Vorwort zum ersten Band.
KTur ein kurzes vorläufiges Vorwort sei dem ersten*^ Bande dieser Publikation beigegeben. In der Ein-leitung, welche dem zweiten (Schluss-)Bando vorangehensoll, wird die Bedeutung von Ubbo Emmius in seinervielseitigen Tätigkeit und der Wert seines Briefwechselsdargelegt werden.
Das alte Friesenvolk hat vielleicht keinen Grösserenhervorgebracht als Ubbo Emmius; seine Bedeutung wurdedenn auch nicht nur bei seinen Lebzeiten allgemein aner-kannt, sondern wird auch jetzt noch auf beiden Seiten derEms hoch angeschlagen. Die Friesen als ganzes Volkhaben zu wenig staatenbildende Kraft gehabt, um einepolitische Einheit zu bilden; schon am Ende des Mittel-alters war es ersichtlich, dass die politische Organisationnicht weiter als bis zu der Bildung kleiner friesischerStaaten, wie die heutige Provinz Friesland, Stadt undLande unter Groningens Vorherrschaft und die GrafschaftOstfriesland, gelangen würde. Dennoch blieb das Be-wusstsein der Zusammengehörigkeit in den besten Friesenlebendig; die Einheit des friesischen Stammes blieb ihnenunvergesslich; für sie lag das Vaterland an beiden Ufernder Ems. Sogar die politischen Ereignisse des sechs-zehnten Jahrhunderts, welche Friesland und Groningenzunächst dem burgundischen Reiche Karls V. einverleibten,dann durch den grossen Aufstand gegen Spanien diesebeiden Provinzen mit der neuen Republik der VereinigtenNiederlande zusammenfügten, waren nicht imstande, dieEmpfindung der Zusammengehörigkeit des friesischenVolkes aufzuheben. In Emmius, der doch den politischenund kirchlichen Streit seiner Tage mitgekämpft hat, istdas Gefühl, dass das ganze Friesland sein Vaterland ist,niemals verschwunden. Er fand dieses grosse Vaterlandin Groningen wie in Emden; er fand es, obgleich die