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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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dem die Kriegsvölker Kaiser Karls V. bei dem GeldrischenErbstreite die offene Freiheit Mülheim hart belästigt unddas flache Land umher muthwillig beraubt und lzebrand-schatzt hatten, beschloß er, Mülbeim wieder mit Wällen undMauern zu versehen, den Bürgern Sicherheit und denLandleuten eine Zufluchtsstätte zu verschaffen, wohin siein Zeit der Noth ihre Habe zu retten vermochten. Trotzder Einsprüche des Kölner Senats führte er daS Werkder Befestigung fort, uud als die Reichsstadt eine kaiser-liche Abmahnung dagegen erwirkt hatte, brachte er dieStreitsache am Reichskammergcrichte zu Speier an. Ergestattete dem Mülheimer Magistrate zu dem früherenStadtzeichen, daS ein Mülheimer Schiff mit Steuermannund Haken darstellte, auch den klimmenden Bergischen Lö-wen zu fügen, welches Wappen nach der landesherrlichenVerleihung vom 22. Juni 1575 binfort anf Nathssiegeluud Stadtfahneu prangte. Fünf Tage später ertheilte'erder Stadt auch die uach Deuz verlegten Märkte wieder.

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Besonders merkwürdig ist Wilhelms Negiernngszeitdurch Verbreitung der von Luther begonnenen GlaubenS-neuerungen. Viele Verkünder der neuen Lehrweise hieltensich in Mülheiin auf, und obgleich Herzog Wilbelm demKaiser einen Eid hatte leisten gemußt, die LutherischeKetzerei in seinem Lande nicht einzuführen, so blieb erdoch heimlich der kirchlichen Umgestaltung zugethan undhinderte sie nicht. Das Beispiel gleichzeitiger Landesher-ren, die aus gnädigstem fürstlichen Befehl diesen oder je-nen Glauben gewaltsam eiuführien, fand bei ihm keineNachahmung, und selbst gegen die eommunistischen Wieder-täufer, die nach seines Varers Edieren und den NeichS-satzungen gemäß mit dem Tode bestraft werden sollten,zeigte er sich als einen Mann von Kopf und Herz. Dennals man im I. 156, eine Anzabl Wiedertäufer, die beiMülheim in den Feldern nnd entlegenen Häusern ivregottesdienstliche Versammlungen gehalten, aufgefangen undzu BenSberg- eingesperrt hatte, ließ er statt zu strafen die-

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