Druckschrift 
Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

ganze christliche Europa hatte seine Angen ans Mülh imgerichtet. Immer eifriger wurde der Bau betrieben undim Herbste sogar die Nackte hindurch fortgesetzt. Dasäete die Unduldsamkeit in Glanbenssachen Zwietracht zwi-schen die Landesherren. Diese Fürsten, welche eine völligeGleichstellung aller Bekenntniß«.' verkündet batten, gerietbenin die kleinlichsten Glaubcnszwiste. Der lniherische Pfalz-graf wollte die römisch Katholischen im Lande lutherisch,der resormirte Markgraf wollte sie resormirt machen. Die-ser Zwiespalt ging bald in alle Zweige der gemeinsamenVerwaltung über; was der eine befahl, das verbot derAndere, und jeder wünschte den Meinbesitz dessen waser mit dem Andere theilte- Mulheim würde sich unterder Einigkeit der Fürsten gewiß zu einer der bedeutendstenStädte "von Deutschland erhoben haben. Die günstigeLage, die Glaubensfreiheit, in einer Zeit, als oft diebesten Köpfe, die fleißigsten Bürger der Meinung wegenaus andern Landen vertrieben wurden, würde eine Machtund einen Wohlstand begründet haben, der die Engherzig-keit andrer Magistrate beschämt hätte. Doch über derTrümmerstätte der ostrheinischen Ubierstadt, die einst derFluch über den Verrath des Vaterlandes gebrochen hatte,schien auch forthin ein dunkles Geschick zu walten.