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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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von Köln abcr ließen wiederum eine weitschweifige Dnick-schrist gegen den Bau verbreite», worin sie die FürstlicheBerichtigung zu widerlegen suchten. Unter Anderem, wassie von den Mülheimern Nachtheiliges vorbrachten, hießes auch, daß ein dortiger Kaufmann an der Treppe seinesneugebauten Hanses die Gestalt des Kaisers schlafend, dieHände im Schooß, in Stein hätte meißeln lassen. Hin-sichtlich der Vertreibung der in Mülheim anbauendenKölnischen Bürger abcr behaupteten sie, daß dieselben nichtdes Glaubens halber, sondern wegen Zuwiderhandlunggegen städtische Satzungen bestrast und entfernt wordenseien. Nach diesen Satznngen mnßte sich jeder KölnerBürger zum römisch-katholischen Glauben bekennen. --Beide Partheien schickten Anfangs August Gesandten anden Kaiser zu Prag. Damals war der Bau des Landes-herrlichen Schlosses zu Mülheim schon so weit gediehen,daß es den Fürsten ein Obdach gewährte. Der suugeChurfürst von der Pfalz besuchte sie damals auf seinerBrautfahrt nach England und nahm die begonnenen Bauwerke in Augenschein. Da aber nm diese Zeit verlaurete,der spanische General Spinola sei nach Prag gereiset,um die Ausführung des Käiferl. Befehls gegen Mülheimund die Züchtigung der zur refornürten Kirche überge-tretenen Stadt Aachen zn erlangen, so wurde dein Chur-fürsten von Brandenburg und dem Pfalzgrafen von Neu-burg der Beistand der Generalstaaten zugesichert. AuchEngland uud Frankreich erboten sich, zum Schutze derStadt Mülheim Geld und Heere zu senden, und es er-gingen von allen leiten Botschaften an den Kaiser fürund wider den Bau, der immer eifriger betrieben wurde.Da erschien am 11. Septbr. ein geschärfter Befehl desKaisers, die Einstellung des Mülheimer Baues innerhalbacht Tagen zn vollziehen. Doch so lauge Brandenburgund Neuburg einig blieben, war die Vereitlung keineleichte Sache. Auch Churhessen und alle protestantischeFürsten verbanden sich mit ihnen zu Schutz und Trutz,«selbst Katholische Neichsfiiide virwandten sich für dieZufluchtstätte so vieler schuldlos verfolgten Familien. Das