Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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311
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Dritttn Theils Eilffteö Buch.

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flösset es untereinander als einen TM/und mischet et-was Saffran darunter/wann man dann angeln wiü/so stecket man davon einer Erbsen groß an den Angel! m einem reinen Tüchlein. Oder / es wird Haasen-! Fleisch/ zchen oder vierzehen Tage in Honig geleget/' und Kernach an die Angel geflossen.

Item/ man nimm> Regen Würmer/solche werdenin einen neuen H.ifen mit Honig gethan/ derselbe wohlvermacht/ und darauf in Pferd-oder Säu-Mist gese-tzet/ dann nimmt man eö heraus/ und lässet es trockenwerden/ und machet es hernach an die Angeln. Etlichenehmen Kuh-und faule Schaaf-Kase machen Kü<gelein daraus/ ziehen sie durch Lohr-Oel/ und liessen siean die Angel.

Sonsten sind insgemein im April undMajen dieFeld-Haimen zum angeln gut; im Brach Monat dieBrach-Kafer; im Heu-Monat die Heuschrecken/dar-nach die Feld Grillen. Im Herbst braucht man Roß-Käfer/ und bricht ihnen d,e Flügel ab.

Was endlich die Angel-Hacken / und Nacht-Schnur anbetrifft / so werden die Angel von Pftrd-Haaren gemacht/6, biß 8. fach/ auch eine halbe Eln vondem Hacken/wann derselbe gar leicht und die Schnurnicht in daöWasser zeucht/ so hencke einStücklein 2.oderz.Bley daran/hernach kommt dieSenck-Feder/die jederZeit auf den Wasser schwimmen muß.

Die Angel-Hacken werden auch auf andere Weifegemacht/ etliche haben schlechte eiserne Hacklein/ undwerden aus eisernen Drath mit einem Wieder Hackenklein und groß gemacht/darnach der Fisch ist/den mansahen will/ dann in ein groß Maul gehört ein grosserHacken/in ein kleines ein kleiner: B>ßweilen bindet manauch wol drey oder vier Hacken neben einander. Dar-nach so macht man grosse mit viel Spitzen / da jegli-che Spitze ihren Wider-Hacken hat/ die macht mau anStangen / baß man die Fische damit sticht/ und ausdem Wasser zeucht.

Wann man auch Wels / Hecht / Parschen unddergleichen Raub-Fische angelt/ so muß man ein leben-dig Fischlem an den Hacken machen/ und muß der Ha-cken groß und starck/bißweilen auch von Ertz seyn/undder Hacken muß fest an die Angel-Schnur mit gewich-stem Faden/oder mit einem kleinen eisernen oder Messe-nen Drach darein gebunden werden/ daß ihn die Fischemit ihren scharpffen Zahnen nicht qbbeissen.

Im Grunde der liessen Wasser sind gemeiniglichdie grossen Fische/ da muß man die grossen Stücke her-aus suchen/und die Angel-Schnur desto tieffer sencken/daß sie aufden Grund kommen.

Wann auch die Fische den Hacken einmal oder et-lichs versucht und gekost haben/so wollen sie nichtger»>ewieder dran : So soll der Fischer an einer schlechtenSchnur die Köder etlichmai emwerffen/ daß sie dieSpeise nehmen und gewöhnen/und darnach die Angelauch mit emwerffen/ so beist er an.

Man muß auch unter den Angeln immer Achtungauf das geben/ dann wann das vom Hacken weg ist/ sobeissen sie nicht an/muß derowegen alöbsld ein andererKöder daran gemacht werden.

Item man muß besehen/ ob sie etwas davon wegge-fressen haben/ bann fo bald sie unten den Hacken unterden Köder sehen/ so wollen sie nicht anbeissen.

Es machens auch etliche in den Seen und FlußWassern/ darinnen es grosse Fische hat/ also:Mannimmt einen langen Bindfaden/ ver ein groß Stück desWassers überreichen kun/ und bindet an demselben voneinem Ende zum andern immer einen andern Bindfa-den/oder Klassier Schnur/der etwan zwo Spannenlang ist. Allezeit einen von dem andem etwan sineKlasster lang/und macht unten zimliche grosse Angel-Hacken/ an einem jeden solchen Bey oder Neben-Fa-den/daß also offt an einer langen Schnur 100.120.i zo. mehr oder weniger solche Neben-Schnür seyn/und machet unten Gi midiem oder Kressen an den Ha,cken/da sticht man mit den Hacken die Quer durch denLeib/ das sie noch leben/ sich regen/ oder dran zappelnkönnen/und wirffts also in den See oder ins Wasser/man muß aber auch zuvor ein Bund oder etliche Bin-tzen/ oben an die lange Schnur binden: Dann es trägtsich bißweilen zu/daß starcke Fische daran kommen/sodie lange Schnür entzwey reisten: So kau man als,dann an denselbigen Bünden sehen/ wo sie hmgelauffensind/ dann sie schwimmen allezeit oben aufdem Wasser/man darffs nicht anbinden/ sondern man last es imWasser frey dahin schwimmen.

Die Nacht-Schnüre/welche bey den Seilern zu-bekommen / deren leget man/ etliche nacheinander desAbends ein/woran grosse Messinge Hacken / darmitfanget man Hechte/ und andere grosse Fische.

Lä?. X.

Bon den Krebsen und SZnecken.

Je Flufi-und Bach-Krebse werden in die roth-Maligre und Stein-Krebse abgetheilet; Bey-derley Gattungen halten sich am liebsten in stei-nigten Bachen und m den Flüssen auf/deren Gestademit Bäumen besetzet ist; dann da kalten sie die Gelegen-heit in den Löchern und unter den Wurtzeln der Baumeihre Sicherheit zu sehen.

Sie zu sangen/ ist die beste Zeit im Majo/biß aufden September/ der Zeit sind sie leibig und gesüllet/ absonderlich/ wo es bey vollen Schein geschiehet.

In den Löchern und Flüssen nun/ werden sie vonden meinsten mit den Händen gefangen/ und unter den

Stöcken oder Wurtzeln der Bäume / und aus ihrenlettichten und treffen Krebs-Löchern hervor gesucht.Man bedienet sich auch der Reussen/ und der Krebs-

Solches aber gehet im liessen Wasser nicht an/ son-dern man muß da mit Angeln das Beste thun. Manverfahret damit so: vor allen erforschet man die Hiessedes Wassers/ worinnen man krebsen will: wie man nundieselbige befunden/ nachdeme schnitzet man sich schmalelange Stablein/ die so wohl den Grund erreichen/ alsauch noch einer Spannen-lang über das Wasser her-aus ragen; an dieses ködert man die hintern Viertel

von