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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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selben belehren. Hierzu berief er den reformirten Predi-ger Peter von Loh aus Elberfeld, dem vom 13. bis 2-1.Juli dies BekehruugSwerk gelang, nnd der den Auftragerhielt, auch hinfort die der Gesellschaft schädlichen Schwär-mer zurecht zu führen- — Das Beispiel des ErzbischofSHennann zu Köln, der noch im hohen Alter zur neuenLehre übertrat, halte viele Nachfolger gefunden; doch alsErzbifchof Gebhard Truchseß die Kalvinische Lehre einzu-führen begann und das Erzbisthum in ein erbliches Chur-sürstenthu'm zu verwandeln versuchte, erhoben sich unglück-same Streitigkeiten, die auch für Mülheim nachtheilig wur-den. Gebhard, der am 19. Deebr. 1582 zur ref. Kircheübergetreten war und am 2. Febr. 1583 eine StiftsdamcauS GerrcSheim geheirathet hatte, wurde am 1. Apriljenes Jahres vom Papste Gregor VIII. mit dem Bann-fluche belegt, und seiner Pfründe vcrlustigt.

Am 23. Mai wurde Ernst von Baiern zu seinem Nach-folger erwählt, aber Gebhard Trnchseß suchte sich mit Ge-walt im Erzstift zu behaupten, und es entspann sich eiltwüster Krieg, der vom I. 1583 bis 1589 währte und unterdem Namen deS Truchsessischen berüchtigt ist. Im Som-mer 1583 batte Gebhard seinen Aufeuthalt auf dem Her-zogschlosse zu LülSdorf gewählt und zog dort seine Kriegs-volker zusammen, nm Stadt und Erzstift zu überwältigen.Da es au Solde gebrach, so lebten die TrncbüssischenKrieger vom Raube und nahmen den Landleuteu vonKönigswinter bis zur Wupper, Vieh uud Hausrath weg,nur die Spanier hauseten damals schlimmer in unsermNaterlande. Znm Schutze der Stadt Köln ließ Ernstvon Vaiern Anfangs August das Kloster Deuz verschan-zen und legte eine Besatzung von 250 Mann Wallomndorthin. Da zogen am 6. August der Graf von Neue-nar und der abgefetzte Domherr Graf Solms mittruchsessischen Reitern und 2VL> Mann zu Fuß, zum An-griff, wurden aber zurückgeschlagen, worauf sie verschiedene