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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
78
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78 DeoAdelichen L<v

Theil derselben/nemlich ihre Zierrath/auf dem nächstdarbeystehendem Tische läge / und es es also recht hies-se/wie dlalo, lib. l.cjc l<smccl. ^mori» berichtet:

- . zuro Acminisque tazuntur

Omnis , pars minims eli ipsa puclla sui.

Das ist:

Alles ist mit Gold und Steinen auf das fleis-sigste bedeckt/

Das Geringste/was man siehet/ist das Mägd-lein/ das drinn steckt.

Damit du nun auch nicht möchtest auf solche Wei-, se betrogen werden / so sey darauf bedacht/ daß dudas Gerücht/der schönen Gestalt / und die Gemms-den Leibes - Gaben vorziehest. Welches Ambrosiusauch Ud l, (je Virxin. zu verstehen giebt / wann ersaget: Warum sollest du wohl an deinem Ehe-Ge-mahl mehr auf die Schönheit des Angesichts/als derSitten/ halten ? Lasse dir die Zucht und Erbarkeitweit besser an ihr gefallen/ als die Schönheit. Garschön und warhaffcig redet hiervon Salomon/ deme/als einem Erfahrnen/ hierinnen billig Glauben zuzu-stellen : Holdseligkeit ist betrüglich:Em Weib/das denHErm fürchtet/dasselbige soll man loben. Sprüchw.

Z l.v zu.

6. Wer ein Weib freyen will / der sehe nicht zu! forderst auf cipe reiche Morgengabe / auf Güter und! Renten/zc. sondern vielmehr auf die innerlichen Tu-gend- und Gcmürs-Gaben: Dann / ein Weib / das' derselben ermangelt / wird ihrem Mann vielmehr ei-! ne Last/ als eine Lust seyn, imoisr^biiius n>K,i cti,! quz n s«mina äivcz Das ist: t7ltct?es »st unletd^! lichers/ als ein re«ckt Solches hat Ltiava-

! tius 6e vera pruclcnNa üb. 2. cap. ,2. beobachtet/wann er gesaget : Ein reicheres Ehe-Gemahl wirddem andern / bey entstandnem geringen Streit/ bald, seine Gerinqfügigkeit vorrucken/ und tyrannisch hal-ten. Warhaffte Worte führet hiervon?iutärcliu8.

6c calionc Welche/spricht er/reichere Wei-- der nehmen/ als sie selbst sind/ die wissen nicht/daß' sie sich/ an statt der Manner/ zu Leibeigene der Mor-gengabe gemacht. Mir gefallet das zu diesem Vor-haben gar schön schickende Lpizramma des Poeten

Uxorcm H'izre iocupletcm cluccrc nolim»(^iTntur/' uxorj nubcre riolo mes.

Inferior mstrona luo tit, ?riscc, m->rito,

sliter suerint scrmins parcs«

Das ist:

Fraget ihr / warum ich nicht eine reiche Braut er-wehle?

Daß mich keiner ja mit Recht unter Weiber-Scla-ven zehle.

Prisce! ein Weib muß und soll / unter ihrem Man-ne seyn/

Sonst wird unter Mann und Weib keine Gleich-heit treten ein.

»»zcrobius führet hiervon folgende Vergleichung:Gleichwie derjenige ein rechter Thor ist/ der/ wo erein Pferd kauften will / nicht auf dasselbe / sondernauf den Zaum/ Zierrathen und Sattel siehet: Alsojrret derjenige/ der sein Weib nach dem Schmuck/

>d- und Ze!d>Leben6

Zierrath und Reichthum schätzet. Und doch gibts inWarheit dieser sehr viel / so sich mehr m den Reich-thum / als in die Tugenden vergaffen. Worüberttuzc» clc 8. ViSors in einem Büchlein an seinen gu-ten Freund / der zu heyrathen verlangte / klagete:Man nimmt/spricht er / heut zu Tage Weiber/ nichtdie Hurerey zu vermeiden / sondern Wollusts hal-ber; nicht um Kinder zu zeugen / sondern Geld undGut zu erlangen. Dannenhero/ als Ki -rci Otomsjüngere Tochter gefraget wurde / warum sie/ nachVerlierung ihres ersten Mannes durch den Tod/nicht einen andern freyete? habe sie zur Antwort ge-geben: Sie finde keinen Mann/der ihrer mehr/alsihres Guts begehrte.

7. Ein betagter Mann soll kein junges Weib freyen.Als der Böhmische und Ungarische König Uiadis-laus /'-inen Sohn Ludwig und Tochter Annam ver-heyrathen wollte/ war er mit seinen Kindern/undSigmund/dem König in Pohlen / nach Wien zumKayser Maximilian dem Ersten gereiset. DerKäy-ser begehrte/ daß die Anna einen seiner Enckel/ dieihm sein Sohn Philipp erzeuget hatte / nemlich denCarl oder Ferdinand/ freyen / und Ludwig hinwie-der versprechen solte / die Mariam / als gleichfallsdes Käysers Enckel/ zu heyrathen. Weil aber An-na nicht weit von den mannbahren Jahren wäre/wurde dem Käyser die freye Wahl gelassen / sie ih-me entweder selbst / oder einem seiner Enckel zu ver-mählen; Allein/ der Kayser sagte: Ich habe nochim frischen Gedächtniß / was mein Her: Vatte?/Käyser Friederich / zu sagen gepfleget: Wann einereinen alten Mann gerne ehrlicher Weise ums Lebenbringen wolte/so solle er ihm nur ein junges Magd-lein zur Ehe geben: dann das seye der Alten höchst-schädliches Gisst; Wann ich nun dieser Rede nach-dencke/ so würde ich recht thöricht thun / wann ichmit Wissen und Willen der Gefahr des Todes michunterwürsse; Ja / ich würde auch mich wider diesesjunge Blut höchlich versündigen / wann ich in kur-tzemsterben/ und sie als Wittib hinterlassen würde/da sie nicht so bald einen andern Gemahl nach dem !Käyser überkommen möchte. Gefallt mir dannenhe-ro der Rath/welchen jener allen jungen Weibs-Per-sonen gegeben/wann er sich verlauten lassen:

Li voles aple nuberc. nubc psri.

Das ist:

Wo die Eh soll wol gedeyen/

Must du deines gleichen fre»en.

Dann ein junger Gesell schicket sich am besten zueinem jungen Mägdlein. Behielte also der Kayserdie Anna bey sich zu Wien / daß sie mit seinem En-ckelein Maria zugleich in einem Frauen-Zimmer möch-!te auferzogen werden / und die Teutsche Sprayelernen/ biß der Bräutigam und die Braut zu ihremrechten Alter gelangten, vubrzvius, üb. zi.

8. Im Ehestand soll eine Gleichheit beobachtet wer-den. Dann / obgleich unterweilen zwischen unglei-chen Personen / die Ehen wohl gerathen / hat mandoch weit mehrere Exempel / daß eine ungleiche Eheübel ausgeschlagen. Soll man dannenhero sich miteiner ungleichen Person nicht in den Ehestand bege-

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