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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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tarkciten begleitet. Nirgendwo kriegermäßige Entbehrung,Einfachheit und männliche Abhärtung. Ueppigkeit undtveibischer Prunk wurden zur Schau getragen. Die Zahlder Wagen, die Gegenstände, welche zur Annehmlichkeitdes Gebens und zur Verschönerung des Körpers dien-ten, überwog die der Pulver- und Geschützkarren. VomOberst bis zum Gemeinen sah man die Krieger frisirtund mit wohlriechenden Salben bestrichen. Haarkränslerund Putzwaarenhändler, Zuckerbäcker und Tanzmeister,Freundinnen und Nebenweiber, Schauspielerbanden, Kunst»köche, Bedienten und Zofen bildeten zahlreiche Schaaren.Vom Feldherrn bis zum Hauptmann ließen die Offiziereihre Speisen durch eigne Köche bereiten, wozu Koch- undTafelgeräth mitgeführt war. Generäle und Oberste hat-ten l'5 bis 25 Bedienten und eben so viele Pferde; einMajor etwa ein Dutzend, der Hauptmann mindestens dieHälfte. Fast jeder Offizier hatte einen oder mehre Wa-gen, worin die Freundin in strahlendem Geschmeide throntevon Papageien und einer Menagerie von Singvögele undSchoßhündchen und anderm Spielwerk umgeben. Dakam Geld ins Land. Besonders Solingen gewann durchBestellung von Waffen. Der arbeitenden Hände warenzu wenige und der Lohn stieg bedeutend. Auch die Ge-treide erhielten hohe Preise. Das Malter Roggen kostete5 Rthlr. Es mußten Früchte aus dem Klevischen einge-führt werden, und Karl Theodor ließ das Branntwein-brennen bei hoher Strafe untersagen. Die größte Plagefür's Land war der Spanndienst, der von Mittheiln ausbis Wesel, Unna, Dülmen, Haltern und Dortmund ge-leistet werden mußte, und dies währte vom Mai bis gegenden Winter. Am 23. Oetbr. mußte das Amt Porz noch170 doppelbespannte Karren zur Getreidefuhr von Weselnach Dülmen stellen. Viele Pferde gingen verloren, vieleDienste blieben unbezahlt.

Daö überaus schöne franz. Heer, welches in Sachsenvordrang, wurde am 5. November von dem Könige vonPreußen bei Noßbach auf beispielloser Weise geschlagenund zog nach Westphalen zurück, wo es unter dem Ober-