Noch im Mai l<M zwischen Neuburg und Brandenburgzu Homburg ei» Vergleich zu Stande. Beide wollten dieI Lande durch Statthalter gemeinsam verwalten, und Johann» Sigismnnd sandte seinen Bruder Ernst, der Pfalzgrafnber seinen Sohn Wolfgang Wilh.lm. Frankreich, desStreits der Fürsten in Deutschland erfreut, versprach HülfeHegen den Kaiser- König Heinrich lV. ließ ein Hülfs-l Heer von 59,MO Mann an der Gränze zusammen ziehen.Diese Drohnng des einen Erzfeinds des Reiches währendder andere, der Türke, Siebenbürgen bedrämte, und inallen Landen Unzufriedenheit gährte, lieg den Kaiser Ver-handlungen anknüpfen, die zn Köln eröffnet wurden.Noch wären die Franzosen herein gelrochen, wenn nichtder Dolch eines Mönches Frankreichs Lage geändert hätte.Die Bergischen Aemter waren bereits aufgefodert, Karrennnd Lebensmittel zum Bedarf des Frauzosenheercs bersitzu halten, doch innere Unruhen hielten es zurück.
Unterdessen setzten die Fürsten von Brandenburg undNeuburg alle spanisch gesinnten Beamte ab, bedrückten Klö-ster und Klerus mit ungewöhnlichen Steuern und begün-stigten ihre Glaubensgenosten, denen auch die Kirche zuMülheim damals eingeräumt war, wäbrend der Bau, zweier neuen prot. Kirchen begonnen wurde.
Von Bensberg aus, wo sich beide Fürsten nebst denEnglischen und Französischen Gesandten während der Köl-nischen Vergleichsverhandlnngen aufhielten', forderte» sievon dem Rath der Reichsstadt, daß er den Augsburgische»j Confessionsverwandten eine Kirche einräume, oder den! Gottesdienst in Mülheim wie bisher zu besuchen gestatte.
In Köln hatte nämlich die nene Lehre schon achtzig> Jahre vorher viele Anhänger gefunden; diese aber waren^ bedrückt oder vertrieben worden, bis bei dem Uebertrutezweier Erzbifchöfe die Kalvinische Lehre viele Tausend' Bekenner gesunden hatte, welche sich für mächtig gennghielten, die fzeie Ausübung ihres Gottesdienstes vom Se^nat zu erzwingen. Doch dieser hielt streng an dem Grund-sätze fest, daß jeder Bürger sich zur alten römischen Kirche