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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
Entstehung
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blutigen Soldatenherrschaft. Im Novbr. des I. 1622bezcg das Spanische Reiterregiment Don Lon/.ale« «1et.'nr<jov!l seine Winterlagerung in Mülheim nnd mißhan-delte und preßte die Einwohner mit gewohnter Grausam-keit. Ein großer Troß von Weibern und Kindern be-lästigte beinahe noch mehr als die Kriegsknechte. DieMißhandlungen wurden so unerträglich, daß viele Bürgerihre Wobnstätte und Hab und Gut verlassend in dieBerge flüchteten, was die Noth der Zurückgebliebenennoch vermehrte. Um eine menschlichere Behandlung zuerlangen, unterhandelte der Magistrat förmlich mit denKriegshauptleuten und gab jedem Offizier ein monatlichesSchöngeld von 30 bis 80 Dahler kölnisch, auf daß einestrengere Mannszucht gehalten werde. Doch bald warender unglücklichen Freiheit Mittel erschöpft und Anleihenauf Anleihen mußten gemacht werden, um die habgierigenSpanier, die übrigens landesfreundliche Truppen, zu be-friedigen. Gegen das Frühjahr 1623 wurde die Nothso groß, daß man im Magistrate den Vorschlag machte,die Freiheit Mülheim zu verlassen und Hab und Gutaufzugeben, um nur den Gewalthandlungen der Wälschenzu entkommen. Doch die Aufrechterhaltung der Bürger-vorrechte, die der damalige Bürgermeister Paul von Stamm-heim der Versammlung in kräftiger Rede vorhielt, be-stimmte zur Ausdauer. Da war es auch (7. Mai 1623),als das Dorf Schlebusch von den in Mülbeim liegendenSpaniern gänzlich zerstört nnd Mann, Weib und Kinddem Blutdurst geopfert wurden. Als am 27. Juli 1623die Spanier aus Mülheim gegen die Ruhr hin aufbrachen,sah sich die hiesige Gemeinde mit einer Schuldmasse von16,660 Rthlr. Brandschatzgeld belastet. Die Opfer, dieVerluste der einzelnen Bürger wurde auf das zwanzig-fache geschätzt.

Als im August desselben Jahres der Pfalzgraf Wolf-gang Wilhelm nach Mülheim kam, ward er gerührt vondem kläglichen Zustande der Stadt, von dem unverdientenElend der Bürger, er versprach ihnen seinen landesväterli-chen Schutz und ließ eine bewaffnete Wehre ordnen, wozu er