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Unter seines Nachfolgers Gerhard friedlicherer Negie-rung (.1437-^1475) vermochte sich die Freiheit Mülheimnicht wieder zu erheben. Das Land war zn tief verarmt.Ueberdies war Herzog Gerhard mit Köln und dem Erz-bischofe zu sehr befreundet, als daß er die Erhebung Mül-Heims gewagt hätte. Obgleich er oft iu dein Flecken ver-weilte/da 'er iu der Nähe zu LülSdorf Hof hielt, sobestätigte er doch erst im 18teu Jahre seiner Negierungam Donnerstag nach St. Severin des I. 1455 die altenFreiheiten und zwar aus Dankbarkeit sür eine SummeGeldes, die ihm der Magistrat von Miilheim beigesteuerthatte zur Zahlung von Schulden, in die er durch eiuenunsinnigen Erbvertrag mit >dem Erzbischofe gerathen war.Zehn Jahre vorher im Mai 1445 litt Miilheim dnrcheinen Einfall der Klevischen, die mit dem Erzbischof vonKöln wegen der Stadt Soest in Fehde waren. Deuzwurde gänzlich niedergebrannt, der lovtige Schultheis,die Juden und 10 Wagen und 1 Karre voll Beute hin-weggeführt. Dreißig Jahre darauf befestigten es die Köl-ner wieder in dem Kriege mit Karl dem Kühnen vonBurgund, da er Neuß belagerte. Nachdem die Fenerge-schosse zur Anwendung gekommen, vermochte der Nheindie Stadt Köln nicht mehr zu schützen. Nnr durck Deuzkonnte es bei jeiner Bauweise vom Strome her befestigtwerden, und dennoch wurde dieser Schutz erst nach Jahr-hunderten dauernd gemacht, weshalb das beklagenswerteDenz zwischen heidnischem Vandalenvolk nicht unglücksamerhätte liegen gekonnt, als hier zwischen der heiligen «Stadtund dem Land eines christlichen Fürsten.
Unter Gerhards Nachfolger, Wilhelm III , dem fried-fertigsten aller Bergischen Regenten stiegen mit Handelund Gewerbe auch Wohlstand und Bevölkerung von Miil-heim. Die wilden Fehden des Fanstrechts waren vertobt,die Sitten wurdeu milder, die Zeit Heller; doch von denHöfen verbreiteten sich Aufwand und sinnlose Verschwen-dung auch unter dem Volke. Den Franzosen fing mannachzuäffen an, immer rascher wechselten die Kleidevtrach-ten, wälsche Leichtfertigkeit verdrängte deutschen Ernst und