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Dritten Thetlö
den. Dann / gleichwie die Gleichheit eim Mutterder Freundschafft ist/ also pfleget sie auch eine Mut-rer des Ehestandes zu seyn. Man muß über das imEhestand die unterschiedliche Ungleichheiten fliehenund tmiden. Die Erste ist die Ungleichheit der Re-ligion ; Was solche zuwegen bringen könne / ist «usSalomons Exempel abzunehmen / der/ weil er mitabgöttischen Weibern Freundschafft machte / auchendlich.selbst Abgötterei) getrieben. Der Constanti-l-wpolitanische Käyter contt,nlinuz Lopron^muskbre mit seiner Gemahlin in steter Uneinigkeit/ weilsie Abgötterey triche / und er ein Bilder-Stürmer«Mr. culpmian. in Her Käyser-Chronick. Die An-dere ist die Ungleichheit des Alters/als wann ein Al--ter eine Junge / oder ein Junger eine Alte freyet.Dannenhero sagte jener: Ein alter Liebhaber ist bil-lig zu verlachen würdig: Ein altes Weib aber ist ei-gnes jungen Mannes M-Feuer. Die Dritte ist dieUngleichheit des Reichthums. Dann / wann einArmer eine Reiche freyet/so ist sie-nicht sein Weib/sondern seine Gebisterin/ wie allbereit oben gemeldet?worde». Die Vierdte ist die Ungleichheit der (.om-picxion. Also schicket sich eine blutmche Person nichtwol zu einer melancholischen. Die Fünffre ist dieUngleichheit des Standes und Geschlecktes. AljoHerlachte An. 1567. fast die gantze Europäische Weltdie Ehe des Schwedischen König Erichs / als er si-nes ungeachteren MannsTochter gesreyet hatte;Dannals er selbige trefflich liebte / und nun zwey Kindervon ihr erlangt hatte/ scheuete er sich nicht/ selbige/blos wegen ihrer schömn Leibes-Gestalr/ zu ehlichen.Und als einsmals «ner ihme die Ungleichheit des Ge-blilts vorruckte/Md was dem Königlichen Geschlecht-dardurch vor Schimpff und Spott zugezogen wür-de / zu verstehen gab / ließ er denselben alsobald hm,fuhren WderwÜrgM. i'Iorimunäu5 ^.aimuncius.iid.4. OriL. kiseres. caj, 16.
9. Die neuen Ehe-Leute sollen / nach vollzogenerEhe und geendigter Hochzeit-Freude/ihr Gemüth ei-nig vnd allein dahin richten / daß sie alles auf Vasfleißigste beobachten/was der Ehestand erfordert undh aben will. Es sind aber im ehlichen Stande etli-che Wercke beyden gemein / etliche aber gehen nurden Mann/und etliche nur das Weib an. Die, denEhe-Leuten gemeine Wercke und Amcs-Pflichren be-stehen in der gegeneinander tragenden Hebe undHms-fr / wie auch in ehelicher Treue und Gediüt. Diedem Mann zustehende Amts-Wercke sind / eine guteu»D ehrliche Meynung von seinem Weibe haben/keusch und züchtig nnt ihr leben/ sie mehrers in Ehr-erbietigkeit als Furcht erhalten / sie vor aller Unbil-ligst beschützen / «nd wann sie ja bißweilen einenFehler begangen/ mit Bescheidenheit zu rechte brin-gen. Hingegen steket denen Weibern nichts beffersan / als sich tugendsam / keusch / fromm und häuslichaufführen.
10. Ein Weib M sich der uberflußigm und un-mäßigen Leibes-Zierde enthalten; Dann selbige ver-zehret nicht allein/wieder Krebs/das gespahrte Gut/sondern ist auch eine Anreitzerin zur bösen Begierde.Dmenjenigen Matronen/ welche dem übermaßigen
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Kleider-Pracht ergeben sind/ stelle ich jene edle Ma-tron zum Exempel vor/welche An. 1624. so wol mithohem Geblüt und stattlichem Reichthum/ als auchmit einem trefflichen Verstand begabt wäre; Sel-bige nun hcme eine neue Kleider-Art von solcher Net-tigkeit und Schönheit ersonnen/ daß sie aller Men-schen Augen an sich zöge. 'Andere Weibs-Personenverwunderten sich nicht allem über die Kostbar - undKünMchkeir dieses Kleides / sondern auch über dieTrefflichkeit des Verstandes dieser Frauen / welcheein so zierlich Kleid ersonnen hatte. Es war ein sehrweiter Rock oder Schaube aus seidenem Purpur/ denharren dreyKünstler von Gold trefflich gesticket/ undmit solcher Arbeit einJabr und drüber unausgesetztzugebracht. Zu diesem Rock wurde eine Brust oderein Leibgen von gleichem seidenen / mit güldenen Fa-den durchstickten Purpur verfertiget. Den erstenTag aber / da diese Marron solch Kleid angethanhatte/ beobachtete sie / wie aller Menschen Augen6uf sie gerichte-t waren/ und befürchtete sich / es wür,den andere Weiber ihr solchen Pracht auch nachthunwollen / dam»t sie nun nicht gezwungen würde mthun / was sie nicht wohl ausschlagen konnte / ihrauch ihr eigenes Gewissen nicht wenig Unruhe verur-sachte/legte sie das nur einmal gesehene und hernachausgezogene köstliche Kleid hinfuhro gar nicht mehran / sondern wollte vielmehr / durch Göttliche Ein-gebung/ daß solches Kleid/ daß vorhero einWerck-Zeug der Hoffart gewesen wäre/ hernach eine Zier-de einer andächtigen Freygebigkeit mrd Allmoftns seynsolte; Dann sie widmete allen diesen weiblichen Zier-rath in eine Kirchen der Heiligen Maria Magdale-na. Es wurde aber aus diesem einigen Kleid eineDeckender den Alrar/ ein Meß-Gewandtvor denPriester/ ein Kästlein vor den Keich/ein Band oderÜberzug über das Meß-Buch und das HochheiligeGut verfertiget. Orcxcüus IriztneZilt, libr. z.c. 10.
z i. Was der Hummel unter den Bienen ist/dasist ein geschmincktes Weib unter ehrlichen Matronen.Der Heilige c^pri-nu, führet GQtt selbsten widerdie Matronen/die ihr Angesicht mitSchmmcke ver-fälschen / also redend ein : Ey lieber ! fürchtest dudich nicht/ die du dich also schminckest / daß ÄN derAuferstehung dich dein Schöpffer gar nicht erken-nen/und von seinen Gaben und Verheißungen aus-schließen und absondern/ja als ein ernstlicher Rich-ter zu dir sagen möge : Diß ist mein Werck nicht/so gehöret mir auch diß Bildniß nicht zu. Du hastdeine Haut mit falscher Salbe beflecket/du hast dei-ne Haare mit falscher Farbe verändert/ dein Ange-sicht ist durch Lügen und Betrug unerkenntlich; deineGestalt ist verderbt / du siehest gar anders aus;Gottkanst du nicht sehen/weil du keine Augen mehr hast/die GOtt gemachet/ sondern welche der Teuffel ver-sehret hat. Dem hast du gefolget/ die röthliche undabgebildete Schlangen-Augen hast du nachgemacht/deinem Feind zu gefallen / hast du dich geschmincretund gezierer/mm solstdu auch mit ihme brennen undbraten. Biß hieherderH.cxpnanus.
12. Ein Weib solle nicht rauh und stürmisch/son-dern