Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

/

I2O

Bes Adelichen Land- und Feld-Leben6

dreyerley Strahlen. Der erste Strahl ist 6ircÄu8,oder eine gleiche Anstrahlung; Der andere rckexuz,oder eine Wiederstrahlung; Und der dritte r-sraäu!.oder eine Durchstrahlung. Vermittele dergleichenLiebes-Anstrahlung / liebet eine vernünfftige Seele denhöchsten GOtt/ vermittels derWiederstrahlung sichselbst/und vermittels der Durchstrahlung den Näch-sten.

Gut verlohren/ wenig verlohren; Hoffnung ver-lohren/viel verlohren ; Die Seele verlohren/allesverlohren.

4. Wann du dem Teussel widerstehest / so ist erdein Feind; Thust du aber/was er haben will so ist erdein Freund. Besser ists nun/ du habest den Teuffelzum Feind als zum Freund.

s. Die böse Einspeyung des Teuffels ziehet eine bö-

Der Beyfall/eine Würckung; Die Würckung/eine

. "VX......

i z. Die Hoffart ist ein Mittel-Punct/von welchemdie Linien zum Umkreiß aller Boßheir sich erstrecken.

14. Die Hoffart ist das Gewicht in der Waag/wann dardurch des Menschen Gemüht erhoben wird/so wird dargegen die Göttliche und Menschliche Gna-den-Gunst unterdrücket.

15. Die nächste Gesartin der Hoffart ist die Ernie-!drigung. t'i lUmci, caclcsovcncie ballociclta c»ns; Ist ein Italiänisches Sprüchwort.

16. Die wahre Demuth hat keine Augen/ fremdeMängel zu besehen; Keine Ohren/ ihre eigne Lob-Re-den anzuhören; Keine Zunge/ ihrLob damit heraus zu-streichen: Keine Hände/ihr einen hohen Ehren-Thronzu verfertigen: Keine Füsse/ damit aufdie höhesten Eh-ren-Sruften zu steigen.

17. Je mehr wir geehret werden/in je grösserer Ge-fahr sindwir. S-ejzötuIwin»»tcnuntcuImins! HoheEichen fallen/vondes Hagels-Knallen. 5-epö uiiiiusclt äclpiii, czusm rcipicl ! Besser ists verachtet wer-

Gewohnheit; Die Gewohnheit/ eine Verzweigung; j den/als aeacktet sennaus^n"^'.'^?""^"'Die V-riw-Wmg -m- miqe Ve-d-mniß/ Mch «I Z««»»

an einer unglückseligen Kette/ nach sich.

6. Gedancken sind Zoll- aber nicht Verdamnüßftey.

7. Gleich wie die vier Haupt-Winde/ nemlich derOst-Nord-^>ud-und West-Wmd/ grosses Unge-stümm auf dem Meer erwecken / also erwecken dievier Passionen/nemlich die Wollust / derSchmertz/die Hoffnung/und Furcht die unordentlichen Bewegungen in dem Gemüth.

> 8. Wir bringen eine grosse Zeit unsers Lebens zumit Böses-Thun/die meiste mir Nichts-Thun / undbiegantze mit Fremdes-Thun.

9. Hast du die Tugend/ so hast du alles: Hast duLaster/so hast du dich selbst nicht; Weildu ein Knechtso Vieler Herren/ als Laster bist.

i6. Gleich wie die Ewigkeit ein jedes Gut unend-lich besser und erwünschter machet / also machet sieauch ein jedes Böft unendlich schlimmer und unleid-licher.

it. Die Ehren fliehen/die Ewigkeit bleibet. DasGold verlässet dich/ die Ewigkeit bleibet. Das Fleischverdirbt/die Ewigkeit bleibet: Und vor solche gerin-ge Dinge ereignet sich die so wichtige Ewigkeit; Vorso flüchtige Dinge / die so lange Ewigkeit; Vor so be-zügliche Dinge/ die so wahre Ewigkeit; Vor so ge-brechliche Dinge/ die so dauerhauffte Ewigkeit; Vorso kurtzwährende Dinge / die ewige Ewlgkeit. O desungleichen Wechsels!

12. O wollte GOtt! daß du klug wärest / daß duverstündest/und die letzten Dinge vorhero betrachtetestdaß du klug wärest in den »eniqen Dingen / die GOttbetreffen; Daß du verstündest die jenigen Dinge / diedie W»lr zeiget; Daß du vorhero betrachtetest die je-nigen Dinge/ die in der Hölle sich ereignen; Alsdannwürdest du warlich dich vor der Hölle fürchten; nachdein Himmlischen ein sehnliches Verlangen tragen/und alles Böse ernstlich fliehen und meyden.

Dingeziehen grosse und wichtige Fälle nach sich.

; 8. Das Regiment ist ein herzlicher Name/aber einbeschwehrliches Amt; Wann derselben Trübfteligkei-ten einem jeden recht bekannt seyn sollten / so würdengewiß nicht so offt ihrer zween gefunden werden/ um ei-nen Thron zu streiten / ja es würden gewiß mehr Kö-nigreiche als Könige zu finden seyn.

19. tionorc8 lunt licut.i Korcz. Das ist : Der

EhrewRuhm gleicht einer Blum; Dann gleich wied,e Blumen/wann sie am anmuhtigsten daher wach-sen/plötzlich von dem Mader abgeschnitten werden/und vermittels seiner Pensen dahin fallen; Also gehetes auch mit den Ehren. Wann der Patronen Gunst-gewogenheit abnimmt/ und einen schärften Schnittdarzwischen thut/so fallen sie gleichfalls plötzlich da-hin. ^tunciano konor knllce eomc un üvr 1 Ast einWelsches Spruch-Wort.

20/ Der Ehrende / ist offt weit-würdiger / als der iGeehrte.

21. Es gereichet mehrers zu deiner Ehre/wann sichdie Leute verwundern/daß du nicht befördert/als wannsie sich verwundern/ daß du befördert worden.

22. Nichts ist groß in Menschlichen Dingen/ alsein Gemüht/ das grosse Dinge verachtet.

2z. Es ist ein Werck einer höchst-vollkommenenTugend/die Ehre verdienen/ und dsch gering achten.

24. Die Ehre(»onos) ist eine so schwere Last/( Onus )daß sie ohne Athem - holen nicht kan ausge,sprechen/ viel weniger ertragen werden.

25. Der muß ein rechter Atlas seyn / der den Eh-ren-Himmel tragm kan/ und doch nicht darunter zuBoden sincket.

26. Die Königliche Krön ist ein Umkreiß / vollerMühseeligkeit/ohne Mittel-Punct einiger Ruhe.

27. Zzeplunt ims pctit, mdius qui lcanciere novit.

Wer zu steigen hoch begehrt/

Fallt offt liess/liegt aufder Erd.