Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

ji!4 Des Adelichen La

nnuß auch viel trincken/ wiewohl nicht alles auf ein-' mahl / es wäre dann ^sache / daß der Mensch gar! gesund und starck wäre; Dann/ welche schwacherNatur sind/ die sollen sich des vielen Triuckens ent-halten/ damit die Starcke und Krafft des Magens" nicht verletzet / noch derftlbige überschwemmet wer-de.

Die briete : In warmen und gallAchtigen Na-turen/ oder/ wann man gar leichte Speisen genies-set/ welche in der Warme leichtlich verderbet wer-den/ solle man gewässerten Wein / wie auch geringBier trincken / welche Geträncke/ nach ihrer Artund Beschaffenheit/ die Warme lemperiren undmäs-sigen : In kalten Naturen aber/ oder/ wann mansolche Speisen geniesset / welche nicht gar leichtlichverdäuet werden / solle man guten lautern Weinund Bier trincken/als welche die natürliche Wärmeerwecken.

Die Vlerdte: Den Kindern soll man linden undgewasserten Wein / und nicht starckes Bier; Denenalten Leuten aber guten lautemWein zu trincken ge-ben,

Di- fkttsfee : Im Winter solle man mehr essen/und weniger (wiewohl guten läutern Wein) rrm-cken. Im Frühling aber soll man im Elftn etwasabbrechen/ hingegen etwas mehrers trincken. DochM das Getränck mir Wasser/sonderlich im Sommer/vermischt seyn.

D»! jechste : Nach Verdauung der Speisen imMagen/ damit die Nahrung zur Leber/ durch dieBlut-Adern gesühret werde / haben etliche gar keinGetränck vonnöthen / weil sie weite Durchgänge/und eine sehr gewaltsam austreibende Krasst dev Ma-gens / wie auch eine anziehende Krafft der Bmt-aderigen Materi / oder eine/ihrer Natm- gemäß/«üßiae und reine Nahrung besitzen. Andere aber /weil sich das Widerspiel bey ihnen ereignet / sind ei-niges Trancks benöthiget/damit er die Speijen undNahrung desto füglicher mit sich abführe. Es wirdaber solcher Tranck meistenrheils nach völlig gewe-sener Verdauung im Magen/wo das Gö.-pjm mcytdie geringste Anzeigung einiger Speise von sich gibt/zum wenigsten vier oder fünffStundm nach genom-menen Speisen/gebrauchet : Zu welcher Zeit / woinan einigen Durst empfindet / und eine Schwehreum den Magen sich ereignet / man gar wohl tr,ti-cken kan: So lang aber die Speise im Magen kom-met / kan man entweder das Trincken einstellen/ odergar wenig vom gewöhnlichen Tranck zu sich nehmen/damit die Speisen nicht im Magen schwimmen/und dieselben nicht vom Getrancke mögen umfangenwerden.

Die siebende: In gesunden Leibern ist daswürck-lich-kalte Getränck allem andern vorzuziehen/ weil esden Durst besser stillet/ die Begierde zum Essen er-wecket / dasEingeweid starcket/ und die eingepflantzteWärme vermehret.

Die achte : Der Wein soll abgezogen und reinseyn. Wann noch überflüßiger Wein-Stein daran

befindlich / so kan man selbigen / vermittels etlicherMastix-Körner/ verbessern. Solches hat Ncrme,^rismczilws beobachtet / damit der Wein mit seinerWeinstein-Hefen den Leib nicht verderben mochte.Item / ist der Wein trüb / oder allzu sehr schweff-licht / kan man etliche frische Eyer in das Geschirroder Vaß legen/ auch einige Stunden darinnen las-sen / welche den Wein / nicht nur hell und lautermachen / sondern auch den Schwefel und anderesschädliches an sich ziehen/diese Eyer können alsdannwann sie aus dem Wein wieder genommen / gleichwie vorhero/genutzet und verspeiset werden.

z. Hier ist die Frage bey dieser Gelegenheit: Obder viele Gebrauch des Gewürtzes in den Speisenzur Gesundheit dienlich sey ? Und ist die Antwortdarauf: Die Gesundheit-Lehrer urtheilen gar recht/daß man Vie Gewürtze / und was em verborgenesFeuer heget/ fliehen und meiden solle. Der gemäs-sigte und wenige Gewürtzes-Gebrauch ist nicht zu Ver-werfjen/ nur den vielfältigen uno üve.Migen Ge-brauch des Pfeffers und dergleichen Gewmtze ver-bieten die Natur-Kundiger denjenigen Personen/soschwache Magen haben; Dann widrige Dmge wer-den gar uvel durch widrige Mittel geheyier und zurecht gebracht, (-alcm Lehre gehet dahin / daß et-was widriges durch em ander mäßig-widriges Dingsoll curiret werden. Einen kalten Magen durch au-ju hitzige Gewurtze zu recht bringen wollen/ ist einerechre Thorheit / dann das heist / etwas widriges/durch höchst-preißwürdige Dings heylen und curirenwollen.

4. Es fraget sich ferner / ob der Zucker der Ge-sunuheir dienuch seye? Und ist die Antwort darauf:Alles Zucket-Werck/ Conftet/ Leb- undHomg-Ku-chm / Fladen / Feigen/ Cubeben und dergleichen/das man auf den Nach>Tisch zu setzen pfleget/ aem/Hippelem/ Borten/ Makronen / Ptätziein/ :c. sindmchls anders/als eine süsse Betrüglichteil/eine demSchlecker-Maul angenehme TMMiey/ die aber derGejund!)eir höchst-schädlich und nachtheilig zu seynpstegec. Wer in der Artzney^Kunst ein wenig erfah-ren ist / der weiß / daß der Zucker den Zähnen emGisst sey / die Galle vermehre / die Leber entzünde/uno dem Magen grossen Schaden verursache. Eintrefflich gelehrter und in der Artzney-Kunst höchst-er-fahrner Mann hat/ nach 0r--x-iu Bericht/«.2.öS /ejunio, von allem Zucker-Werck folgende Mei-nung gehabt: Alles Zucker - Werck ist dem Magenzuwider/verursachet chme grossen und gewissen Scha-den / und ist eine Anregung zur verleckerren Wol-lust. Ein gesunder und starcker Magen verlangetsolches nicht/ ein^ schwacher Magen nimmts an/ abermir höchstem Schaden / und weiß nicht / was ervor Unheyl gebieret und zu weg bringet. Ein guterMagen wird dadurch verderbet / und ein böser nichtverbessert / noch zu recht gebracht. Wollt ihr einenguten Magen erkennen? Er verlanget solche Spei-sen/ die mit chm übereinstimmen und starck sind/ alszum Exempel / ein wohlgesottenes Rind-Fleisch undvergleichen: Zucker und Confect ist ihme nicht ange-

' nehm.j