Druckschrift 
Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

sogar ber^'sch- Unterthanen unter der Beschuldigung, daßsie der Mülheimer Predigt beigewohnt hätten, zu Kölnder Verspottung des Volks und sogar den Angriffen des ^Gewaltrichters preis gegeben waren. So wurden unterandern Herr Jacob Jacobs, der in Gladbach wobnte unddem dieser Ort die Anlage dortiger Papiermühlen ver--dankt, da er mit seinem Sohne Stephan Jaeobs undeinigen Freunden am 13. Mai 1612 nach Köln kam,vom Gewaltrichter Peter Gndenan in Hast genommenund Johann Ncninghofen und Frau Gürtchen, Bürgerund Bürgerin zum Hohenthal in Mülheiin mißhandeltund ihrer Mäntel und anderer Kleidungsstücke beraubt,weshalb die beiden Landesherren ein Abmahnungsschreibenan die Kölnische Bürgerschaft erließen.

Dagegen beschwerte sich die Domküsterei über Holzfrevelin dem ihr zugehörigen Buchforste, der zum Hausbauliiedergefällt worden, und über Entziehung vom Zehnten,indem viele hundert Morgen zehmpflichtigen Ackerlandesin dni Stadtring aufgenommen und zu Bauplätzen benutztwaren. Unterdessen wurde es leicht, den KaiserlichenHof, wo damals der Grundsatz Alles beim Alten bewendenzu lamu, schon volle Geltung fand, gegen die reichSge-jährliche Neuerung des Mülheimer Baues zu stimmen. >

Der Kaiser Mathias erließ unterm 2. Jnli 1612 zuFrankfurt den Befthl, daß die Landesherren bei Strafevon lW Mark löchigen Goldes, das halb an die Kaiser!.Kammer und halb an die Stadt Köln zu entrichten, sofortvon dem Bau abstehen und in Frist von 36 Tagen Allesin vorigen Stand setzen, auch den zu Mondorf gegenKölnische Waaren angelegten Zoll sogleich aufheben sollten.Am t7. Juli händigte ein Kaiserl. Kammerbote diesenBefehl den zu Düsserdorf anwesenden Fürsten ein. Alsderselbe aber auf Zurathen mehrerer Kölner in Begleitungderselben nach Mülheim kam und dort den Spruch desKaisers ohne Austrag verkündete, wurde die Gesellschaftsehr übel behandelt und kaum vermochten die fürstlichenBcamten sie dein Partheihasse zu entreißen. Die Herren