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Zeit auch mehrmals zurück trieb. — Zu dem gegenPreußen beschlossene» Neichskriege mußte unser Landesherreine aus 10 Bataillonen bestehende Herrschaar stellen.Ans allen bergischen Gemeinden wurden Freiwillige dazuaufgerufen. Weil diese sich aber nur sparsam einstelltenund zumal aus Solingen und Elberfeld großentheils zumPreußischen Heere gingen, so trieben Kurpfälzische undKaiserliche Werber ihr Unwesen, meistens mit Gewalt,holten Nachts Jünglinge und Männer aus den Bettenund brachten sie nach Düsseldorf, wo die Streithaufen ge-bildet wurden- Noch lebt im Volke die Erinnerung anjene Menschenjagd. Seit Johann Wilhelms ruhmvollerFranzosenwehre (1701—1705) waren die Wehrhaftigkeitund die Aufgebote der Junggesellen zur Vaterlandsver--theidigung nicht mehr zur Anwendung gekommen. Zwarhielten die Landesherren die veralteten Lehenpflichten imAndenken, und auch jetzt hatte Karl Theodor durch Aufrufvom 12. Februar 1756 die waffenfähigen Vasallen aufden 9. März, Morgens 9 Uhr, wie dies ehedem üblich,nach Pempelfort zur Musterung beschicken, gerüstet mitbestem Gewehr und Kraut und Loth, wie ungleichen auf10 Tage mit Lebensmitteln versorgt. Doch dies geschahnur, auf daß die Lehenleute sich mit Geld vom Kriegdienstlösen sollten, denn im nämlichen Aufrufe hieß es, daß manbei Verhinderung keine Stellvertreter, sondern baares Geldsenden solle, und hatte den Ablösebetrag (sogen. Consequenz-fuß) für Mann und Roß auf 60 Nthlr. gestellt, wofürsich kein Junker den Beschwerden des Feldlagers und demKugelregen preisgeben mochte. Man kannte hinfort alsKrieger nur das stehende angeworbene Heer. Es gabkeine Vaterlandsvertheidiger mehr, sondern nur Soldaten,wahrhafte Söldlinge, die nicht für Heerd und Volk, son-dern um des Lohnes und Raubes willen auszogen. Des-halb war hierzulande der Kriegerstand verachtet und vonden Besseren geflohen. Liederliche Haussöhne, von denEltern ausgewiesen, oder nach Durchdringung ihres Erb-theils, nahmen zu den Werbern ihre letzte Zuflucht. Ver-brecher entflohen dorthin dem Arme des Nachrichterö.