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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Drittel? Theils Anderes Buch. 7 7

Das Hauptsächliche ist eine kluge Regierung des Ge-sindes in der hauslichen Gesellschaffr/ welche dreyfachist: Eine Ehliche/ Vatterliche oder Elterliche / undHerrische.

Die erste gehet aufMann und Weib/ die andereauf Kinder/ und die dritte auf Herren und Frauen/Knechte und Mägde.

Das nicht hauptsächliche ist eine kluge Verwal-tung des Haus-Wesens. Nach erkannter Beschaf-fenheit des Heyraths- und Ehlichen (.'ontr-^.mußman nicht ohne grosse Vorsichtigkeit und angewand-tem Fleiß ein Ehe-Gem.chl erwehlen/weil es eine garwichtige Sache ist/ m welcher / wann etwas verse-hen worden/ man leichter ein Mittel vor das über-kommene Übel wünschen / als finden und erlangenkan.

Daß aber die Wahl eines Ehe,Gemahls weißlichund glücklich geschehe / so muß man (wie gedacht)folgende Erinnerungen fleißig und nachdencklich zubeobachten/ sich bemühen.

1. Wer sich in den Ehestand begeben will/der mußein das ist/säumig und langsam seyn. Dannin diesem wichtigen Werck wird vor allen Dingen dieKlugheit erfordert. Es hat aber die Klugheit dieSäumig- und Langsamkeit zur Gesärrin / wie dieThorheit die Übereilung. Wann man in Geistlichen-Orden treten will / so wird zuvor ein Prob-Jahrbeobachtet / aber so gehets im Ehlichen-Orden oderStand nicht her: Dann/ hast du einmal ein Weibgenommen/ so kanst du solches hernach nicht wiederverkauffen oder vertauschen/ sondern du must es be-halten biß ins Grab. Es ist ein kurtzes Gejanglein:Sey du mein / ich bin dein! aber es hat gar einenlangen Nachklang.

2. Welche sich verheyrathen wollen / sollen diesedrey Worte: Hmsrem. i<cm, wohl er-wägen/ nemiich/die Aufrichtigkeit der Liebe/die Sit-ten und Natur-Art/ und dann endlich die Güterund das Vermögen.

z. Man soll ein Weib nehmen mit dem Gemüth/mit den Ohren / mir den Augen und mit den Han-den. Mit dem Gemüth / daß man auf die Tugend/nemlich/ die Fromm- und Gottseligkeit gedencke. Dan-nenhero pfleget man zu sagen : Derjenige findet emfrommes Weib / der kein anders / als ein frommes/suchet. Mir den Ohren / daß er sich deßwegen beyandern Raths erhole. Mit den Augen / daß er euchauf die zierlicheLeibes-Gestalt sehe. Weil ausser dem/daß die unförmliche LeibesGestalt gemeiniglich auchein schlimmes Gemüth anzeiget/ sie noch über das den'Mann zur Unzucht bey andern Weibs-Personen rei-het. Endlich mit den Händen/ daß man auch aufdas Vermögen oder Heyrath-Gut ein Absehen habe/wiewol dieses letztere billig die letzte Stelle besser;Dann/ grosses Gut machet keine glückliche und ge-segnete Ehe/ sondern die Tugend. Dannenhexohar'I'ticmittocis5 pflegen zu sagen: Icb rviil lieber une fromme B?»mr/ohne stattliches Hevrtchc-Äut/als ein stattliche Gut ohne c ns from,

me ZSraue haben. Dann/ es ist doch wahr/ wo die

! Morgengab eintritt / da rritt die Freyheit des Ehe-standes hergegen hinaus.

4. Wann sonst alles ist / wie es seyn soll/ so sollman lieber eine Jungfer/ als eine Wittwe / heyrah-ten. Dann derjenige muß eine doppelte Mühe undArbeit haben/ der eine Wittwe freyet. Erstlich/ daßer ihr die Sitten und Gebräuche des ersten Mannsabgewöhne / welche eine Wittwe gemeiniglich anzu-ziehen pfleget. Fürs andere/ daß er die Braut nachseinem^Kopff angewöhne. Solches hat in einer glei-chen Sache jener kiulisuz gar artiich zu verstehengegeben / mdeme er von denjenigen Lehrlingen einendoppelten Lohn gefordert / die vorhero von einemandern Lehrmeister waren unterwiesen worden; weil/sprach er/ein Dillg schwerer zu vergessen / als zu ler-nen.

5. Wann man sich nach einer Braut umstehet/soll man sich um die schöne Gestalt nicht zu sehr be-kümmern : Dann der Schönheit ist gemeiniglich ei-ne Sorge und Bekümmerniß beygefüget / und bateine anmuthige Gestalt die Furcht zur Mit-Gesar-tin ; Ja/es wird bey nahe ein Mann mit so vielenKümmernissen umgeben / jo viele Schönheiten undAnmuthigkeiten er täglich an seinem Weibe erblicket

> und beobachtet. Also wäre die schöne Gestalt sar«ihrem Abraham leichtlich zum UmergGg und Ver-derben ausgeschlagen / als er / in Egypten reisend/ihr gelobte/ sie solte sich vor seine Schwester ausge-ben/ weil er sich wegen ihrer Schönheit befürchtete.In Betrachtung dessen/lässer sich hierüber deHeü.kmbsnlius lib. i. äe Viryinib. also vernehmen:.DißExempel lehret uns / daß wir uns / in Erwählungeines Ehegemahls nicht gar sehr nach der Schönheitumsehen sollen / weil sie gemeiniglich dem Mann denTod und Untergang zuzuziehen pflcget. Hierzu komMet/ daß die weibliche schöne Gestalt ihrer sehr vielbetrogen/ denen man den Spruch Danielis/ c. ,vorwerssen könnte: Die schöne Gestalt hat dich be-trogen ; Entweder / weil sie eine eitle Hoffnung/we-gen Beständigkeit der schönen Gestalt/bey sich Aehee-get/ oder/ weil sie solche Schönheit vor warhassriggehalten / da sie doch nur eine geschminckte und er-bettelte Schönheit gewesen. Solches / als der Hei-lige öLrnKizrchnus, ein andachtiger Prediger/tom. 4.lerm. ;6. bestattigen wolte/ erzehlt er folgende lusti-ge Geschieht:

Es seye nemlich einsmals ein ungcstaltes / kleinesund bucklichtes Mägdlei;? gewesen / welches mit ho-hen Schuhen / falschen Haaren / gemachten Zähnen/und ausgefüllten Kleidern ihre Person dermassm ver-stellet hatte / daß sie den Augen ihres Freywerbersgefallen / undalseme Unedle/von ihm / als einemEdelmann / geehlichet worden. Wie sie sich nundes NachtS entkleidete/ und die hohe Schuhe/Haa- .re/ Zähne und Kleider ablegte/ käme sie dem neuenEhemann kleiner/ als vorhero/ für/der hiesse sie dan-nenhero aufstehen / um sie recht zu betrachten / undsolche Veränderung desto besser zu beobachten. Kv.mnaber wäre solches von ihme geschehen/ da befände er/ ,daß sein sauberes Eheweib eine Zwergin / bucklicht/ ^«einaugigt und zahnluckicht seye/ ja/ daß der halbe!

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