besonnn? müsse, und alle Neuerer wurden deshalb alsUnruhstifter bestraft, als Aufrührer vertrieben. WederKatholik noch Protestant ehrte damals die fremde Ueber--zeugung. Die schroffe Unduldsamkeit steigerte den gegen-st'ingcn Haß zur Thätlichkeit, so daß der schwächere Theiljedesinal zu Märtyrer des Glaubens werden mußte. Unterden aus Köln vertriebenen Protestanten aber befandensich nicht nur viele der besten gewerbtreibenden Bürger,sondern auch sogar Patrizier, die schon wegen ihres Grund-besitzes lieber in der Nähe blieben als sernehin auswan-derten. Alle fanden zu Mülheim günstige Ausnahme,Bürgerrecht und landesherrlichen Schutz. So hatte Mül-heim in den Jahren IW9 bis lkl l mehre Tausend der bestenBürger gewonnen, die hinlängliche Mittel besaßen, Wohn-häuser und Werkstätten zu errichten und der Hansastadteinen großen Theil ihres Handels zu entziehen. Diesmachte die protestantischen Landesherren auf ihren Vortheilaufmerksam. Sie beschlossen Mülheim zu erweitern, das-selbe als eine Schntzmaner gegen Köln und das Erz-ßift zu befestigen nnd zur Belebung ihres Handels vonWesthofen, die Gränze des sogenannten Kölnischen Händ-chens entlang, durch die Mülheim umziehende Niederungdes alten Rheinbettes einen Kanal auSzugraben, der vondem Drucke des Kölnischen Stapelrechts befreien sollte.Am 23. März 1kl2, nachdem der Bau schon zwei Jabrechätig gefördert war, ließen die Fürsten auf dem zu Duis-burg versammelten Landtage ihrer sämmtlichen Länder des-halb ein Ausschreiben ergehen, das in allen Neichslandenverkündet wnrde. Alle Christen ohne Unterschied des Be-kenntnisses, die ihre Ehrenhaftigkeit durch Zeugnisse zubeweisen vermochten, wurden eingeladen, sich zu Mülheimanzubauen. Für zehn Jahre war ibnen das Bürgerrecht>nd der Mitgenuß aller städtischen Privilegien nnentgeli-lich zugesichert. Auf zehn Jahre sollten'sie für alle Bau-Posse der Zollfreiheit genießen und für alle Waaren, Vic-tualien und Handclsgcgenstände ik den Herzogtümerndas Vorlaufrecht haben. Neben der röm? Katholischensollten alle christliche Consessivuen mir Kirchen und Schulen
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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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