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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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8o Ve6 Adeltchen

dern freundlich/ und leutselig von Sitten seyn; Dann/wann die Sitten undGebärden einevWe»t>es/mit An-muthigkeit vermischet sind/so sind sie eine gewaltigeAn-reitzung ju wahrer ehelichen Liebe; Sie sind die Stri-cke der Liebe/wormir ein Weib das Hertz ihres Man-nes auf das vesteste und genaueste ihr verbindlich ma-chen kan. Die Rauhigkeit kan nicht wol in den Na-men eines Weibes/viel weniger in ihren Sitten/voneinem Mann / mit billigem Gemüth / erdulrer werden.Die Frantzösischen Chronicken melden: Es habe Phil-ipp der l. König in Franckreich / seine Gesandten anAlphonsum il. König in Castilien geschickt/ welchevor dem Dauphin / um eine Königliche Princessin/ anselbigem Hof/ die allbereit Mannbar wäre / werbonsollten. Alphonsus schlagt die ältiste vor/ welche eineschöne Dame war / und Ur5aea hieß. Die Gesandrenwurden durch die Rauhigkeit die,es Namens abge-schräget/ daß sie sagten / es würde solcher Name demDauphin nicht gefallen; fragten dannenhero nach dem! Namen der andern PrinceM ; und als sie von dem

- Herm Vatter verstanden/ sie hiesse Blanea; gefielesolcher Name den Gesandten trefflich wol/und sagtenselbige: Urrscs wird den Frantzosen einen Schrecken/Blanea aber Lust und Liebe erwecken. Es ist aber dieBlanea/versetzte der Varter/nichr gar schön; Wol!wiederredten die Gesandten / was ihr an der Schön-heit abgehet / daß wicd ihr Name ersetzen. So baldsie hernach der Bräutigam ersehen / gefiele sie ihme/wegen ihres blossen Namens; wurde zur Königin auf-genommen/und gebahr Hernachmals Ludwigen / denman den Heiligen nennet.

? z. Die Verschwiegen-und Eingezogenheit / ist ei-ne treffliche Zierd an einer Weibs-Person. Es wirdaber den Weibern hiermit nicht das Reden / sonderndas allzuviel«: Plaudern verboten. Wo ein Weib ge-schwätzig ist / da höret man viel Läster-Worte, in«zuell-i csla ö pocs pacc, ovc Is ZsIIina canla,c'I zal-I«, tace. Lustig ist zuvernehmen/was hier folget / undkalt in sich eine höchst-nützliche Lehre vor alle schwätz-hafftige und zänckische Weiber/wo sie solche nur fleis-sig beobachten und praÄiciren wollen. Ein Weibklagte einem klugen und verständigen Mann/ daß ihrEhe-Mann fast täglich voll heimkomme / erschröck-lich rumore / und alles zuunterst und öberst kehre.Der Mann hörte ihr Klagen gedultig an/ dachte aber! bald darbey/ (wie sich dann auch die Sache verhielte/)! daß der tolle und volle Mann/durch die Geschwätzig-keit seines Weibes/noch toller und rasender gemachet) würde. Er verhieße ihr dannenhero nichr nur ein gu-

- tes Mittel/sondern reichte ihr solches gar in die Handi und sprach : Sehet da/ liebes Weib / nehmet dieses

Fläschlein mit Wasser mit euch / und wann euer Ehe-Wirth wol bezecht nach Hause kommt / so schliessetvon diesem ^>affr / (es war aber nichts anders/ alsein schlechtes Brunnen- Wasser/) ohne Saumnüs/haltet selbigen so lang in dem Mund / biß er sich zuBette geleger; Ihr werdet alsdann erfahren/was die-ser i.iqu^r vor trefliche Krafft habe / und wie so garwenig euer/sonst stürmiger Mann / rumoren werde.Das Weib gehorchte diesem guten Rath/gebrauchtedas Mittel/und verspührte treffliche Linderung. Sie

stellte sich wieder bey ihrem Rathgeber ein / und be-gehrte inständig zu wissen/was doch dis vor ein Was-ser seyn müsse / und wie hoch es wol zu kauffen wäre ?O liebes Weib! sprach jener / man kan dieses Wasser/ohne einigen Unkosten/ aus dem nächsten Brunnenschöpffen; Dann/ was ihr dem Wasser zugeeignet/das ist eurem Stillschweigen zuzuschreiben. Wer beysich verspühret/daß er eine geschwätzige und zänckischeZunge habe/der kausse dieses Wasser / und halte esfleissig in seinem zugeschlossenen Munde; das erinnertder weise Mann gar schicklich / wann er in seinenSprüchwörrern c.!7.v.i z. sich hören lässet: Werdas Wasser lässet auslaussen/ der ist ein Anfang desHaders. Wormir der Spruch des H. Gregor» !>b.s.klorsi c »i. übereinstimmet/wann er saget: DasWasser lässet man aus / wann der Zungen-Fluß sichergiesset.

14. Ein kluges und eingezogenes Weib machet es/wieder Mond; Dann/gleich wie derselbe/ wann ervon der Sonnen entfernet ist / gar schön und hell er-scheinet ; Wann er aber sich nahe bey chr befindet/garnicht gesehen wird: Also mmmr sich ein kluges/ undwolgesittetes We»b/wann der Mann zu gegen ist/kei-ner wichtigen / und dein Mann eigentlich zustehendenGeschafften/ an.

1 s. Indem ein jegliche Verletzung und Befleckungdes Ehe-Bettes nichr allein schändlich / pudern auchhöchstgefährlich ist / so ist doch diejenige / welche durchdas Weib begangen ist/ noch weit-schändl>ch> und ge-fährlicher; Hiervon erzehier(Zrämmun6.in üb. nut.La», eine traurige Geschicht/ folgenden Jnnhalts:Es wohnte / nicht weit von der Stadt Montauban/aufeinem schönen Schloß / ein Edelmann / NamensReynesius/ der hatte eine auserlesene Jungfer/Pama-tia benamset/ zur Ehe genommen. Es trüge sich aberzu/daß ein Vicc-Graf/Paulmus/Heffrig gegen sie inLieb enrbrandte/und sie/nach abaeflognen unterschied-lichen Geschencken/ zu seinem Willen bekäme. Da-mit er nun einen desto sicherern Zutritt bey ihr hätte;verfügte er sich/bald in Gestalt eines Gärtners/ baldeines Mahlers/ bald in einer andern Verkleidung / indas Schloß. Endlich / wie sie gar zu gemein unter-einander worden/wurde dardurch soviel ausgerichtet/daß die Liebe der Pamatia / in ihrem Hertzen / gegen ih- >ren Ehe-Gemahl/gantz erkaltete; Welcher auch hier-durch hinter dem gantzen Handel käme / und allenFleiß anwendete/den Paul»num/ auf frischer That/zu erwischen. Unterdessen hatte Reynesius einen sei-ner Diener/mit Geld bestochen/der kurtz vorher/vonder Frauen war/unbilliger Weise/übel tractiret wor-den/ daß er Achtung geben sollte / ob er nicht / listigerWeise/hinter die Sache kymmen konnte ; Selbigernun/ wendete grossen Fleiß an/und beobachtete/daßPaulinus/zum öfftern / sich bey der Pamatia einsan-dte/ und seines Herrn Ehe-Bette / schandlicher Weise/befleckte; Deutete demnach solches dem Reynesio an/der sich sofort stellte/als ob er/wichtiger Geschäffte hal-ben/verreisen müste. Das Weib nähme / mit Croco-dils-Zahren/ von ihm Abschied/ und beflisse sich / dasschändliche Liebes-Feuer dardurch zu verbergen. Desfolgenden Tages/ stellte sich Paulinus / mit der Pama,

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