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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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der Reife abschnitten und in ihr Lager schleppten. Ancbwar die persönliche Unsicherheit so groß, daß sich keinBürger, aus Furcht, erschlagen zu werden, vor die Mau-eru wagte. Und auch diese Schntzwehr wurde den Viel-bedrängten entri»en. Je stärker Mülheim befestigt wurde, jdesto mehr erwachte die alte Eifersucht der Kölner wie- lder, und unter dem Verwände, daß die Hessen nndSchweden au Mülheim eine Trntzbnrg gegen Köln ge-winnen könnten, erwirkte der Rath der'reichsfreien Stadtvon den liguistifchen Heerführern unterstützt, den Kaiser-lichen Befehl zur Schleifung der Mülhermer Befestigung,da dieselbe seit vielen Jahren bedenklich gewesen." DieVerschanz»»gen von Deuz hatte man schon im Jnti vori-gen Jahres wieder geebnet. Was auch Wolfgang Wil-helm dagegen einsprechen mochte; er erlebte das Werk derZerstörung von Neuem. Am Z.August !(4l begann derAbbruch, und zu' Ende des Monats war Mülheim wie-derum ein offner Ort und jedem Plünderzuge preisgegeben.

Während des Jabres 1642 war das Herzogthum Bergund das Erzstift Köln der Hauptschauplatz deS Krieges, sIn keinem Jahre des 30jährigen Kr egeS litt die Gegend!so wie damals, besonders aber "durch befreundere Truppender Liga. Vom Novbr. 16-tl bis zum Früh>ahr 1642hatten die Hessischen und Weimar'schen Kriegsvölker hier?die Oberhand, mit welchen der Pfalzgraf am W. März zdas frühere Neutralitätsbündniß erneuerte uud gegenmäßige Beisteuer die Belästigung der Einwohner abwandte.Auch begann er unter Hessischem Schutze Mülheim wie-derum zu befestigen. Doch im Juni zogen die liguistifchenVölker unter Hatzfeld und Wahlen 15,(M Mann starkins Bergische und dann über deuMhein, wo sie bei Zons einfestes Lager bezogen, von wo ans sie über die dort ge- >bauete Schiffbrücke das rechte Rheinufer plündernd undverheerend überzogen. Bis zum Oetbr. blieben diese Völ-ker unter dem Oberbefehl des baierischen Generals Johann ,von Werth gegen den bei Uerdingeu stehenden Feind ganzunthätig. Sie beschränkten sich auf die Beraubung undVerheerung der Städte uud Dörfer, auf Eiuscheunung der