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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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309
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Dritten Theils Eilffteö Buck.

auf den Seiten solche Federn oder Flügel haben/die^ ^ wimmen artig brauchen/und dieSchwän

tze/ damit sie den gantzen Leib ihres Gefallens lenckenrönnen: Dann sie können sich mir den Federn schnellfortjagen/übersich und untersteh ftbiessen/wie sie nur

selber wollen / ja auch über das Wasser springen/daß man sie in der Lufft sehen kan/wie die Flincken/Lachs/Fohren/ und andere pflegen zu thun.

Die Karpffe". Dringen offt über das Netz hinü-ber/ daß sie nicht gefangen werden / doch muß man

ZOY

auch das sagen/ es ist wol ein Sprichwort/ du biststummer/ als ein Fisch/ und die Gelehrten snd derMevnung/daß sie keine Stimme noch l.ttrumenrzzur Stimme haben.

Ef lst aber gleichwol auch wahr/ daß die grossenWallfische also schreyen können/daß man sie über ei-ne Metlwegs auf dem stillen Meer hören kan.

Der veipkmus seufftzet traun im Wasscr /em Mensch/ wie 8s!inuz meldet»

wie

IX.

Von der ZisEerey in den fliessenden Wassern/ und

vielerley Arten Köder.

N grossen Flüssen / wie auch in den Seen/

gung^es Netzis im Wasser beschafftiget sind/ nochein anderer ausserhalb des Netzes nach/darinnen dieFischer mit Stangen und Prügeln in das Wasserchlagen; Welches darzu dienet/ daß die in das Netzbrachte Fische sich scheuen/ über die vonPantoffel-^ltz gemachte Einfassung des Zug-Garns hinauszu springen; Was die Wurff-Garn anbetrifft / soverden solche meistentheils an den tieffenOerternge-irauchet. .

Bey kleinen Flüssen bedienet man sich auch derNetze/ mit denen man sich aber nach der Gewohn-heit jegliches Orts und den Fischen richtet/ die maneinzufangen Hoffnung hat.

Man fischet auch m den gar kleinen Flüssen/undin den Wald-Bächen mit grossen und kleinen Ha-

^ Man sagt/ wer viel Fische fangen will/ der sollBaldrian - Kraut zu unterst in den Haamen ( oderNetz) thun; Dann wann die Fische den starckenGeruch darvon riechen / so sollen sie hauffig darzuschwimmen. Andere nehmen Kalbs - Blut / wohlgeflossen/ oder Kalb-Fleisch/ thun es in ein Geschirr/und lassen es bey 16.Tage stehen/ bindens hernachvnten in den Hamen oder Netz; Man machet auchKöder daraus/ wann man angeln will. Etliche sie-den Schwalben-Wurtz im Wasser/und stossen denManien darein; Oder sieden Liebstöckel imSchmaltzoder Oel/ und bindens in den Hamen oder Netz.

Hieher gehöret auch noch das Fischen mit denenReussen / die an solchen Oertern in den Flüssen ein-gesencket werden / wo man weiß/ daß die Fische ger-ne hinzustreichen pflegen. Solche Reussen nun/ da-mit man die Fische fanget / sind unterschiedlich / ins-gemein werden sie aus Weidenen Ruthen/ vornenweit/und hinten enge/auch groß und klein gemacht/nach Unterschied der Wasser / die grossen brauchetman an den grossen Wehren/die andern in feuchtenWassern ; Etliche werden auch aus Semden kleingemacht/ darinnen man die kleinen Bach-Fischleinfäbet/ dann da verleget man den kleinen Fischen ihreWeeg in den kleinen Bachen und Wassern mit denSteinen/ und lässet Löcher/darein man die Reussen

leget: MM pflocket sie auch hinten an / damit dasWasser.s e. nicht wegschwemmen kan.

Solches Fisch - Weick mit den Reussen währetordentlich nur biß in den Frühling/oder um Wal-purgis/ jedoch hernach w Herbst mag man wiederdamit stellen.

Damit aber die Fische leichter darein gehen mö-gen / so leget man Aas oder Köder darein / welchesman in ein Tüchlein einbinden kan / und solches ist un-terschiedlich ; Etliche nehmen Hauß-Wurtz/ und thunsolche hinein; Oder Bocks-Blut/Back-Ofen-Lei-men und Honig / zu einer Kugel gemacht/ in ein Tüch-lein gethan/und m die Reußen gebunden.

Wann man in ein kleines Gläslein Queck-Sil-ber thut / und hengets mitten in den Reußen / dochdaß es mit Hartz und Wax wohl verwahret sey; Oderfirnen Schmeer und wilde Deumenten / röstets mit-einander in einer Pfannen/ binds in ein dünnes Tüch,lein / und thuts in die Reußen / da Moos ist / undlässet sie über Nachts liegen / so sänget man viel Aalund andere Fische.

Jtem/stinckende Ziegen-Milch / oder Unschlittvon einem Zieaen - Bock / geflossene Bohnen undBaldrian/Küchlein daraus gemacht / und in dieReussen gethan.

Andere nehmen Käse-Milben von Schaaf- oderZiegen-Käsen / und raitern andere Würmer / machenes so starck als einen Teig / und streichen es auf eineLeber/und legen es in die Reußen. Oder man nimmtgebratene Bocks-Lebern / bestreuet solche mit etwasSaffran / hernach in ein Kalb - oder Scbaafs - Netzgeschlagen/ und auf ein Bretlein in die Reußen ge-than.

Oder Baren-Schmaltz/ Honig / Küh-Koth/eine Hand-voll Korn/solches zerlassen / untereman,der gemenget / Küchlein darausgemacht/ lassen dürrwerden / und solche in die Reußen gethan.

Oder / Rayger-Schmaltz einen Löffel-voll / einenLöffel-voll Honig darzu/ dieses zusammen wohl ge-pragelt/ biß es zähe wird / dann noch etwas Saffrandarunter gethan / so ist diese Fisch - Salbe gerecht.Man hangets gleichfalls in die Reussen; Man schmie-ret auch Hände und Füsse damit / wann man fischengehet.

Will man/ daß einem die Fische nachfolgen sollen/so nehme man Hanff-Körner/ und lasse die si> lange

(Qq) z sieden/