Druckschrift 
Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

5^

eigentliche Frankreich u»d Lothar nebst der Kaiserwürdedie deutschen Lande vom westlichen Ufer des Rheines bis ^an die Rhone, Saone, Maas und Scheide, sowie anchItalien. Diese letzteren deutschen Lande wurden von ihm ^auch Lotharingen genannt uud sind später zwischen Deutsch-land und Frankreich getheilt worden. Die zu Deutschlandabgetheilten Volksstämme blieben ihrer Sprache und Sitte ^ ^getreu, dagegen schmiegten sich die Franken in Gallien den ^Sitten der Ureinwohner an und verloren auch ihre deut- ^sche Sprache, behielten aber Vieles von den deutschenRechtsgewolmheiten bei, welches letztere wir dankbar ane»kennen müssen. Wie unnatürlich die Theilung von Verdun ^hinsichtlich der deutschen Uferlande gewesen, geht daraushervor, daß hier im Bergischen erst spät die Landshobeit ^Ludwigs anerkannt, uud Lothar noch lange in Urkundenals König angeführt wurde, woher Viele zur Annahmevermocht worden, das ganze Nipuarien sei zu Lotharingen ^gekommmen. Es widerstrebte die Bestimmung der Rhein-gränze, wobei die Stimme der zertheilten Völker nickt ge-hört wurde, der Eigenthümlichkeit des deutschen und zumaldes fränkischen Volkes. Nie hat dasselbe die Flüsse undBäche, sondern nur immer die Flußgebiete zur naturge-mäßen Gränze angenommen. So war es bei unserm Ni-puarien, so mit den Ganen, so noch jetzt mit den einzel-nen Honschasten und Gemeinden. Der Strom galt fürein natürliches Band des Reiches, der Flnß für den Gauund der Bach für die Gemeinde.

Des großen Karls Nachkommen hatten fast alle einenkümmerlichen Ansgang. Die Meisten wurde» wie wei^laud die Merovinger der Herrschaft entsetzt, und starbenarm und elend im Gefängnisse oder in Klöstern. Ungarnund Normannen fielen ungestraft ins Land und zogen so- ^aar den Rhein hinauf Alles verhereud bis über Dcuz undKöln hinaus. Erst als nach Ludwig des Kindes Todeim I- öll die Deutschen sich selber einen König gewähltund Konrad I. von Franken, dann Heinrich I- von Sach- -sen die Lenkung erhalten hatten, erhob sich die Hoheit deS >deutschen Reiches, das unter Otto dem Gr. M6973 ).'