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Geschichte und Beschreibung der Stadt und des Kreises Mülheim a. R. : zum Vortheil des Kölner Dombaues
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daß einst neun Niesen ins Land gekommen seien, um deni Mein anszngraben. Mit großen Schaufeln hätten sie. daS Bette verlieft nnd die flachen Ufer erhöhet. OberlialbKönigswinter hätten sie Soviel hinausgeworfen, daß dasSiebengebirge daraus entstanden sei. Dein noch auf tieferBildungsstufe stehenden Germanen, der gewohnt war,; die schaffende nnd zerstörende Natur frei walten zu las-i sen, nnd die Beeinträchtigung des heiligen Stromes anch

- aus Borurtheilen verschmähete, mußte der Berftub, denz. Mein auf ein sicheres Bette zu beschränken, als ein fre-f . velvolles Unternebmen gewaltiger Niesen erscheinen, die; ! mit der Gottheit in den Kamps zu treten wagten, und

> so mag es denn nicht schwer fallen, in diesem, wie in so? ^ manchem andern oft vornehm verlachten Mährchen, dief z geschichtliche Wahrheit aus den entstellenden Zuthaten soc vieler Jahrhunderte zu sichte». Daß der Mein den Alt-t deutschen ein heiliger Strom, ein Ganges gewesen, er-t fahren wir noch aus Petrarka's Briefen, da er im I., 1337 das St. Johannisbad zu Köln im Meine beschreibt,i nnd darauf deutet auch die von Kaiser Julian, von^lau-

- dian, .Nounus u, A. geschilderte Meiuprobe. In dieser^ Hinsicht bleibt auch be'merkenswerth, was hier im Kreisef Mülheim besonders auschaulich, daß die alldeutschen Ha-

- rathe oder Herchen, jetzt noch Hardte genannt, die heiligen

> Haine, Volksversammlnngs- und Begräbnißplätze unsrer

- Heidnischen Vorfahren, die äliesteu Flußbette begleiten.

> An dem Nheiuufer begrabe» zu werden, galt dem Ger-

> manen für besonders verdienstlich, und die Leichen derHäuptlinge wurden weither i» diese Hardte gebracht nnd

'z bestattet. Von der Sieg bis zur Nu!>r sind die Höhe»-

- züge der ältesten Nhciuufer, soweit sie jetzt noch als Haideunbebaut liegen, mir unzählbaren Hügeln bedeckt, in denen

i man Afchenkrüge, Gebeinreste nnd Kohlen, die Spuren) beidnischdentscher Leicheubestaitnug findet. Mehre dieser^Friedhöfe sind viele hundert Morgen groß uud ganz mit, Leichenhügeln bedeckt. So die Haidcn bei Kurtekotten, bei^ Wahn, Haan, und besonders die Idasfelder Hardt, zwi-schen Milenforst und Thuru. Nach Osten war die Opfer-