Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
310
Einzelbild herunterladen
 

?»O

Des Adelichen Land - und Feld - Lebens

Z

sieden / biß sie aufbersten / darnach zerreibe man sie.Folgends soll man nehmen ein^tück Töpssers-ThoN/ein wenig Küh. Mist/Lestossene Eber-Wurtz/Ho-nig und Läckeritz oder Süß-Holtz / daraus mache ei-nen Teig/und bestreich die Reußen oder Garn-Sa-cke in der Einkeile damit / und thue auch etwas davonin den hintersten Beutel. Man mache aus dem aucheinen Klump / als ein Ganß-Ey groß/und thue dasin ein gestrickt Sacklein/'und lege es in ein still Was-ser gegen dem Wind / daß es halb im Wasser / undhalb herausser liege/so werden die Bölgen desWinds den Geschmack auf dem Wasser treiben.. tem / man nehme dessen einen Klump in ein eng ge-rickt Sacklein / und schleiff es durch stille Wasser/die Fisch folgen hernach.

Dergleichen nimm ein Raygers-Magell/Marck/Beine und Haupt/und brenne es zu Pulver/thue esin ein Tuch / und binde es in eine Reußen / lege sie insWaIer. - ^

Etliche nehmen Kalb - Fleisch / oder Widder-Fleisch / thun es in einen Topss/ und bratens mit Ho-nig/ und machens an den Angel-Hacken.

Nimm Regen - Würm / thue sie in einen nassenHadern / und setze sie acht Tage in einem Topff in dieErde / darnach nimm Kampsser/ und vermenge ihnmit Honig/weichere die Regen-Würme darinnen/und stecke sie an den Angel-Hacken/so wirst du allerleyFische fangen.

Oder nimm weiß Brod und alten Käse/stosse eswohl durch einander/ machs mit Milch zum Teige/formiere kleine Küchlein daraus / und laß sie dürrewerden / darnach stecke sie an den Angel-Hacken.

Du magst auch Fleisch von einem Widder wohlinHonig sieden / darnach dasselbe mit alten stincken-den Menschen - Harn vermischen / und dann dasFleisch in kleine Stücklein zerschneiden/an die Angelmacben.

Wann man einen Fuß von einem Schweine/ mitHaut und Haar / sammt den Klauen nimmt / und denzu Pulver brennet / in einem Tüchlein in eine Reußeoder Fisch-Hamen bindet/ so sähet man viel Fischedamit. Bestreich geröst Brod mit Kampsser oderRayger - Schmatz / und stecks in die Reußen. Odernimm wohlgemahlen Gersten-Mehl / mische Men-schen-Blut darunter/ und mache ein Teiglein dar-aus / darnach laß es dürre werden / und thue es in dieReußen. Oder backe einen Kuchen daraus/ denthue in die Reußen. Item / nimm den Kuchen vonMohn / oder Mohn-Saamen/beitz ihn wohl in Ho-nig / bind ihn in ein zweyfaches Tüchlein / und lege esin die Reußen.

Oder leg einen Kuchen von Lein-Saamen in dieReuße/so sahest du viel Grundeln.

- So man eine Hunds-Leber in eine Blase thut/die voller Löcher gestochen ist / und henget sie in eineReuße / so lausten di^Fische gewaltig hernach.

ann jemand Reußen/Netze oder Hamen/ei-ne Nackt über in warme Kleyen legt/ und sie folgendsFiscyerey brauchet / würd er damit allerley kleinehe/und sonderlich Gründlinge oder Kressen fan-

Nimm Senff-Körner / eine»! Fuß von einer

ur

Fi

gen

Wiesel / und gelben Saamen aus den Rosen / undhengs ins Netz-Garn/Hamen oder Reußen.

Item nimm Bohnen-Mehl/menge Unschlitt oder

Schmeer von einem Bocke/Igel oderOchsen/dar-

unter / und binde es ins Netze. Du magst auch dasMiltz von einem Bock darzu nehmen.

' Man mag auch rothe Schnecken nehmen/dieses-bige braten/und also gebraten jn die Netze/Hängst

oder Garn-Sacke thun / so sahet man viel Fische.

Nimm neugebackene Semmeln / weil sie nochwarm seyn/thue die Brosamen heraus / und kneteden Sasst von der Hauß-Wurtz darein/ thue darnachdie Brosamen wieder in die Semmeln / binds mit ei-iiemIaden zu / und hengs in die Reuße.

Es sagen etliche: Wann man Kutteln oder Fle-cke/so die Fleischer in Fleisch - Bancken feil.habm/in die Schuh unket' die blosse Füsse leget / uüd MnTag darauf gehet/ daß sie nach dem Schweiß derFüsse riechen / und stecket sie darnach an den Angel/oder leget sieindieFisch-Reußen/so soll man MFi-sche fangen.

Item / nimm.Galgant / Kampsser / beedes wohlunter einander gestossm/ mische einem Löffel-voll Ho-niH/ und ein wenig Wein darunter / thue es m einglasiern Geschm/ decke es wohl zu / und laßbey viexStunden sieden / stelle solches folgends wohl vernni«chet im Keller / so wird es wie ein Leim / datnit be-'streiche / nachdem es zuvor ein wenig erwärmet / einHoltz / und lege selbiges in die Reußen.

Oder nimm einen Rayger (Raub - Vogel) und,zwar wanns seyn kan / das Mannlein/ rupffe solchen/!zerhacke und zerstosse ihn. Diesen zerstoßenen Vo-;gel thut man in ein Glas / und setzt es 20. biß 24. Tagin warmen Mist / da dann das Fleisch binnen solcherZeit gantz verweset/ und ein öhlichtes Wesen t^inter^lasst. Wann man nun dieses in dem Glas findet /jso bindet man solches auf das genaueste zu/und ver->!wahret dasselbe an einem nicht allzuwarmen Ort.'Will man nun fischen / so kan man weiche Brosamenvon weissen Brod/ geflossenem Hanss-Saamen / unddieses Rayger-Oel nehmen / diese z. Stück wohl un»ter einander / knaten/ kleine Küchlein daraus machen/die Angel-Schnur/ nahe bey der Angel/ damit be-stecken / und damit angeln.

Auf andere Art / wann man ein Pfund Hanff-Saamen / aus dem schon das Oel gepreßet worden/nimmt/ zu welchem man entweder 2. Untzen von ei-ner Mumie / (ausgedörrten und von der Sonnengekreuzten Menschen-Fleisch/) oder nur Menschen-Fett / 2. Untzen Schweinen-Schmaltz / 2. UntzenRayger-Oel / 2. Untzen Honig/1. Pfund Brosamenvon einem altgebackenen weissen Brod / und 4. GranBisam / thut; Aus dieser ^ knetet und machetman nach voriger Manier Küchlein / und wann sie et--wann nicht zusammen halten wolten/ kan noch mehrHanss-Saamen darunter genommen/und der Teiavester gemacht werden. Diese beede Köder liebendie Karpffen vor allen andern.

Köder an die Angeln/werden auch ausdieftWei-se gemacht. Nemlich / man nimmt Kaß - Würm-lein / oder die kleine Wasser-Schnecklein / so bey demWasser wohnen/auch das gelbe von dreyen Eyern/

stösiet^