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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
312
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ZI2

Des Adelichen Land-und Feld-Lebenö

von abgestreifften dröschen/und leget sie nacheinanderan den Ufer des Wassers hinein/ daß die obere Spitzenheraus siehet. Diesem Aas gehen die Krebse alsobaldzu. Nun spüret man es aber gar leicht/ wann sie an-beißen/ denn es bewegen sich oben die Stäblein/ da sollman dann auf Vmnerckung dessen mit'einem kleinenHamen fertig seyn/ das Stavlein gemach auf die Höheziehen/wird man/ so bald es seyn kan/mit dem Haamenunter das Stablein wischen; so muß der Krebs/der nitgerne eher von dem Aas lasst/ als biß ihn die Lufft darzunöhtiget/sich nothwendig in sein Gefängnis oder in denuntergehaltenen Hamen stürtzen. Und auf diese Artkan man nach allen umgelegten Stallen nach der Ord-nung sehen/und so mit ihnen verfahren.

Oder nimm grosse grüne Frösche/ zeuch ihnen dieHaut ab / von den Füssen an biß forne auf denKopff/ darnach must du schlechte Netze haben / bindeden nackenden Frosch mitten drauf/stecke das Netz Mein lang Holtz/ das unten durchs Netz gehet/1. oder 2.Spannen lang/ und das Holtz auch oben aus demWasser reichet/wanns also im Wasser stecket so setzensich viel Krebs darauf/und bleiben droben sitzen/manmuß es aber hefftig oder schnell aufrucken mit einem Zugin dle Höhe. Dieser Netze mache viele nacheinander/und gehe immer von einem zum andern/ so sahest du gar

viel Krebse. . . ^

Man fanget viele/ wann man in eine Reise gerisseneRoch-Augen/ Weiß-Fische/ oder Schleyen/ oder auch/andere Asche/ denen die Haut abgehet/thut/ so kriechendie Krebse sehr darnach. Es müssen aber die Krebs-Reus.n an beyden Seilen offen / und an beyden Endenalso gemacht seyn/daß sie nicht wieder herauskriechenoder kommen können.

Oder wann man grün Erbes-Stroh mit denSchotten hinein thut/ oder thut Dille in die Reusen/so sähet man auch viel Krebse/ allein sie schmecken inwen-dig nach der Dille. . . ^

! Es machens auch etliche also/ sie nehmen dle Leberoder die retticulos von einem Bock/ lassen sie einen Tagoder etliche liegen/ daß sie stinckend werden. Darnachlegen sie es in einen Hamen/oder Reusen/und stellen esin den Ort/ da man vermeiner daß Krebse seyn. Einigebraten eine Bocks - Leber oder auch Hammel-Fleisch/daß es etwas verbrand wird/ und bedienen sich deren

alsdann. . ^ .

Item nimm einen neuen Topff/koche darinnen Hirsmit Milch/saltz ihn nicht/laß den Hirs am Topff umund um anbrennen / den übrigen Hirs thue heraus/laß das angebrannte nur allein drinnen / sencke den'Topff an einem Strick ins Wasser/ darinnen vielKrebse seyn/ laß ihn eine gute Zeit drinnen liegen; Dar-nach nimm ein Fisch Hamen und umzeuch den Topffdamit/ und zeuch in also mit heraus. Oder mach einNetzlein um den Topff/ und senck es also mit dem Topffins Wasser/daß sichs unten ausbreite/muß sich aberim Aufziehen wieder wie ein Beutel zusammen ziehen.

Oder lege in einen Topff/Emgeweid von Hünern/senck solchen in das Wasser/so kriechen vielKrebse hin-ein/dann zeuch ihn empor.

Wann man zu Abend im Sommer an die Bachegehet/ da Krebse innen seyn/und hat einen brennendenKühn/ Stroh oder Rohr in der Hand/ sonderlich wann

es donnert oder wetterleucht/ so lauffen die Krebje hauf-fig aus der Tieffe Herau5gegen das Land/ da liefet mansie auf.

Die Krebse sind etwas hartdäuig/so sie aber wolverdauet / Heben sie eine satte Nahrung/und sind denschwindsüchtigen sehr bequem. Wann man sie mitBorretfch/Ochori/Körbel-Kraut siedet, geben sie eineherrliche Krämer-Brühe/ die vier Wochen lang gerrun-

cken/thut denMiltzsüchligen/denen mit Kopff Schma-tzen behaffret / item den Gliedsüchtigen ein treulicheHülffe leisten. Aeusserlich werden sie mitNachr-Schadten-und Stein-Klee-Wasser und Rosen-Essig geflos-sen/und umgeschlagen/zumal wann noch etwas Lro.cum undOpium darzu kommt/sind nutzlich inHitze und^zchmertzen des Haupts/ und den Nieren; ein Gur-gel-Waffer ex lucco Lsncrorum gemacht/ ist inner-lich und äusserlich köstlich in der Braune/ auch imRoth-lauff/und wann man sich verbrannt/nicht weniger allein/oder mit Lllenx, ivi^rrk. oder8ucco1srrsri eingespritztin unreinen Geschwaren und Fisteln; die so genannteKrebs-Augen/ Krebs-Steine (Oculi cnncrorrim vell^zpjclez Lsncri) werden vornemlich wieder allerhandGebrechen gebraucht/ insonderheit wider den Stein/«Seitenstechen/ Keichen/Engbrüstigkeit/Colickec. ent-weder rohe pulversirt oder pr-eparic eingenommen/ wiewohl sie von etlichen (unpra-pzril)pulversilt/naß fürbesser gehalten werden / mankan die I-spicie? Lsncriauch mit unrer die Zahn-Pulver mischen. Die Krebs-Schale (?uramcn.1elks)soll eben auch die Kräffteals die I^picles csncri haben/und noch darzu einge-nommen/die Fieber vertreiben; äusserlich pulversirtund mit Rosen vermischt/ vertreibet es dieRäud zu-mahl den Kindern/ welche ex lolis kmmoribus entstan-den ; die besten Schalen aber sind/wann sie noch neudünn/ nachdem sie die alten Schalen abgelegt. DieEngeländer hauen die Spitzen der Scharen ab/ undvermischen dieselbige mir geraspeltem Helffenbein/ ro-then Corallen/ Agtstcin/ Bezoar/ zc. zu den pilulis kc-ßijz.welche in derMiltz-Sucht odcr^lke^tu b/pockcm-ärisco.um die Saure zu dünnern/ein treffliches Mittel.Lebendige Krebse mit safftigen Haus-Wurtzen geflos-sen/ abgesottenes Gersten oder gemeines Wasser darangegossen / hernach durchgezwungen und den Patientenrrincken lassen/auch sie damit gegurgelt/ist auch wiederdie Bräune.

Wann ein Schwein von einer Schlangen gesto-chenist/so gebe man ihm Krebs zu essen/Krebs-Stei-ne eingenommen vertreiben alles Stechen im Hertzen.Wann einer Krebse mit Honig gekocht auflegt/soziehen sie die Dörner und andere Dinge aus/die manins Fleisch gestochen hat.

Der Krebs widerstehet allem Gifft/ und heilet allergiffciger schädlicher Thiere Stiche und Bisse / wannman sie zerstöst/ und in Milch einnimmt/ auch äusserlichaufleget. Die gebrannte Aschen von Krebsen/ nimmtman eben also ein/ und leget sie von aussen Pflaster-weißauf.

Schnecken (Corallen) findet man in den Reben/Garten/ Wiesen/ !c. hauffig/ seynd wegen ihrer Zähen/balsamischen Feuchtigkeiten und flüssigen nitrosischenSaltzes innerlich in Husten / Schwindsucht / Blut-, Spey en / zc. äu sserlich aber in Baulen und Gesch wul-

sten