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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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Bürger sich um die Stadtfahne versammeln und den Be-fehlen des vom Magistrate angeordneten HaupimannSpünktliche Folge leisten. Der Wachtdienst, den der Stadt-bote auf Weisung des Bürgermeisters anordnete, warstetig- Aus den Junkern des Senats wurde Führerund Fähnrich erwählt. Zn Ende des lk. Jahrh., alsdie Stadt eine landesherrliche Besatzung erhielt, zerfiel dieBürgerwehre, und nach der Reformation beschränkte sichdie Schützengilde, welche das Eigenthum an der Stadt-wiese behielt,' auf einen pomphaften Aufzug bei der Got-testracht und auf das Königsfchießen.

Außer dem gemeinsamen Schutze und der gegenseitigenHülfsleistung genoß der Bürger zu Mülheim auch anderewesentliche Bortheile. Er dürfte Waldung und Weide derStadt benutzen und hatte Antheil an den Holzgerechtig-leiten des dem Domstifte zugehörigen Buchenwaldes. Derverarmte Bürger wurde von der Gemeinde unterhalten.Schon frühe kommen bedeutende Armenrenten vor. Deralles leitende Magistrat wählte einen Kirchenschatzmeister,der zugleich Säckelmeister in der Armenpflege und Stadt-verwaltung war und fährlich mit dem Stadtfchreiber undzwei Schöffen vor versammelter Gemeinde in der KircheRechnung legen mußte. Der sogenannte Stadtschreiber,der zugleich Gerichtsschreiber, Notar, Schulmeister undKüster war, führte Buch über alle Einnahme und Aus-gabe. Wie Verwaltung und Rechtspflege, so war auchdie kirchliche und bürgerliche Gemeinde ungetrennt. Beidem Polizeigerichte, das über Sittenvergehen, Feld- undWaldfrevel und dergl. Kirchenstrafen und Bruchteil inGeld, Oel und Wachs verhängte führte der Pastor denVorsitz. Die Pfarrkirche von Mülheim war die zu Buch-heim. Die Domküsterei zu Köln besaß den Hof zu Buch-heim und den dortigen Pfarrsatz; die Kirche zu Mülheimist in dem Competenzrt'gister des Domstifts noch im 17.Jahrh, als eine bloße Kapelle aufgeführt und erst in jün-gerer Zeit, als die Pfarrkirche zn Buchheim hinfälkgwurde, zur Hauptkirche benutzt worden. Doch wehnieder Pfarrer schon im 15. Jahrh, in der Stadt, unv ob-