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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
314
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ZI4

Äeö Adeltchen Land - und Feld - Lebens

schlagen/und sich hin und wieder im Fasse^zerstosssn/auch durch das Hin - und Wieder - Schüttern undWerffengantz dünnlicht worden/kan sich sodann inder Tieffe nicht sobald wiederum erholen / sondernmuß meyremheils ersticken/ und umkommen: Dero-wegen man im Aussetzen den Saamen vielmehr indas Seuchteste führen und tragen soll/damit dersel-be gleichwie ein wenig Lufft mit zu haben könne / sowird er sich nach und nach aufmachen/und gemähligin die Tieffe ziehen/ doch muß jemand eine Zeitlangdarbey bleiben/damit er nicht vertragen/ oder grobdamit umgegangen werde.

Man muß auch sowol bey Fischung der Teiche/als bey dem Wegladen und Einfuhren/ treue Leutehaben/ dann sonsten werden vielFische gestohlen undvertragen : Es soll aber auch ein Herr den Arbei-tern/Aufsehern und Fuhr-Leuten/ einem jeden seingebührend Theil geben / damit sie sich Stehlens ent-halten/ und mit dem / was ihnen gutwillig gegebenwird/vergnügen lassen.

Karpffen/ so sich in die Haben/Backen oder Lo-cher verschliefen/ zu fangen. Dieses geschieht mit derFisch - Flösse. Wann man in dem Wasser derglei-chen Haben oder Backen ausspührt / so muß manwohl zusehen/ daß keine umgefallene Baume/ oderanderer Unrath/dieses Garn imAuswerffen verhin-dern möge/ und also die Haben oder Backen nichtbeschließen könne. Sollte der Ort lang seyn / sobraucht man auch mehr Flössen; Über diß gehörenauch etliche Arms - dicke gerade Stecken/ so aber nichtgeschälet/ (damit sich der Fisch nicht vor derWeisseentsetzen möchte) unten aber zugespitzt seyn müssen/zu dieses Garns Richtung. Diese Stangen müssenalle zu nechst an dem Ufer / und zwar eine jede zweyRuthen-weit von der andern/starck in dem Grundeingeschlagen seyn / damit sie sich im geringsten nichtbewegen können; Darbey ist dieses zu oblervircn/daß kein einiger Stecken bey dergleichen Backen solleingeschlagen werden/ weil hierdurch der Fisch eben-falls sich scheuen würde. Wann dieses geschehen /so bohret man mit einem Bohrer in alle Stangen/dem Wasser gleich/ein grosses Loch/dadurch man ei-nen Finger bringen kan. In diese Löcher kommenNagel von grünen Holtz/ damit sie kein Wasser mehran sich ziehen können/indeme sie gar leicht aus-undeingehen müssen / und also nicht verquellen dörssen.An jedem dieser Nagel wird bey den: dickern Theilein anderthalv Schuh-langer Bind - Faden ange-bunden/ welche Bind-Faden insgesamt denen Na-geln an ein langes Seil / gerade bey jeder Stange/angeknüpfft werden.

Darauf wird die Fisch - Flösse an denen Stan-gen ausgespannet / daß die Bley-Kugeln oder Klö-tzer/ alle nach der Lange auf dem Grund/ hingegendas Seil mit dem Pantoffel-HM über dem Was-ser / längs denen Löchern an den Stangen/zu strei-chen komme. Wann dieses verrichtet/ so leget man

in der Mitten das Garn auch zurechte / und wirddas Seil mit denen Nageln wohl angezogen; Daman dasjenige Seil mit dem Pantoffel-Holtz so lan-ge zusammen faltet / biß man das Ende mit denenBley - Klötzern erreichet / und dieses alles wird zu-sammen in die lincke Hand gefasset / mit der rechtenHand aber erfasset man die erste Stange/und stecktden Nagel hinein/und legt das in der linckenHandhaltende Garn also darauf/ daß die Bley-Klötzerzu unrerst seyn. Darnach geht man mit dem Garn/der Lange nach/ immer von einer Stangen zur an-!dern/ so weit/ als die Backen gehen/die man über-ziehen will; Und so etwann ein Garn nicht zureichensollte / so kan man zwey oder drey nehmen/ werdenauch alle in angefangener Ordnung über die Nagelgefaltet/daß die Bley-Klötzer alle zu unterst auf dieNagel zu liegen kommen / darnach das Garn/ undauf das Garn endlich das Pantoffel - Holtz. Unddieses muß genau oblerviret werden/ damit / sobalddas Seil/ woran die Nagel gebunden/ angezogenwird / und die Nagel heraus fallen/ dns Garn als-dann in geziemender Form ausbreiten/und die Ba-cken umschließen könne. Wann das Gaxn nieder-gelassen worden/ so wird das Ende von dem Seil/daran die Nagel gebunden/ an das Ufer getragen/und an einen Baum oder Pflock angeknüpffet. Die-ses kan noch darbey remsrquiret werden / daß erstetliche Tage / nachdeme die Stecken eingeschlagenworden/das Garn zu richten sey/damit sie unterdes-sen dieselben gewöhnen können/ welches gewiß einenützliche Manier/ Karpffen zu fangen.

^ Daß die Karpffen/ und andere grosse Fische/ nichtüber die Garn springen können. Man bedienet sichzwar hierinnen allerhand Garne/ absonderlich aberjetzt-besagter Flösse; Dann sobald man vermercket/daß sich Karpffen oder andere grosse Fische alldor-ten aufhalten/so verfahret man mit dem Garn/wieordentlich zu geschehen pfleget. Man legt neinlichdas eine Ende an das Ufer/und ziehet das Mittlerein dem Wasser in der Rundung herum/das andereEnde aber/ wo es möglich/ jdll biß an das andereUfer reichen/doch so/daß die Bley-Klötzer auf demGrund des Wassers kommen. Darauf ziehet mandas an die Flösse genehte Flug - oder Hoch - Garnmit. Dem Seil so lange zu sich / biß dieses Hoch-Garn eben einen solchen Bogen / wie das Haupt-Garn machet / also / daß mans darauf hin mit derStöhr - Stange auf dem Grund und an dem Uferdes Wassers hin und wieder stöhren/und hiermit dieFische in das Garn eintreiben könne. Wann nundiese Fische / ihrer Gewonheit nach / über das Pan-toffel - Holtz setzen wollen / so finden sie das Hoch-Garn ihnen im Weege; Wollen sie nun/weil dieser!Paß ihnen verleget / durch die Flöß hindurch trin-gen/so bleiben sie in denen Maschen vder Schmasenbehängen/und wird also schwerlich davoneiner ecksppiren können»