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Bes Adelichen Land- und Feld-Leben6
dreyerley Strahlen. Der erste Strahl ist 6ircÄu8,oder eine gleiche Anstrahlung; Der andere rckexuz,oder eine Wiederstrahlung; Und der dritte r-sraäu!.oder eine Durchstrahlung. Vermittele dergleichenLiebes-Anstrahlung / liebet eine vernünfftige Seele denhöchsten GOtt/ vermittels derWiederstrahlung sichselbst/und vermittels der Durchstrahlung den Näch-sten.
Gut verlohren/ wenig verlohren; Hoffnung ver-lohren/viel verlohren ; Die Seele verlohren/allesverlohren.
4. Wann du dem Teussel widerstehest / so ist erdein Feind; Thust du aber/was er haben will so ist erdein Freund. Besser ists nun/ du habest den Teuffelzum Feind als zum Freund.
s. Die böse Einspeyung des Teuffels ziehet eine bö-
Der Beyfall/eine Würckung; Die Würckung/eine
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i z. Die Hoffart ist ein Mittel-Punct/von welchemdie Linien zum Umkreiß aller Boßheir sich erstrecken.
14. Die Hoffart ist das Gewicht in der Waag/wann dardurch des Menschen Gemüht erhoben wird/so wird dargegen die Göttliche und Menschliche Gna-den-Gunst unterdrücket.
15. Die nächste Gesartin der Hoffart ist die Ernie-!drigung. t'i lUmci, caclcsovcncie ballociclta c»ns; Ist ein Italiänisches Sprüchwort.
16. Die wahre Demuth hat keine Augen/ fremdeMängel zu besehen; Keine Ohren/ ihre eigne Lob-Re-den anzuhören; Keine Zunge/ ihrLob damit heraus zu-streichen: Keine Hände/ihr einen hohen Ehren-Thronzu verfertigen: Keine Füsse/ damit aufdie höhesten Eh-ren-Sruften zu steigen.
17. Je mehr wir geehret werden/in je grösserer Ge-fahr sindwir. S-ejzötuIwin»»tcnuntcuImins! HoheEichen fallen/vondes Hagels-Knallen. 5-epö uiiiiusclt äclpiii, czusm rcipicl ! Besser ists verachtet wer-
Gewohnheit; Die Gewohnheit/ eine Verzweigung; j den/als aeacktet sennaus^n"^'.'^?""^"'Die V-riw-Wmg -m- miqe Ve-d-mniß/ Mch «I Z««»»
an einer unglückseligen Kette/ nach sich.
6. Gedancken sind Zoll- aber nicht Verdamnüßftey.
7. Gleich wie die vier Haupt-Winde/ nemlich derOst-Nord-^>ud-und West-Wmd/ grosses Unge-stümm auf dem Meer erwecken / also erwecken dievier Passionen/nemlich die Wollust / derSchmertz/die Hoffnung/und Furcht die unordentlichen Bewegungen in dem Gemüth.
> 8. Wir bringen eine grosse Zeit unsers Lebens zumit Böses-Thun/die meiste mir Nichts-Thun / undbiegantze mit Fremdes-Thun.
9. Hast du die Tugend/ so hast du alles: Hast duLaster/so hast du dich selbst nicht; Weildu ein Knechtso Vieler Herren/ als Laster bist.
i6. Gleich wie die Ewigkeit ein jedes Gut unend-lich besser und erwünschter machet / also machet sieauch ein jedes Böft unendlich schlimmer und unleid-licher.
it. Die Ehren fliehen/die Ewigkeit bleibet. DasGold verlässet dich/ die Ewigkeit bleibet. Das Fleischverdirbt/die Ewigkeit bleibet: Und vor solche gerin-ge Dinge ereignet sich die so wichtige Ewigkeit; Vorso flüchtige Dinge / die so lange Ewigkeit; Vor so be-zügliche Dinge/ die so wahre Ewigkeit; Vor so ge-brechliche Dinge/ die so dauerhauffte Ewigkeit; Vorso kurtzwährende Dinge / die ewige Ewlgkeit. O desungleichen Wechsels!
12. O wollte GOtt! daß du klug wärest / daß duverstündest/und die letzten Dinge vorhero betrachtetestdaß du klug wärest in den »eniqen Dingen / die GOttbetreffen; Daß du verstündest die jenigen Dinge / diedie W»lr zeiget; Daß du vorhero betrachtetest die je-nigen Dinge/ die in der Hölle sich ereignen; Alsdannwürdest du warlich dich vor der Hölle fürchten; nachdein Himmlischen ein sehnliches Verlangen tragen/und alles Böse ernstlich fliehen und meyden.
Dingeziehen grosse und wichtige Fälle nach sich.
; 8. Das Regiment ist ein herzlicher Name/aber einbeschwehrliches Amt; Wann derselben Trübfteligkei-ten einem jeden recht bekannt seyn sollten / so würdengewiß nicht so offt ihrer zween gefunden werden/ um ei-nen Thron zu streiten / ja es würden gewiß mehr Kö-nigreiche als Könige zu finden seyn.
19. tionorc8 lunt licut.i Korcz. Das ist : Der
EhrewRuhm gleicht einer Blum; Dann gleich wied,e Blumen/wann sie am anmuhtigsten daher wach-sen/plötzlich von dem Mader abgeschnitten werden/und vermittels seiner Pensen dahin fallen; Also gehetes auch mit den Ehren. Wann der Patronen Gunst-gewogenheit abnimmt/ und einen schärften Schnittdarzwischen thut/so fallen sie gleichfalls plötzlich da-hin. ^tunciano konor knllce eomc un üvr 1 Ast einWelsches Spruch-Wort.
20/ Der Ehrende / ist offt weit-würdiger / als der iGeehrte.
21. Es gereichet mehrers zu deiner Ehre/wann sichdie Leute verwundern/daß du nicht befördert/als wannsie sich verwundern/ daß du befördert worden.
22. Nichts ist groß in Menschlichen Dingen/ alsein Gemüht/ das grosse Dinge verachtet.
2z. Es ist ein Werck einer höchst-vollkommenenTugend/die Ehre verdienen/ und dsch gering achten.
24. Die Ehre(»onos) ist eine so schwere Last/( Onus )daß sie ohne Athem - holen nicht kan ausge,sprechen/ viel weniger ertragen werden.
25. Der muß ein rechter Atlas seyn / der den Eh-ren-Himmel tragm kan/ und doch nicht darunter zuBoden sincket.
26. Die Königliche Krön ist ein Umkreiß / vollerMühseeligkeit/ohne Mittel-Punct einiger Ruhe.
27. Zzeplunt ims pctit, mdius qui lcanciere novit.
Wer zu steigen hoch begehrt/
Fallt offt liess/liegt aufder Erd.