Ein volles FleischIst nicht gar keusch.

61. Man muß die Keuschheit mit CreutzigungeNdes Fleisches/ wie eine Rose mit Dörnern/umzäu-nen/damitwir solche/von der Venerischen Lust-Seu-che befreyet/ erhalten mögen.

62. Die fünff Sinnen sind sünff Rohrlein/ wor^durch die Seele den Gisst der verbottenen Wollust ansich ziehet.

6z. Die Augen sind die Stein-Klippen/woratt dieKeuschheit stößet/ und Schiffbruch leydet.

64. Ein Gesicht ohne sonderbare Mackel/ kan manmit Recht nennen eine Fackel; Dann es entzündet dieAnschauer.

6s. Mancher Gesell wird schlimm durch schlimmeGesellschafft.

66. Virzinitss 6um tanZitur, snZiwr; 6um sspi-citur, inkcitur: 6u»y concipit, conciclit: 6umncrzt, ctc^enerst: äum psrit ^ perit. Die Iuttgferwird im Berühren beängstiget; Im Anschauen an-gesteckt ; Im Empfangen hinfällig ; Im Erzeugenboßartig/ und im Gebühren zu lauter nichts.

67. Die Iungfrauschafft ist sicherer unter denLö-wen/(l.concs)als unter den Huren-Jägern, (i.-no-ncs)

68. ^lulier sll lziAu viscusivitu Lalilitcus. Das

»st:

Ein Weib ist wie ein Vogel-LeiM/ wan Man sie hatberührt/

Ja/ sie ist wie ein Basilisk/ wann man sie sieht ge-ziert.

69. 8icut serrum trakit ^kiZnc« , itz virs^m tra-

Kit : Die Weiber sind Magnet-artig; Wiesolcher das Eisen / also ziehen sie die Männer an sich.

70.0 ihr Manner ! fliehet diejenigen Weiber/wel-che/ wann sie ihre Gestalt euch weisen / zugleich ihreKeuschheit verweisen.

71. IVlulier süperb^ smiÄs , in fzciö piHz, inksrmoNe KÄa, non uni vitio ell sclcliÄa :

Das ist :

Ein Weib/das prangt im Hoffarts-Kleid/

Das ihr Gesicht mit Schminck bereit/

Das redt betrüglich allezeit/

Ist voller Laster/ Lüsternheit.

75. Ein unzüchtiges Buch gleichet einem Huren-Wirth/ und reihet augenblicklich zur Geilheit. Wergern in unzüchtigen Schand-Büchern lieset/ der be-gehret auch gemeiniglich unzüchtige Schand-Tha-ten.

7z. Es ist besser / deine Bücher verbrennen inerlöschlichem/als deine Seele in dem unerlöschlichemFeuer.

74 .Wann ein Fürwitziger suchet/was er nicht suchensoll/ so findet er/ was er doch nicht zu finden begeh?ret. !

75. Es ist besser/ man habe etwas Gutes / weß-!

-Lebens

wegen einen die böse Leute neiden/ als man habe et-was Böses/ worüber sich die Frommen argern.

76. Der ist aller Ehren werth / der die Ehre nichtbegehrt.

77. Durch das Loben wird das Gelobte wenig ge-bessert.

78. Entweder hat dir dein Verlaumbder etwaswarhafftiges/oder etwas falsches vorgeworffen; Jstsetwas warhafftiges / so hat er dir gewiesen/was duandern solst; Jsts etwas falsches / so hat er dir ge- ^wiesen / was du fliehen und meiden solst. Also wirstdu allezeit/ durch dieVerlaumdung/ entweder besseroder behutsamer.

79. Entweder ist die Schmach / wormit du bele-get worden/gerecht oder ungerecht; Ist sie gerecht/^verfluche die Ursache derselben/das ,st/deine eigneSchuld; Ist sie ungerecht / so tröste dich mit deinemgulen Gewissen.

86. Entweder ist derjenige/der dich beleidiget hat/machtiger oder geringer/ als du; Ist er geringer/ soschone seiner; Ist er mächtiger/so schone deiner selbst.Dann/zürnen ohne Nachdruck / ist eben so viel / alsKrieg führen ohne Waffen. 1.'irs lcn^sior-a von

valc uns lcorxs.

81. Entweder ist derjenige / der dich beleidiget/fromm oder gottloß; Ist er fromm / so hat er dich.ja nicht beleidiget; Weil die Frommen niemand be-leidigen ; Ist er aber gottloß / so bist du auch vonihme nicht beleidiget worden/ weil/ t.au6ari clt, Ko

MINI ciiljZlicuUle mslo.

Das ist:

Wer pflegt dem Bösen zu mißfallen/

Der ist Ruhm-wehrt vor andern allen.

82. Wann dich einer beleidiget/ so achte es nicht;Alsdann wird die Beleidigung schlechten Nachdruckhaben.

8 z. Zween vortreffliche Siege werden gefunden/wann man nemlich durch Gedult die Unbilligkeit/und durch die Wohlthat die Ubelthat überwinder.

84. Je weniger du den Zorn unterdruckest / jemehr wirst du vom Zorn gedrücket.

85. Die 8xmpatkia. oder Zuneigung eines Men-schen gegen dem andern/ist natürlich;Die !oder das von allen Zuneigungen befreyte Wesm/ istausser der Natur;Die ^lwpslkia, »der feindliche Wi-!dersetzlichkeit/ ist wider die Natur.

86. Wie es ein grosses Übel ist / das Übel nicht,vertragen können;Aljoistsein grosses Gut/das Übel >im Guten überwinden. ^

87. Es ist großmüthiger gehandelt/ das Unrechtvor kein Unrecht erkennen / OZnolccrc) als dasselbeverzeihen. (iZnolcerc)

88. Liebe deinen Feind/ damit du Christum nichtzum Feind bekommest/ der sein Blut deßwegen ver-gossen hat / damit dein Feind Nicht GOttes Feindverbleiben möge.

89. Diese vier Pronomina oder Vornen-Wörter

, Ich/!