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deutsche Züchtigkcit. Die Landesherr» reichten nicht ausmit dein Ertrage ihrer Güter und der Zölle, die Geld-beden wurden alljährlich wiederholt nnd die steuerfreienLandstände mußten Jahr auf Jahr höhere Summen be-willigen, die Bürger und Bauern zu entrichten hatten.
Auch unter Johann, dem Herzoge von Cleve-Marknnd Jülich-Berg hatte sich Mülbeim des Friedens zu er-freuen. Derselbe bestätigte am Gereonstage 511 gleichnach seinem Regierungsantritte die alten Bürgerrechte.Unter ihm tritt anch die Wehrhaftigkeit der Mülheimerwieder auf; sie machten Streifzüge zur Handhabung desLandfriedens gegen fahrende Landsknechte, Zigeuner undRäuberbanden. Hierfür und für die Bereitwilligkeit, mitder die Mülheimer die erbetenen Abgaben einrichteten, er-theilte ihnen der Herzog am 22. Juni 1514 einen Dank-nnd Gnadenbrief. Er, der direete Sprosse der erstenGrafen von Berg und Altena sah das ganze altfränkischeNipuarien wieder unter seinem Herrscherstabe vereinigt;dies schöne Uferland konnte sich mit jedem deutschen Chur-fürstenthum vergleichen; doch die Heldenkraft des Ge-schlechtes, das dies Land so groß gebauet, schien erloschen.Johann, am Hofe von Burgund erzogen, hatte die strengeSitte seiner Ahnen mit wälscher Ueppigkeit vertauscht.Seine Verschwendung, seine Genußsucht zehrten das Land.Wie sein zahlreiches Gefolge war er nicht nur iu diefarbenprächtigsten Stoffe gekleidet, nnd von den kostbarstenSalben umdustet; auch das Ohr sollte vom Anznge ent-zückt werden, denn nach damaliger Hossitte waren überallauf Röcken und Hüten hellklingende Glöckchen angebracht,wie man jetzt an den Schlittenpferden sieht. Bei demVolke erwarb er davon den Namen Hans mit den Bellen.
Unter Johanns tugendhaftem Sahne, dem nach Geistund Herz ausgezeichneten Wilhelm IV, schien sich dieHeldenkraft des Clevisch - Bergischen Fürstcustammeo vorseinem nahen Erlöschen noch einmal zu erheben- HerzogWilhelm wurde der Gesetzgeber, d^c Wohltbäter unseresLandes. Nur das Kriegsglück war ihm abhold. Nach-