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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
290
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Des Adelichen Land - und Feld - Lebens

ten enge/ und vornen zu weiter waren/welche zweenBaume stunden auf vier Bienen / dahinten / wo siecnge zusammen gesprosset waren / war ein starckerBaum/ der von hinten nach der Enge scbmahl/ undhernacher immer breiter wurde/ mit einem Zapffcneingemacht / und gieng vorne weit über diese zweenzusammen-gesprossene Baume/ wann dann nun indem heiß-gemachten Honig-und Wax-Sack Ho-nig oder Wax heiß gegossen wurde/so legten sie sol-chen auf die Laiter/schlugen den langen Baum vonhinten herüber / legten sich vornen über das vorge->ende Theil am Ober-Baum/ und druckten / was,e konnten/wendeten den Sack offt um/daß er zwi-chen den dreyen Ba men fein gequetscht wurde/da>leibt wenig zurücke.

Welcherley Besässe zum Honig-Halten am dien-lichsten. Man solle das Honig in reine oder solcheGefasse / darinnen nichts von fetter oder gesaltzenerSpeise gewesen/ fassen und aufbehalten. Einige er-achten kleine Faßlein für bequem darzu : Aber vonWaldenburgischen Krügen/ Büchsen / oder glasur-ten Töpffen / halte ich weit mehr/ als von Faßlen;Weil in solchen Geschirren das Honig nicht reucht/oder darinnen beschlagt : Es bleibt auch langer gutin gedachten Gefassen / als in Faßten.

Das Honig öffnet oder löset / reiniget und näh-ret sehr wohl die Kräfften. Jedoch nach seines Lan-des Art/ da es gesammlet wird/ ist es in seinen Kraff-ten mancherley Veränderungen unterworffen: Sol-ches siehet man an dem Honig / das in heissen Lan-

dern aus Quendel und Lavendel/ uuo anoeri» läu-tern/durch die.Bienen gesammlet/dasselbe muß fol-gends auch heisserer Art und Eigenschaft! seyn/ alsdasjenige/was in kalten Ländern/und mcht aus sol-chen heissen Kräutern gesammlet worden. Es wird/sowol inn-als auswendig/ heilsam genutzt/ und istvon Alters her zum Aufenthalt menschlicher Gesund-heit jederzeit berühmt. Dem ,cr-i'ru<-, als er auf ei-ne Zeit gefragt worden/wie man könnte lange Zeitgesund leben? Antwortete: Er sollte sich von aus-sen mir Oel selben/ und mnwendlI Honig ge-brauchen» ^ ckenxus meldet/ daß die Einwohnerin der Jnsul (^rlics darum ein hohes Alter errei-chen/ daß sie immer Honig gebrauchen.

Das Honig «inwendig gebraucht/ist sehr gut zurVerstopffuna der Luna- Pfeiffen/ dann es zertheilet!den groben kalten Schleim/loset ihn/und wirfft ihnaus : Widerstrebet der Fäulung / und heilet boseHals-und Mund-Geschwüre.

Für Honig aber sollen sich hüten die / so neulichzur Ader gelassen. Item / Weibsbilder / die ihre^Vlens'ez haben / oder Sechs-Wöchnerinnen sind/'dann es treibet das Blut gewairiglich/ es gibt auchgelbe garstige Flecken. Die Apothecker pflegen auchviel und mancherley Lonlecten/^nnlervenund Latt-wergen von Honig zu machen. Wie man Honig inder Küchen zur Speise brauchen soll/wissen sich Kö-che und Köchin ohne meine Erinnerung zu beschei-den. Im Keller findet man auch gut süß Honig-Wasser oder Mech.

xiv.

Wie man das Wax lautern soll.

^Ann der Honig vom Roos kommen / so thue I^ man das Roos in saubere gläserne Töpffe/s doch nicht allzu voll / damit es nicht über-lauffe/ und setze es zu einem gelinden Feuer/ man las-se das Roos allgemahlich zergehen/und rühre es offtum: Wann es nun wohl zergangen/ so schütte es inein rein Sacklein / hast du eine Wax - Presse / so istes besser; Presse das Wax durch den Sack aus/undsetze unter die Preß ein Schaff mit kaltem Wasser/lasse das Wax immerzu hinein wissen / so lange eswahret / so wird das Wax im Wasser bald bart:Im Mangel der Presse aber/so nimm eine schlechteBanck/ die richte mit einem Ort gegen dir in die Hö-he / mit dem andern Ort aber schüssg zu gegen dieErde/ doch nicht gar auf die Erde/ darunter setze dasSchaff mit Wasser/gleichwie auch unter die Presse;Nimm das ausgeschüttete Wax mir dem Säcklein/und lege es auf die Banck/nimm hernach ein Man-gel-Holtz/ und drucke datnit das Wax auf das besteaus/ gegen dem Schaff zu/ und das thue etliche malfein starck zugedruckt und gerudelt; Wann nichtsmehr heraus lausten will/ so schütte es wieder in denTopff/und thue alleweg mehr Roos darzu. Wannes wieder zergangen ist / so verfahre wiederum mirRudeln auf dem Sacklein/wie zuvor/und so langeund allezeit / wann es kalt worden/ wird es wiederaufgewärmet/ und lauter gemacht/ biß es gar ausge-

presst ist / und die Hülsen vorhanden sind; Alsdannmacht man solche in der Hand zu Ballen/und dru-cket sie fein veste zusammen / soviel ihr werden/ dieHeisset man alsdann Wax - Winden / und werdenauch verkaufft.

Das Wax aber/so sich etwas anhangt/soll manfein abschaben/ zusammen lassen / und es wiederum/wanns in das Schaff gelausten / in einen besondernTopff thun/ und beym Fe^er zergehen lassen: Dar-nach nehme man eine glatre Pfanne/und schmiere sieinnwendig wohl mit Fette / geuß das Wax mähligdarein/ und laß es stehen/ biß es hart worden/ schüt-te es hernach aus der Pfannen/so wird sichs allent-halben fein ablösen/und das Heisset man: Das Waxin Boden gegossen.

Weil man aber den Honig und das Wax läu-tert/ und beym Feuer stehen hat/ solle man ja nichtdavon weggehen/ dann es sich gar leicht in denTöpf-fen erhebet/und überlaufft; Da muß man dann denTopffbald vom Feuer nehmen/ oder darinnen um-rühren/ damit ihm gewehret werde; Und solle mandurchaus / wann es sollte überlauffen/ kein Wasserdarein giessm/ dann es würde nur Übel ärger gema-chet/ und ein groß Feuer daraus werden.

Weiß Wax aber zu machen / so nimmt man so-viel rein Wax/ als nöthig/ und schmeltzt es mit Was-ser; Wanns geschmoltzen ist/so schöpfft man mit ei-

nem ^