Dritten Theils Anderes Buch.
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xx.
Wie sich sonst ein Hauß-Vatter im Glück und Unglück klüglich zu
verhalten habe.
i. K^Aß ein Hauß-Vatter der UnbeständigkeitA'^desGlücks nicht trauen solle / davon hat er^^Dfolgende Lehr-Satze wol zu erwegen.Dct' erste L.chr-Gay: Bedencke fleissig / daß dieLnbilligkciten des Glückes / wormit du heut zu Tagegeplaget wirst/vielleicht Morgen oder Übermorgen iniauterLiebkosungen und erwünschterGunst-Bezcugun-gen können verwandelt «»erden. Solches bringer dieArt und Beschaffenheit des Glückes / welche den Ihri-gen nichts Bestandiges und Vollkommenes/ als dieUnbeständigkeit versprechen kan/mit sich.
kortuna mut^turutl.una.
Das ist:
Das Glück allzeit vergleichet sich/Dem Mond/ ist stets veränderlich.Das Sprichwort der Frantzosen ist ein recht wahres Wort:
l'cms, Ven8, kcmmcs Lc kortunc,LcckaaxLntcomme I» I.une.
Das ist:
Zeit/ Wind/ Weiber und das Glück/Aendeen sich wie Mondes-Blick.
Dcts Glück ist Würffel-artig/weil es das Gute milBösem/ und Böse mit Gutem vermischet. Also daßes Heisset:
I.u6unt invlcem lcsserZ Variante sslicilaz Lt
infslicitar:
Das ist:
Glück und Unglück/ Würffeln gleichen /Und Spiel- artig sich erzeigen/
Bald steigt man/ bald muß man weichen.
dlublls pott 8olc«, poü gauclis lieps äolorcs»
Zu Teutsch:
Es folgt Regen ausdie Sonne/
Trauren folget aus die Wonne.
Das Giücks-Rad wendet das jenige/was unten ist/bald zu öberst/ und das öberste zu unterst. Bald wer-
den die jenigen/so auf dem Gipfel der höchsten Ehrenfitzen/ tieff herunter geflossen; andere hingegen werdenaus der Tieffe in die Höhe erhoben. Diese unbestän-dige Leichtsinnigkeit des Glückes/ haben ihrer sehr vielerfahren; mdeme sie bald mrt demselben auf das an-muhtigste gebuhlet/ bald aber von demselben auf dasschimpflichste trsSirer und gehalten worden.DasGlückhat den König Saul von den Eseln/den David vonden Schaafcn zum Israelitischen Scepter erboben.Andere Exempel und Beyspiele zu geschweigen. '
Der andere Ä.ehf-Gay »st: Erwege fieissig folgen-de Lehr- Spüche/welch dir zu deiner selbst-eignen Be-herrschung in Glück und Unglück grossen Nutzen brin,gen werden:
i.) Massige dich in gutem Glück / und überwindedas Böse mit standhastrigem Hertzen. Kanst du aberdie Pfeile des widerwärtigen Glückes nicht zerbrechen/so siehe zu / daß du von ihnen nicht selbst zerbrochenwerdest.
-».) Wer nicht glückseelig ist/ der wird glückseeligseyn/wann er sich durch die Tugend des Glückes wür,öig machet. Die wahre Glückseligkeit ist / des Glü-ckes würdig geachtet zu werden.
z.) Die ^ure und lautere Glückseligkeit / ist einewahreUngluckseeligkeit. »unium bom. ll nikii maii. >Guts genug / wo nichts Böses befindlich; nzare desOrientalischen Kaysers ?jlz-rü ^dlimarl Denck-Spruch.
4.) Es ist eine grosse Tugend/ mit der Glückselig-keit^ streiten: Es ist eine grosse Glückseligkeit/ von derGlückseligkeit nicht überwunden werden. kcNcuas
5c moclcratio rsru ksbitant in eociem clvmicilio.
Glückseelig-und Massigkeit wohnen selten beysamen.Wormit dieJtalianer übereinstimmen/wann sie sa-gen : Lon !a prolpcrita 6lKiciImcnls sk leza l»donta.
s.) Die wahre Glückseligkett gründet ihren Wohl-stand nicht auf anderer Leute Untergang. Diefe sinddie Allerunglückfeliasten / welche sich / wanns andernunglücklich gehet/hochstglückseelig schätzen.
xxl.
Ein Hauß-Vatter solle folgenden kurtzen Auszug oder Kern der
Christlichen Eitten-Lchr/ vermittels folgender Lehr Sprüche ihnen selbst
vorstellig machen und fest impnmiren.
erste Ä.chr» Sprucb: Die Seele hat eindoppeltes Amt / snimars. und amsre, das ist/lebend machen und lieben. Das erste verrich-
tet sie am Leib / das andere aber an-und gegen sichselbst.
2. Gleich wie die Sonne / also hat auch die Liebe
dreyer