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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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Lös

lich etwa 18W Ctr., und etwas über die HaPe an Zucker,womit dem Kreise eine Lurusstener aufgebürdet ist, diealle übrige öffentliche Lasten übersteigt.

Wein wird selbst in der Stadt weniger als Bier ge-trunken. Am häufigsten ist der Gebrauch der Mosel- undAhrweine. Nur für die Kirmessen ist Wein ein allgemei-nes Getränk auf dem Lande. Dann aber leider zu oftein künstliches, häufig mit Obstmost gefälscht oder zu Roth-wein gefärbt.

Mit dem Kaffe ist auch der Tabak und zwar in drei-facher Gebrauchsweise eingebeimet. Nur in der Kirche,bei Tisch und im Schlafe läßt der Landmann seine Pfeifeerlöschen. Das sogenannte Prümmen (Tabakkäuen) istgottlob seit einigen Jahren fast ganz außer Gebrauch ge-kommen, wogegen der Verbrauch des Schnupftabaks selbstbei der handarbeitenden Nolksklasse immer häufiger wird.Nirgendwo im Kreise wird Tabak mehr gebaut, dagegenaber in den Mülheimer Tabaksfabriken viel mehr pfälzi-scher Tabak zum Gebrauche bereitet, als im Kreise ver-braucht wird. Blos die besseren Sorten werden eingeführt.

Die Zeit des Frühstücks ist auf dem Lande im Wintervor der Tageshelle, im Sommer nach mehrstündiger Ar-beit, gegen 8 Uhr. Die Hauptmahlzeit wird in der Nhein-ebene landesüblich um eilf, im Gebirg erst gegen 1 Ubrgehalten, da die sommerliche Raststunde, der sogen. Einun-ger Ki'esta hier vor, und dort nach der Mahlzeitstatt findet. Bei den Städtern und Fabrikarbeitern gilteingeführte Lebensw"ise. Nur die Landleute halten amHergebrachten. Diese leben den ganzen Tag bindurch infreier Luft und sitzen am Abend daheim, während jeneden Tag über in Werkstätten oder am Schreibpulte sitzenund erst Abends sich Erholung im Freien suchen. DerAreis bringt außer Mangeljahren zur Ernährung derEinwohner hinreichende Nahrungsmittel hervor. Nurherrscht in den Monaten Mai und Juni, wenn nach Auf-zehrung des Wintervorraths die frischen Gemüse sich»ersparen, in der Regel drückender Mangel. Die schon