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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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n Zweige unseres Fürstenstammes um den Alleinbesitz des« Herzogthnms erhielt sich die Anhänglichkeit der Berger so>l! für die Sprossen von Neubnrg wie für Brandenburg.

Als nach Erlöschen des Neuburgischen Zweiges der Kur-» fürst Karl Theodor von Sulzbach' durch Verträge, den Erb-rechten Brandenburgs zuwider das Land erhalten hatte,'ki vermochten alle gute Eigenschaften dieses Regenten und5 alle künstliche Regierungsmittel das Volk von der altenAnhänglichkeit an die geraden Sprossen seines ältestenlK Fürstenhauses nicht abzuwenden. An jedem Sonntage hörte>>' das Volk von den Kanzeln in pomphaften Redensartena von der landesväterlichen Milde des besten der Regenten;>5 die Schulen schienen nur angeordnet, um der Jugend diecl? lange Titelreihc und Gratulationen des Kurfürsten an zu--dressiren, wie Schulbücher jener Zeit noch beweisen; überall« hörte man, sah man das Lob des Kurfürsten, sogar aufK den Gränzsteinen der Domainengrundstücke und auf denBauten früherer Landesherren wurden die alten Inschriftenß mit dem Wappen und dem Namenszuge Karl Theodor^ vertauscht; zog er durch's Land, oder kam von Münchentij die Nachricht, daß der Kurfürst von irgend einem Siech-ii! thum befallen, genesen, oder (was endlich Niemand mehrei glauben mochte) die Kurfürstin guter Hoffnung sei, dannm gab es kirchliche und bürgerliche Freude- und Trauerfeste,! ohne Gleichen, Kanonaden, Illumination, Festreden, Ge-w läge, Hochrnf, Inschriften, Pompzüge, Gedenkbildcr, Verse,Chronogramme, Feuerwerke, Fahnen, Spenden, Wappen-eti schilder, Festgebeier, Blumcnstrcu, Kränze, und was nuribi Alles befohlen oder angewöhnt sein mochte, und überallZe- der Name Karl Theodor Kurfürst. Das halbe Jahrhun-H dert seiner Regieruugszeit hindurch konnte das Volk vor!)ii Vivatrufen nicht zu Athem kommen. Wäre nach einerle« Durchreise des Kurfürsten andern Tags der Kaiser ge-)sk> kommen; er hätte nur heisere Stimmen gehört nnd manbei wäre in Verlegenheit gewesen, ihm etwas mehr Ehre zugewähren als ' dem Kurfürsten. Nur die Vergötterungziv> blieb noch übrig. Doch trotz all des Weihrauchs und desbetäubenden Jubels wandte sich das Volk in vielen Be-